Insolvency avoidance: debtor’s request for installment plan not an indicator of insolvency

BGH IX ZR 6/14Bgh / Civil Chamber 916 de abr. de 2015Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice dismissed the claimant’s non-admission complaint in an insolvency avoidance dispute. It held that a debtor’s request for an installment agreement, if consistent with ordinary commercial practice, is not in itself an indication of cessation of payments or insolvency. Only if the debtor additionally states that due liabilities cannot otherwise be met may such a request have evidentiary significance. The court also found no ground for admission based on fundamental importance, development of law, or a hearing violation. Costs were imposed on the claimant.

Sumário Omnilex

Art. 133 Abs. 1 InsO; request for installment agreement as indicator of insolvency: A debtor’s mere request for a rate-payment arrangement, if it remains within commercial usage, does not by itself indicate cessation of payments or insolvency. It is only evidentially relevant where it is coupled with an express statement that due liabilities cannot otherwise be satisfied. The assessment depends on the overall circumstances; isolated delay in paying installments may be considered as an indication, but is not necessarily sufficient where the creditor has not reacted by reminder or enforcement (consid. 3–5).

Texto completo

BGH — IX ZR 6/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-04-16

Aktenzeichen: IX ZR 6/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 133 Abs 1 InsO

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 4. Dezember 2013, Az: I-2 U 36/13vorgehend LG Köln, 10. April 2013, Az: 7 O 332/12

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzanfechtung: Kenntnis des Anfechtungsgegners von drohender Zahlungsunfähigkeit bei Bitte des Schuldners auf Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung

Leitsatz

Die Bitte des Schuldners auf Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung ist, wenn sie sich im Rahmen der Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs hält, als solche kein Indiz für eine Zahlungseinstellung oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners (im Anschluss an die ständige Rechtsprechung, zuletzt BGH, 10. Juli 2014, IX ZR 280/13, ZIP 2014, 1887 Rn. 28).

Tenor

Die Nichtzulassungsbeschwerde gegen den die Berufung zurückweisenden Beschluss des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 4. Dezember 2013 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 23.693,47 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 522 Abs. 3, § 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2 Die von der Beschwerde angenommenen, von der Rechtsprechung des Senats abweichenden Obersätze hat das Berufungsgericht nicht aufgestellt. Die geltend gemachte Verletzung des Grundrechts auf rechtliches Gehör liegt nicht vor. Die von der Beschwerde im Übrigen aufgeworfene Frage ist weder rechtsgrundsätzlich noch entscheidungserheblich. Sie erfordert deshalb auch nicht die Fortbildung des Rechts.

3 Die Bitte des Schuldners auf Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung ist, wenn sie sich - wie vorliegend - im Rahmen der Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs hält, als solche kein Indiz für eine Zahlungseinstellung oder Zahlungsunfähigkeit. Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, kann die Bitte um eine Ratenzahlungsvereinbarung auf den verschiedensten Gründen beruhen, die mit einer Zahlungseinstellung nichts zu tun haben, etwa der Erzielung von Zinsvorteilen oder der Vermeidung von Kosten und Mühen im Zusammenhang mit der Aufnahme eines ohne weiteres erlangbaren Darlehens.

4 Eine Bitte um Ratenzahlung ist nur dann ein Indiz für eine Zahlungseinstellung, wenn sie vom Schuldner mit der Erklärung verbunden wird, seine fälligen Verbindlichkeiten (anders) nicht begleichen zu können (BGH, Urteil vom 1. Juli 2010 - IX ZR 70/08, WM 2010, 1756 Rn. 10; vom 30. Juni 2011 - IX ZR 134/10, ZInsO 2011, 1410 Rn. 17; vom 15. März 2012 - IX ZR 239/09, WM 2012, 711 Rn. 27; vom 6. Dezember 2012 - IX ZR 3/12, WM 2013, 174 Rn. 21; vom 3. April 2014 - IX ZR 201/13, WM 2014, 1009 Rn. 34; vom 10. Juli 2014 - IX ZR 280/13, ZIP 2014, 1887 Rn. 28). Eine solche Erklärung der Schuldnerin ist hier nicht festgestellt. Aus dem vorgelegten E-Mail-Verkehr zwischen den Parteien (Anlage K 14) ergibt sich hierzu nichts, wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat.

5 Der Umstand, dass die Schuldnerin die vereinbarten Raten jeweils um einige Tage verspätet, wenn auch jeweils vollständig, bezahlt hat, hat zwar das Eingreifen der vereinbarten dreitägigen Verfallklausel ausgelöst, so dass der gesamte noch offene Restbetrag jeweils zur Zahlung fällig wurde. Ein Wiederaufleben einer Zahlungseinstellung war damit aber entgegen der Ansicht der Beschwerde schon deshalb nicht verbunden, weil eine zuvor vorhanden gewesene Zahlungseinstellung nicht festgestellt ist. Das Eingreifen der Verfallklausel kann zwar, wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, Indiz für eine Zahlungseinstellung sein. Unter den hier gegebenen Umständen wäre es aber auch revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Berufungsgericht im Rahmen einer Gesamtabwägung die jeweils um einige Tage verspätete vollständige Zahlung der Raten für eine Feststellung der Zahlungseinstellung nicht hat ausreichen lassen, zumal die Beklagte in der Zwischenzeit jeweils in keiner Weise tätig geworden war, weder durch Mahnung noch durch Einleitung der Zwangsvollstreckung.

6 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Palavras-chave

insolvency avoidancepayment cessationinsolvencyinstallment agreementcommercial practicenon-admission complaintright to be heardcosts

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint against the appellate decision had to be granted due to fundamental importance, development of law, or a hearing violation.

Decisão extraída

No. The complaint raised no grounds requiring review by the Federal Court of Justice.

Fundamentação extraída

The appellate court had not adopted any abstract legal propositions departing from established case law, no violation of the right to be heard was shown, and the remaining question was neither decisive nor of general importance.

Questão jurídica principal

Whether a debtor’s request to agree on installment payments is, by itself, an indication of cessation of payments or insolvency.

Decisão extraída

No, if the request remains within ordinary commercial practice, it is not in itself an indicator of cessation of payments or insolvency.

Fundamentação extraída

Such a request may be motivated by reasons unrelated to insolvency, such as interest advantages or avoiding the costs and effort of borrowing. It becomes relevant only if the debtor also states that existing due liabilities cannot otherwise be paid.

Questão jurídica principal

Whether late payment of the agreed installments revived or showed a payment stop.

Decisão extraída

Not on the facts found. The few-day delays in full payment did not justify a finding of payment cessation.

Fundamentação extraída

Although the contractual default clause could be an indication, the lower court could still, within an overall assessment, regard the delayed but complete payments as insufficient, especially since the creditor did not remind or enforce payment in the meantime.

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