Hearing complaint after rejected appeal dismissed

BGH VII ZB 51/15Bgh / Civil Chamber 75 de out. de 2016Dismissed

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Resumo Omnilex

The BGH dismissed the defendant’s hearing complaint under Section 321a ZPO against its earlier order rejecting the legal complaint. It held that only new and independent violations of Article 103(1) GG by the BGH itself may be invoked in such a complaint, and none were present because the submissions had been fully examined. The defendant could not rely on alleged errors of the lower courts. Costs were imposed on the defendant.

Sumário Omnilex

Art. 103 Abs. 1 GG; § 321a ZPO: Gegen eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, mit der eine Rechtsbeschwerde verworfen oder zurückgewiesen worden ist, kann mit der Anhörungsrüge nur eine neue und selbständige Gehörsverletzung durch den Bundesgerichtshof selbst gerügt werden. Eine bloße Wiederholung der bereits im Rechtsbeschwerdeverfahren geprüften Einwände gegen die Vorinstanzen genügt nicht. Der Bundesgerichtshof genügt dem Anspruch auf rechtliches Gehör, wenn er das Vorbringen zur Kenntnis nimmt und auf Zulassungsgründe prüft; eine ausdrückliche Erörterung jedes einzelnen Parteivortrags ist nicht erforderlich (vgl. § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO; § 321a ZPO).

Texto completo

BGH — VII ZB 51/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-05

Aktenzeichen: VII ZB 51/15

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:051016BVIIZB51.15.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: Art 103 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend BGH, 29. Juni 2016, Az: VII ZB 51/15vorgehend LG Potsdam, 12. August 2015, Az: 6 S 22/15vorgehend AG Potsdam, 22. April 2015, Az: 38 C 234/15

Spruchkörper: 7. Zivilsenat

Titelzeile

Anhörungsrüge nach Zurückweisung einer Rechtsbeschwerde durch den Bundesgerichtshof

Tenor

Die Anhörungsrüge der Beklagten vom 19. Juli 2016 gegen den Senatsbeschluss vom 29. Juni 2016 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

Gründe

1 Die Anhörungsrüge (§ 321a ZPO) der Beklagten ist nicht begründet.

2 1. Nach der vom Bundesverfassungsgericht geteilten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können mit der Anhörungsrüge gegen einen Beschluss, mit dem eine Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen worden ist, nur neue und eigenständige Verletzungen des Art. 103 Abs. 1 GG durch den Bundesgerichtshof gerügt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 24. August 2016 - VII ZR 248/15 Rn. 2; Beschluss vom 27. April 2016 - VII ZR 47/15 Rn. 2; Beschluss vom 20. November 2007 - VI ZR 38/07, NJW 2008, 923 Rn. 5; BVerfG, NJW 2008, 2635, 2636, juris Rn. 15 ff.). Nichts anderes gilt für eine Rechtsbeschwerde.

3 2. Derartige Verstöße des Senats gegen Art. 103 Abs. 1 GG liegen nicht vor. Der Senat hat das Vorbringen der Beklagten in der Rechtsbeschwerdebegründung zur Kenntnis genommen und in vollem Umfang bezüglich der geltend gemachten Zulassungsgründe geprüft, aber aus Rechtsgründen nicht für durchgreifend erachtet.

4 Die Beklagte ist durch die angefochtene Entscheidung des Landgerichts Potsdam nicht in ihrem Justizgewährungsanspruch verletzt worden. Den Prozessbevollmächtigten der Beklagten trifft an der Versäumung der Berufungsbegründungsfrist schon deshalb ein Verschulden, da er kein Vertrauen in die Bewilligung der beantragten Fristverlängerung haben durfte, weil er seinen am letzten Tag der Frist gestellten Antrag auf Fristverlängerung nicht näher begründet hatte (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Juli 2009 - VII ZB 111/08, NJW 2009, 3100 Rn. 8). Auf die weiteren Erwägungen des angefochtenen Beschlusses des Landgerichts kommt es danach nicht mehr an.

5 Von einer weiteren Begründung wird entsprechend § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen; die Gerichte sind nicht verpflichtet, alle Einzelpunkte des Parteivortrags in den Gründen der Entscheidung ausdrücklich zu bescheiden. Das gilt auch für die Entscheidung über die Anhörungsrüge gemäß § 321a ZPO (vgl. BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 24).

Eick Halfmeier Jurgeleit

Graßnack Borris

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the hearing complaint under Section 321a ZPO was admissible and well-founded after rejection of the legal complaint.

Decisão extraída

Only new and independent violations of the right to be heard by the BGH can be raised; none occurred here, because the submissions were fully considered and rejected for legal reasons.

Fundamentação extraída

The court held that it had taken note of and examined all arguments in the legal-complaint submissions. The defendant's alleged denial of justice before the lower courts did not establish a new hearing violation by the BGH. The court also noted that counsel bore fault for missing the appeal-deadline extension request was unreasoned.

Questão jurídica principal

Whether further reasoning was required in the hearing-complaint decision.

Decisão extraída

No; the court could refrain from further reasons under Section 544(4) sentence 2 half-sentence 2 ZPO, which also applies to Section 321a ZPO.

Fundamentação extraída

Courts are not obliged to address every individual argument expressly in the reasons of the decision.

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