Post-insolvency party substitution creates a new cost claim

BGH IX ZR 250/16Bgh / Civil Chamber 913 de out. de 2016Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the plaintiff's complaint against non-admission of revision. It held that the defendant's enforceable cost reimbursement claim was not an insolvency claim under § 38 InsO because, at the time insolvency proceedings were opened over the plaintiff's assets, the claim against the plaintiff did not yet exist. The original cost debt was still directed solely against the original claimant L.; only the later party substitution after opening made the plaintiff debtor. The insolvency plan's quota therefore did not apply, and the cost debt had to be paid in full.

Sumário Omnilex

§ 38 InsO; cost reimbursement claim after opening of insolvency proceedings and party substitution; a claim is an insolvency claim only if the factual basis giving rise to it was already completed when the proceedings were opened. A merely future claim, or a claim whose debtor changes only after opening through a procedural party substitution, is a new claim and not subject to the insolvency table or an insolvency plan quota. The non-admission complaint is without success where no grounds for admission under § 543 Abs. 2 ZPO exist and the challenged enforcement of the cost order is therefore permissible.

Texto completo

BGH — IX ZR 250/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-13

Aktenzeichen: IX ZR 250/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:131016BIXZR250.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 38 InsO, § 543 Abs 2 S 1 ZPO, § 544 Abs 1 S 1 ZPO, § 544 Abs 1 S 2 ZPO, § 544 Abs 4 ZPO

Vorinstanz: vorgehend Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken, 3. Dezember 2015, Az: 4 U 42/14, Urteilvorgehend LG Saarbrücken, 24. Februar 2014, Az: 14 O 213/13

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Abgrenzung von Insolvenzgläubigern und Neugläubigern: Kostenerstattungsanspruch bei einem nach Insolvenzverfahrenseröffnung erfolgten Parteiwechsel

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 3. Dezember 2015 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

Der Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 27.080,61 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Die geltend gemachten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten hat der Senat geprüft, aber für nicht durchgreifend erachtet.

2 Die Vollstreckung aus dem Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts Saarbrücken vom 16. April 2010 ist im Umfang des Tenors der Beschwerdeentscheidung zulässig. Bei dem Kostenerstattungsanspruch der Beklagten gegen die Klägerin handelt es sich nicht um eine Insolvenzforderung im Sinne des § 38 InsO, sondern um eine Neuforderung. Insolvenzgläubiger sind persönliche Gläubiger, die einen zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens begründeten Vermögensanspruch gegen den Insolvenzschuldner haben. Der anspruchsbegründende Tatbestand muss vor Eröffnung bereits abgeschlossen sein. Künftig entstehende Ansprüche fallen nicht unter § 38 InsO (vgl. BGH, Beschluss vom 7. April 2005 - IX ZB 129/03, ZInsO 2005, 537, 538; vom 13. Oktober 2011 - IX ZB 80/10, ZInsO 2011, 2184 Rn. 7).

3 Im Streitfall gab es zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Klägerin keinen aufschiebend bedingten Kostenerstattungsanspruch der Beklagten gegen die Klägerin, welchen die Beklagte zur Insolvenztabelle hätte anmelden können. Der Anspruch der Beklagten richtete sich ausschließlich gegen den ursprünglichen Kläger L. . Damit konnte die Forderung der Beklagten auch nicht unter die Regelungen des im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Klägerin verabschiedeten Insolvenzplans, der eine Befriedigung der Insolvenzforderungen mit einer Quote von 0,5 v.H. vorsah, fallen. Der Parteiwechsel auf Klägerseite, durch den die Klägerin Schuldnerin der Kostenerstattungsansprüche der Beklagten wurde, ist erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über deren Vermögen erfolgt. Die Verbindlichkeit aus dem Kostenfestsetzungsbeschluss vom 16. April 2010 ist deshalb in vollem Umfang zu erfüllen.

4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.

Kayser Lohmann Pape

Möhring Schoppmeyer

Palavras-chave

insolvency claimnew claimcost reimbursementparty substitutionnon-admission complaintenforcementinsolvency plan

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Questão jurídica principal

Whether the defendant's cost reimbursement claim was an insolvency claim under § 38 InsO or a new claim arising after opening of insolvency proceedings.

Decisão extraída

The claim was not an insolvency claim but a new post-opening claim because the claim-defining factual basis was not complete before insolvency was opened and the party substitution occurred only afterward.

Fundamentação extraída

Insolvency claims require a personal claim based on a factual foundation already completed when proceedings are opened. Here, at the opening date no conditional cost claim against the plaintiff existed; the claim originally ran only against the original claimant L. The later party substitution, which made the plaintiff debtor of the cost claim, happened only after insolvency opened, so the claim was outside § 38 InsO and not subject to the insolvency plan's quota.

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