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BGH 5 StR 197/15 ΓÇó Carrying a weapon and possession in concurrence under weapons law
BGH 5 StR 197/15Bgh / Criminal Chamber 515 de jun. de 2015Partially Granted
The Bundesgerichtshof partly upheld the defendant’s revision against the LG Chemnitz judgment. It corrected the conviction because the facts established only carrying of a prohibited weapon, not concurrent possession within the protected premises required for tateinheitlich committed possession. The remaining revision was dismissed under § 349(2) StPO. The one-year-and-two-month prison sentence was left unchanged, and the defendant was ordered to bear the costs of the appeal.
§ 52 WaffG; concurrence of carrying and possession of a weapon: If the perpetrator exercises actual control over the weapon only outside his own dwelling, business premises or enclosed property, only carrying is established; a concurrent conviction for possession requires findings that actual control was also exercised within those protected premises. Where such findings are absent, the conviction is to be amended accordingly; the sentence may nonetheless stand if it is excluded that the trial court would have imposed a lesser penalty on the corrected legal basis (consid. 2-3).
Entscheidungsdatum: 2015-06-15
Aktenzeichen: 5 StR 197/15
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 52 Abs 1 Nr 1 WaffG, § 52 StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Chemnitz, 5. Februar 2015, Az: 6 KLs 800 Js 27549/14
Spruchkörper: 5. Strafsenat
Waffendelikte: Voraussetzungen der tateinheitlichen Verwirklichung des Führens und des Besitzes einer Waffe
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Chemnitz vom 5. Februar 2015, soweit es diesen Angeklagten betrifft, dahin geändert, dass der Angeklagte wegen bewaffneten Sichverschaffens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit vorsätzlichem Führen eines verbotenen Gegenstandes verurteilt ist.
Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneten Sichverschaffens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Besitz und Führen einer verbotenen Waffe zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Seine hiergegen gerichtete und auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision führt zu der aus der Beschlussformel ersichtlichen Abänderung des Schuldspruchs. Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
2 Der Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift Folgendes ausgeführt:
"Die getroffenen Feststellungen belegen im Übrigen aber lediglich, dass der Angeklagte sich wegen Führens eines verbotenen Gegenstands (des Schlagrings) strafbar gemacht hat; sie tragen jedoch die tateinheitliche Verurteilung wegen Besitzes einer solchen 'Waffe' nicht. Zwar steht das Führen mit Besitz regelmäßig in Tateinheit (vgl. Pauckstadt-Maihold in: Erbs/Kohlhaas, Strafrechtliche Nebengesetze, 180. ErgLfg, WaffG, § 52 Rdn. 95 mwN). Übt der Täter aber - wie hier - die tatsächliche Gewalt über eine Waffe (nur) außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums aus, so führt er sie (siehe Anl. 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG Abschnitt 2 Ziffer 4). Eine Verurteilung wegen tateinheitlich verwirklichten Besitzes der Waffe kommt aber nur in Betracht, wenn festgestellt ist, dass der Täter die tatsächliche Gewalt über die Waffe auch innerhalb der bezeichneten Örtlichkeiten ausgeübt hat (vgl. BGHR WaffG § 52 Konkurrenzen 2; BGH, NStZ-RR 2013, 387, 388). Daran fehlt es hier.
Der Strafausspruch kann bestehen bleiben. Der Senat wird ausschließen können, dass das Landgericht bei zutreffender rechtlicher Würdigung auf eine geringere Strafe - deren Zumessung sich im Übrigen im Rahmen des tatrichterlichen Beurteilungsspielraumes hält - erkannt hätte."
3 Dem stimmt der Senat zu und ändert den Schuldspruch in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO ab. § 265 StPO steht nicht entgegen, weil sich der Angeklagte nicht anders als geschehen hätte verteidigen können.
Sander Dölp König
Bellay Feilcke