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BGH VII ZR 254/12 ΓÇó Late appeal brief cannot be cured by implied extension
BGH VII ZR 254/12Bgh / Civil Chamber 76 de jun. de 2013Dismissed
The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's complaint against denial of leave to appeal. It held that the Court of Appeal had to examine the admissibility of the underlying appeal ex officio and that the appeal was inadmissible because the statement of grounds was filed after the extended deadline. The fact that the Court of Appeal nevertheless dealt with the case on the merits did not create any implied extension of the briefing deadline, because an extension requires a specific request, which had not been made. Since the appeal was inadmissible, the complaint could not succeed.
§§ 230, 233, 520 Abs. 2 ZPO; ex officio review of appellate admissibility in non-admission complaint proceedings; no implied extension of the appeal briefing period. The appellate court must examine of its own motion whether the appeal was duly perfected. If the statement of grounds is filed after expiry of the validly extended deadline, the appeal is inadmissible. A further or tacit extension cannot be inferred from the fact that the appellate court nevertheless entered into a merits review; an extension presupposes a corresponding request. An inadmissible appeal cannot be salvaged by asserted grounds for leave to appeal, since the decisive procedural defect would require dismissal ex officio in any event (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2013-06-06
Aktenzeichen: VII ZR 254/12
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 230 ZPO, § 233 ZPO, § 520 Abs 2 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Rostock, 16. Juli 2012, Az: 4 U 53/11vorgehend LG Rostock, 20. Mai 2011, Az: 3 O 537/10
Spruchkörper: 7. Zivilsenat
Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren: Prüfung der Zulässigkeit der Berufung und einer stillschweigenden Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist
Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Rostock vom 16. Juli 2012 wird zurückgewiesen.
Der Kläger hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Gegenstandswert: 68.568,56 €
1 1. Der Kläger hat gegen das seine Klage abweisende Urteil des Landgerichts durch seine damaligen Prozessbevollmächtigten fristgerecht Berufung eingelegt. Auf deren Antrag wurde die Berufungsbegründungsfrist bis 8. August 2011 verlängert. Die Berufungsbegründung ging per Fax am 9. August 2011 bei dem Berufungsgericht ein. Dieses hat mit Beschluss vom 16. Juli 2012 gemäß § 522 Abs. 2 ZPO die Berufung zurückgewiesen. Gegen diesen Beschluss richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers, mit der er nach Zulassung der Revision seine Klageforderung weiterverfolgen will.
2 2. Die Beschwerde des Klägers war zurückzuweisen. Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde ist wie im Revisionsverfahren die Zulässigkeit der Berufung von Amts wegen zu prüfen (BGH, Urteil vom 14. November 2007 - VIII ZR 340/06, NJW 2008, 218 m.w.N.). Diese Prüfung hat ergeben, dass die Berufung des Klägers unzulässig war, weil der Kläger sein Rechtsmittel nicht innerhalb der bis zum 8. August 2011 verlängerten Berufungsbegründungsfrist begründet hat. Entgegen der Auffassung der Beschwerde kann aus dem Umstand, dass das Berufungsgericht dennoch über die Berufung sachlich entschieden hat, eine stillschweigende Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist nicht abgeleitet werden. Eine Fristverlängerung setzt einen entsprechenden Antrag voraus. Einen solchen Antrag hat der Kläger nicht gestellt. War damit die Berufung als unzulässig zu verwerfen, kann die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen den die Berufung des Klägers zurückweisenden Beschluss keinen Erfolg haben. Die von der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemachten Zulassungsgründe sind jedenfalls nicht entscheidungserheblich. Denn selbst wenn sie vorliegen sollten, müsste nach Zulassung der Revision von Amts wegen die Berufung ohne weiteres als unzulässig verworfen werden.
Kniffka Safari Chabestari Eick
Kosziol Kartzke