Suspension of enforcement: no duty to grant partial stay ex officio

BVerwG 9 VR 2/13Bverwg / Division 913 de jun. de 2013Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Administrative Court discontinued the proceedings after both parties declared the main dispute settled. It held that the respondent was not obliged to order a stay of enforcement ex officio: such a duty exists only where it is foreseeable that no implementation will occur before the merits decision and interim relief should be avoided. Because the project was to start soon and be carried out in stages, and because the applicant’s pre-litigation request had not been limited to later construction phases, no partial stay was required. The applicant was ordered to bear the costs, and the dispute value was set at EUR 30,000.

Sumário Omnilex

§ 80 Abs. 4 Satz 1 VwGO; duty of the authority to suspend enforcement ex officio only in exceptional cases. Such a duty exists where it is already foreseeable that the measure will not be implemented before the expected merits decision and interim judicial protection should be avoided (consid. 2). If, however, a project is to commence promptly and be executed in stages over a longer period, the authority need not account for this by granting a partial stay. A later restriction of the request in court does not retroactively impose such a duty where the prior administrative request was not correspondingly limited (consid. 2 and 3). After settlement of the main matter, the proceedings are discontinued by analogy to § 92(3) sentence 1 VwGO and costs are decided under § 161(2) VwGO according to equity (consid. 1).

Texto completo

BVerwG — 9 VR 2/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-06-13

Aktenzeichen: 9 VR 2/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 80 Abs 4 S 1 VwGO, § 161 Abs 2 VwGO

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Aussetzung der Vollziehung; Teilaussetzung; Dringlichkeit

Tenor

Das Verfahren wird eingestellt.

Die Antragstellerin trägt die Kosten des Verfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 30 000 € festgesetzt.

Gründe

1 Nachdem die Beteiligten den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt haben, ist das Verfahren in entsprechender Anwendung des § 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO einzustellen und gemäß § 161 Abs. 2 VwGO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des Sach- und Streitstandes über die Kosten zu entscheiden. Danach waren die Kosten der Antragstellerin aufzuerlegen.

2 Entgegen der Auffassung der Antragstellerin musste die Antragsgegnerin die Aussetzung der Vollziehbarkeit nicht von Amts wegen anordnen. Allerdings kann die Behörde verpflichtet sein, die Vollziehung nach § 80 Abs. 4 Satz 1 VwGO auszusetzen, wenn für sie absehbar ist, dass der Vorhabenträger innerhalb der Zeit vor dem voraussichtlichen Entscheidungstermin in der Hauptsache keine Vollziehung in Betracht zieht. In diesem Fall ist es geboten, dem Betroffenen die Einleitung oder weitere Durchführung eines vorläufigen Rechtsschutzverfahrens zu ersparen (Beschluss vom 17. September 2001 - BVerwG 4 VR 19.01 - Buchholz 310 § 80 VwGO Nr. 66 S. 3 f.). Soll dagegen ein Vorhaben - wie hier von der Antragsgegnerin in ihrem Schriftsatz vom 7. März 2013 im Einzelnen dargelegt - zeitnah begonnen, jedoch mit Rücksicht auf seinen Umfang in Etappen über längere Zeit umgesetzt werden, muss die Behörde dem nicht durch eine Teilaussetzung Rechnung tragen (Beschluss vom 14. März 2008 - BVerwG 9 VR 3.07 - Buchholz 310 § 80 VwGO Nr. 77). Eine Ausnahme war auch nicht deshalb in Betracht zu ziehen, weil die Antragsgegnerin hätte erkennen können, dass die Antragstellerin die Aussetzung nur hinsichtlich der erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Realisierung vorgesehenen Baumaßnahmen "mit denen Sperrungen der Fahrbeziehungen an den Anschlussstellen Hamburg Schnelsen und Schnelsen Nord verbunden sind" begehrt. Denn der vorprozessual gestellte Aussetzungsantrag vom 12. Februar 2013 enthielt eine solche Beschränkung nicht. Erst mit dem gerichtlichen Antrag hat die Antragstellerin ihr Begehren hierauf reduziert. Dem hat die Antragsgegnerin, beschränkt bis zum 31. Dezember 2013, entsprochen.

3 Dass der Prozessbevollmächtigte der Antragstellerin am 18. Februar 2013, dem Tag des Ablaufs der gesetzlichen Frist zur Stellung eines vorläufigen Rechtsschutzantrags, telefonisch bei der Antragsgegnerin das Begehren der Antragstellerin konkretisiert hat, gibt zu einer anderen Beurteilung keinen Anlass. Abgesehen davon, dass er den Antrag nicht ausdrücklich beschränkt hat, hat die Antragsgegnerin nachvollziehbar dargelegt, dass es ihr angesichts der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit und der Komplexität der durchzuführenden Arbeiten nicht möglich war, eine teilweise Aussetzung der Vollziehung auszusprechen. Dies geht zu Lasten der Antragstellerin, die in ihrem Aussetzungsantrag gegenüber der Antragsgegnerin vom 12. Februar 2013 jeden Hinweis auf ein eingeschränktes Aussetzungsbegehren hat vermissen lassen. Die Antragsgegnerin konnte auch nicht aus dem Gesamtzusammenhang erkennen, dass es der Antragstellerin allein um die Vermeidung einer parallelen Sperrung der beiden Anschlussstellen ging, da sich diese Forderung ihrer - bei summarischer Prüfung zutreffenden - Auffassung nach bereits erledigt hatte.

4 Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 52 Abs. 1 GKG.

Palavras-chave

stay of enforcementpartial staymootnesscost allocationurgent reliefplanning project

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Questão jurídica principal

Whether the proceedings had to be discontinued after settlement in the main matter

Decisão extraída

The proceedings were to be discontinued by analogy to the rules on mootness after the parties declared the case settled.

Fundamentação extraída

Once the main dispute was declared settled, the court had to terminate the proceedings and decide costs under equitable discretion.

Questão jurídica principal

Whether the respondent was obliged to order a stay of enforcement ex officio under Section 80(4) VwGO

Decisão extraída

No such duty existed on the facts of this case.

Fundamentação extraída

A duty to suspend enforcement exists only where it is foreseeable that implementation will not occur before the expected merits decision and interim relief should be spared. Here the project was to begin soon and be implemented in stages over a longer period, so a partial stay was not required; moreover, the applicant’s out-of-court request was not limited to later construction phases.

Questão jurídica principal

Allocation of costs after settlement

Decisão extraída

The applicant had to bear the costs.

Fundamentação extraída

Under equitable discretion, the court assigned costs to the applicant based on the state of facts and the record.

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