Co-perpetration in making a forged document

BGH 4 StR 510/12Bgh / Criminal Chamber 430 de jan. de 2013Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s revision against the Bochum Regional Court judgment. It held that, in the forgery counts, the defendant could be treated as a co-perpetrator because he supplied the data used to create false bank statements and the planned use before notaries showed a joint plan to produce and deploy the forged documents. The later presentation of the notarized copies did not constitute a new separate offense, because it was already part of the original scheme. The conviction and the cost order were left in place.

Sumário Omnilex

§ 25 Abs. 2 StGB, § 267 Abs. 1 Alt. 1 StGB; co-perpetration in the making of a forged document. Making a false document is not an offence requiring personal performance by the physical maker alone. A person who, pursuant to a common plan, supplies the decisive data and otherwise materially contributes to the production of the falsified document may be a co-perpetrator. The intent to deceive in legal transactions is satisfied where the forged document is to be presented to third parties as genuine to induce legally relevant action. Subsequent use of the document does not constitute a separate offence if it is already encompassed by the original joint plan (consid. 2-3).

Texto completo

BGH — 4 StR 510/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-01-30

Aktenzeichen: 4 StR 510/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 25 Abs 2 StGB, § 267 Abs 1 Alt 1 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Bochum, 15. Juni 2012, Az: 12 KLs 35 Js 145/10

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Urkundenfälschung: Mittäterschaft beim Herstellen einer unechten Urkunde

Tenor

  1. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bochum vom 15. Juni 2012 wird verworfen.

  2. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Betrugs in 16 Fällen, davon in zehn Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Seine hiergegen eingelegte Revision ist offensichtlich unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 Die Verurteilung wegen Urkundenfälschung in den Fällen II. 1, 2, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 12 wird von den Feststellungen getragen. Danach stellte der anderweitig verfolgte W. alias N. C. in Absprache mit dem Angeklagten Kontoauszüge her, die ihrem äußeren Erscheinungsbild nach von der Bank in S. stammten und erhebliche Guthaben auf einem tatsächlich nicht existierenden Treuhandkonto des Angeklagten auswiesen. Die dafür benötigten Daten wurden ihm von dem Angeklagten übermittelt. Von diesen Auszügen ließ der Angeklagte in D. durch verschiedene Notare jeweils eine beglaubigte Abschrift fertigen, die er anschließend den Geschädigten als „Kapitalnachweis“ vorlegte, um damit die von ihm und anderen Beteiligten begangenen Täuschungen zu untermauern.

3 Der Angeklagte hat danach in allen angeführten Fällen als Mittäter (§ 25 Abs. 2 StGB) eine unechte Urkunde im Sinne des § 267 Abs. 1 1. Alt. StGB hergestellt. Die Tatbestandsvariante des Herstellens einer unechten Urkunde ist kein eigenhändiges Delikt. Demgemäß kommt auch eine Beteiligung des Auftraggebers als Mittäter an der Herstellung der unechten Urkunden durch einen anderen in Betracht (BGH, Urteil vom 12. November 2009*-* 4 StR 275/09, NStZ 2010, 342, 343; vgl. BGH, Beschluss vom 18. November 1988 - 3 StR 481/88, BGHR StGB § 267 Abs. 1 Gebrauchmachen 1). Durch die Übermittlung der benötigten Daten hat der Angeklagte auch einen objektiven Beitrag zu der Herstellung der Falsifikate geleistet. Da die gefälschten Kontoauszüge Notaren körperlich zugänglich gemacht werden sollten, um sie durch die Vorspiegelung ihrer Echtheit zur Anfertigung einer beglaubigten Abschrift zu veranlassen, ist auch der innere Tatbestand des § 267 Abs. 1 StGB („zur Täuschung im Rechtsverkehr“) erfüllt (BGH, Urteil vom 11. Dezember 1951 - 1 StR 567/51, BGHSt 2, 50, 52; MüKoStGB/Erb, § 267 Rn. 203 ff. mwN). Das in der Vorlage der gefälschten Auszüge gegenüber den Notaren zu sehende Gebrauchmachen von einer unechten Urkunde im Sinne des § 267 Abs. 1 3. Alt. StGB ist nicht als neue Straftat zu werten, da es dem schon bei der Herstellung der Auszüge von dem Angeklagten und seinen Mittätern verfolgten Tatplan entsprach (BGH, Urteil vom 30. November 1953 - 1 StR 318/53, BGHSt 5, 291, 293; Zieschang in LK-StGB, 12. Aufl., § 267 Rn. 287). Gleiches gilt für das in der Vorlage der Abschriften liegende weitere Gebrauchmachen von den zugrunde liegenden gefälschten Auszügen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Mai 1971 - 1 StR 387/70, BGHSt 24, 140, 142).

Mutzbauer Roggenbuck Franke

Quentin Reiter

Palavras-chave

forgeryco-perpetrationrevisionfalse documentuse of forged documentintent to deceivecosts

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Questão jurídica principal

Whether the defendant's revision against the Bochum judgment was admissible and well-founded.

Decisão extraída

The revision was manifestly unfounded and was rejected under the criminal procedure rules governing summary dismissal.

Fundamentação extraída

The Supreme Court found no legal error in the conviction and confirmed that the factual findings supported the forgery convictions.

Questão jurídica principal

Whether the defendant was liable as co-perpetrator for making forged bank statements and using them as notarized copies.

Decisão extraída

Yes. By providing the data and coordinating the creation and later use of the false statements, the defendant jointly made an untrue document within the meaning of forgery law.

Fundamentação extraída

Making a false document is not a hand-only offense; the person who instructs and materially contributes to its production can be a co-perpetrator. The planned presentation to notaries also satisfied the intent to deceive in legal transactions, and the later use was part of the original plan rather than a separate offense.

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