Requirements for a tax office’s insolvency petition

BGH IX ZB 180/11Bgh / Civil Chamber 915 de dez. de 2011Dismissed

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The Federal Court of Justice dismissed the debtor’s legal complaint as inadmissible and left the insolvency opening intact. A tax office had petitioned for insolvency on the basis of enforceable tax debts supported by a detailed arrears schedule. The debtor argued that the petition was defective because no tax assessments or VAT advance returns were attached. The court held that, although such documents are generally required when tax claims are disputed, an exception applies where the debts are precisely identified and the debtor raises only remission proceedings without specific objections to the individual claims.

Sumário Omnilex

§ 14 InsO; insolvency petition by a tax authority based on disputed tax claims; requirements of substantiation and proof. A tax office must ordinarily support its petition with the relevant tax assessments and, where applicable, advance returns when the debtor disputes the tax claims. The submission of a mere internal account statement does not suffice. Exceptionally, the absence of these documents is immaterial if the outstanding taxes are precisely designated and the debtor raises only remission requests or similar general counterarguments without contesting the individual claims specifically (consid. 3 f.). In such a constellation, the petition is not deficient in a way that affects the opening decision.

Texto completo

BGH — IX ZB 180/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-12-15

Aktenzeichen: IX ZB 180/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 14 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG München I, 16. Mai 2011, Az: 14 T 8562/11vorgehend AG München, 6. April 2011, Az: 1506 IN 558/10

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Gläubigerantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens: Anforderungen an den Eröffnungsantrag eines Finanzamtes

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 14. Zivilkammer des Landgerichts München I vom 16. Mai 2011 wird auf Kosten der Schuldnerin als unzulässig verworfen.

Der Wert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 10.000 € festgesetzt.

Gründe

I.

1 Am 17. Februar 2010 beantragte der beteiligte Gläubiger die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Schuldnerin wegen vollstreckbarer Steuerschulden in Höhe von 49.038 €. Dem Antrag war eine Rückstandsaufstellung beigefügt, welche diesen Betrag nach Steuerart, Zeitraum und Fälligkeit der Steuer aufschlüsselt. Mit Beschluss vom 6. April 2011 hat das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin eröffnet. Die sofortige Beschwerde der Schuldnerin ist erfolglos geblieben. Mit ihrer Rechtsbeschwerde will die Schuldnerin weiterhin die Aufhebung des Eröffnungsbeschlusses und die Zurückweisung des Eröffnungsantrags erreichen.

II.

2 Die Rechtsbeschwerde ist nach § 34 Abs. 2, § 6 Abs. 1, § 7 aF InsO, Art. 103f Satz 1 EGInsO § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO statthaft. Sie ist jedoch nicht zulässig. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO).

3 Eine die Zulässigkeit begründende Divergenz, die von der Rechtsbeschwerdebegründung im Hinblick auf das Fehlen von Steuerbescheiden und Umsatzsteuervoranmeldungen der Schuldnerin als Anlagen zu dem Insolvenzantrag geltend gemacht wird, liegt im Ergebnis nicht vor. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs setzt der Insolvenzantrag eines Finanzamts, der auf vom Schuldner bestrittene Steuerforderungen gestützt wird, als Mindesterfordernis die Vorlage der ergangenen Steuerbescheide und gegebenenfalls der Steuervoranmeldungen des Schuldners voraus. Ein bloßer Kontoauszug des sachbearbeitenden Finanzamts reicht als interne Verwaltungshilfe als Mittel zur Glaubhaftmachung der Forderung nicht aus (BGH, Beschluss vom 13. Juni 2006 - IX ZB 214/05, ZInsO 2006, 828 Rn. 8 f; vom 9. Juli 2009 - IX ZB 86/09, ZInsO 2009, 1533 Rn. 3; vom 21. Juli 2011 - IX ZB 256/10, ZInsO 2011, 1614 Rn. 4). Entbehrlich ist eine Glaubhaftmachung der Forderung durch das Finanzamt mittels Vorlage der Bescheide und Voranmeldungen ausnahmsweise dann, wenn die ausstehenden Steuern genau beschrieben sind und der Schuldner sich lediglich auf Erlassanträge und Gegenansprüche beruft (BGH, Beschluss vom 9. Juli 2009, aaO, Rn. 3; vom 21. Juli 2011, aaO Rn. 4).

4 Vorliegend macht die Schuldnerin geltend, ein von ihr nach bestandskräftiger Zurückweisung eines früheren Erlassantrags eingeleitetes weiteres Erlassverfahren sei noch nicht beschieden. Konkrete Einwendungen gegen die einzelnen, aus der Auflistung des Antragstellers zu entnehmenden Steuerforderungen erhebt die Schuldnerin nicht. Es liegt deshalb ein Ausnahmefall vor, in dem die fehlende Vorlage von Steuerbescheiden und -voranmeldungen sich nicht auswirkt, weil der Schuldner dem Antrag außer dem Einwand, ein Erlassverfahren zu betreiben, nichts entgegenzusetzen hat.

Vill Raebel Lohmann

Fischer Pape

Palavras-chave

insolvency petitiontax debtproof of claimremission requestadmissibilitylegal complaint

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Questão jurídica principal

Whether the debtor's legal complaint against the opening of insolvency proceedings was admissible

Decisão extraída

The legal complaint was inadmissible because no grounds of fundamental importance or need for uniform case law were shown.

Fundamentação extraída

The case raised no issue requiring appellate review; the asserted divergence did not exist in the result.

Questão jurídica principal

Whether the tax office's insolvency petition required attachment of tax assessments and advance returns

Decisão extraída

In this case, the omission of tax assessments and advance returns did not affect the petition because the debtor raised only a pending remission proceeding and no specific objections to the individual tax claims.

Fundamentação extraída

Although tax office petitions based on disputed tax claims generally require the tax assessments and, where relevant, advance returns, an exception applies where the debts are precisely identified and the debtor relies only on remission requests or similar counterarguments.

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