Partner liable in full for costs after GbR dissolution

BGH I ZR 170/09Bgh / Câmara Civil I24 de nov. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court rejected partner St.’s reminder against a cost assessment issued after the GbR’s non-admission complaint had been dismissed. It held that, following unsuccessful enforcement against the dissolved GbR, the partner could be charged with the full court costs as a joint and several debtor under § 29 No. 3 GKG. The cost officer acted within the discretion granted by § 8 Abs. 3 KostVfG in demanding the total amount from St. alone, especially because enforcement against the company had failed and collection from the other partner was doubtful. The court also held that St. had received an appealable cost notice.

Sumário Omnilex

§ 29 Nr. 3 GKG, § 8 Abs. 3 KostVfg; Haftung des Gesellschafters einer aufgelösten GbR für Verfahrenskosten. Der Gesellschafter haftet für Gerichtskosten der Gesellschaft als Gesamtschuldner; die Kostenforderung kann deshalb dem einzelnen Gesellschafter in voller Höhe auferlegt und gegen ihn geltend gemacht werden, ohne dass es auf die Inanspruchnahme weiterer Gesellschafter ankommt. Bei gesamtschuldnerischer Haftung steht dem Kostenbeamten ein pflichtgemäßes Ermessen zu, ob der Betrag von einem Schuldner ganz oder nach Köpfen angefordert wird. Ist die Beitreibung bei der Gesellschaft gescheitert und eine Inanspruchnahme anderer Gesellschafter zweifelhaft, ist die vollständige Anforderung beim einzelnen Gesellschafter ermessensfehlerfrei (consid. 2–3).

Texto completo

BGH — I ZR 170/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-11-24

Aktenzeichen: I ZR 170/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 8 Abs 3 KostVfg, § 29 Nr 3 GKG

Vorinstanz: vorgehend BGH, 22. Juli 2010, Az: XXvorgehend OLG München, 24. September 2009, Az: 6 U 4085/08vorgehend LG München I, 26. Juni 2008, Az: 4 HKO 23415/07

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Haftung eines Gesellschafters für Verfahrenskosten nach Auflösung der GbR

Tenor

Die Erinnerung gegen den Kostenansatz des Bundesgerichtshofs vom 17. Mai 2011 - Kostenrechnung mit dem Kassenzeichen 780011500244 - wird zurückgewiesen.

Gründe

1 I. Mit Beschluss vom 22. Juli 2010 hat der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, zurückgewiesen und ihr die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt. Nachdem das Beitreibungsverfahren gegen die Beklagte aufgrund ihrer Auflösung erfolglos geblieben war und ihre Gesellschafterin Frau K. ihr Gewerbe bereits am 30. September 2008 abgemeldet hatte, sind die Gerichtskosten von dem anderen Gesellschafter der Beklagten, dem weiteren Beteiligten St., erhoben worden.

2 Mit seiner Eingabe vom 2. Oktober 2011 wendet sich der weitere Beteiligte gegen diese Kostenrechnung mit der Begründung, als Gesellschafter dürfe er nicht ohne weiteres, jedenfalls aber nur anteilig neben der weiteren Gesellschafterin Frau K., auf Zahlung der Gerichtskosten in Anspruch genommen werden. Auch habe er persönlich kein rechtsmittelfähiges Schreiben erhalten.

3 II. Die Eingabe vom 2. Oktober 2011 ist als Erinnerung gegen den Kostenansatz auszulegen. Über die Erinnerung hat nach § 66 Abs. 1 Satz 1 GKG in Verbindung mit § 139 Abs. 1 GVG der Senat zu entscheiden (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Januar 2005 - V ZR 218/04, NJW-RR 2005, 584; BGH, Beschluss vom 17. August 2010 - I ZB 7/10, juris Rn. 2).

4 III. Die Erinnerung hat keinen Erfolg.

5 1. Die angesetzte Gebühr nach Nr. 1242 des Kostenverzeichnisses (Anlage 1 zum GKG) ist in der angegebenen Höhe von 912 € angefallen, weil die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten zurückgewiesen worden ist.

6 2. Für die Kostenforderung gegen die Beklagte haftet der weitere Beteiligte als Gesellschafter wie ein Gesamtschuldner neben möglichen weiteren Gesellschaftern (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2001 - II ZR 331/00, BGHZ 146, 341, 358), so dass die gesamte Forderung gemäß § 29 Nr. 3 GKG von ihm erhoben werden kann. Insoweit ist unerheblich, ob Frau K. neben dem weiteren Beteiligten haftet.

7 3. Ungeachtet der Frage, ob sich Dritte wie der weitere Beteiligte überhaupt auf Regelungen der Kostenverfügung berufen können, liegt jedenfalls kein Ermessensfehler des Kostenbeamten vor. Nach § 8 Abs. 3 KostVfG bestimmt der Kostenbeamte in Fällen der gesamtschuldnerischen Haftung nach pflichtgemäßem Ermessen, ob der geforderte Betrag von einem Kostenschuldner ganz oder nach Kopfteilen angefordert werden soll. Die Beitreibung bei der Beklagten ist fehlgeschlagen und aussichtslos. Eine Haftung von Frau K., die ihr Gewerbe zum 30. September 2008 abgemeldet hat, für die Kosten der am 4. November 2009 eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde ist zumindest zweifelhaft. Unter diesen Umständen entsprach es pflichtgemäßem Ermessen, die Kosten insgesamt von dem weiteren Beteiligten anzufordern.

8 4. Entgegen seiner Rüge hat der weitere Beteiligte mit der Kostenrechnung vom 17. Mai 2011 ein rechtsmittelfähiges Schreiben erhalten.

9 IV. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei, § 66 Abs. 8 GKG.

Bornkamm Pokrant Büscher

Kirchhoff Koch

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the input of 2 October 2011 had to be treated as a reminder against the cost assessment and was within the Senate’s competence.

Decisão extraída

The filing was construed as a reminder, and the Senate was competent to decide it under the GKG and GVG provisions cited.

Fundamentação extraída

The court interpreted the submission according to its content and relied on the statutory allocation of competence for reminders against cost assessments.

Questão jurídica principal

Whether the partner of a dissolved GbR could be charged for the full court costs rather than only pro rata.

Decisão extraída

Yes. As a partner, he is liable for the costs as a joint and several debtor alongside any other partners, so the entire claim may be collected from him.

Fundamentação extraída

Under § 29 No. 3 GKG, the cost claim against the GbR can be enforced against a partner in full; whether another partner also remains liable is irrelevant.

Questão jurídica principal

Whether the cost officer committed a discretionary error by claiming the entire amount from St. alone.

Decisão extraída

No discretionary error existed. Given the failed and futile enforcement against the GbR and the doubtful enforceability against the other partner, charging St. for the full amount was proper.

Fundamentação extraída

§ 8(3) KostVfg leaves discretion whether to demand the amount from one joint debtor in full or by shares; the circumstances justified full collection from St.

Questão jurídica principal

Whether St. had received a legally appealable cost invoice.

Decisão extraída

He had received such a legally appealable document.

Fundamentação extraída

The court rejected the objection that no appealable notice had been served.

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