Offsetting pre-litigation attorney fee against procedural fee

BGH I ZB 29/10Bgh / Câmara Civil I28 de set. de 2011Modified

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Resumo Omnilex

The defendant successfully challenged the cost taxation after a partial victory in a competition dispute over model helicopters. The Federal Court held that the procedural fee incurred by the defendant's lawyers before the Regional Court had to be taken into account in full and was not to be reduced by a half offset of the prior business fee. The Federal Court therefore set aside the appellate court's decision, amended the cost-fixing order, and set the reimbursable costs at EUR 1,684.01 plus interest. The plaintiff must bear the costs of the appellate proceedings.

Sumário Omnilex

§ 15a RVG; Vorbem. 3 Abs. 4 RVG-VV; Nr. 2300, Nr. 3100 RVG-VV; cost taxation of attorney fees: the procedural fee incurred in the litigation is to be allowed in full. The prior out-of-court business fee does not justify a half reduction of the procedural fee in cost-fixing proceedings. A contrary treatment cannot be maintained by reference to the transitional regime, as clarified by the Federal Court's later case law (consid. 2).

Texto completo

BGH — I ZB 29/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-28

Aktenzeichen: I ZB 29/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 15a RVG, Vorbem 3 Abs 4 RVG-VV, Nr 2300 RVG-VV, Nr 3100 RVG-VV

Vorinstanz: vorgehend Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, 19. Januar 2010, Az: 4 W 6/10vorgehend LG Hamburg, 16. Dezember 2009, Az: 327 O 807/08

Spruchkörper: 1. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltsgebühr: Anrechnung der vorgerichtlichen Geschäftsgebühr auf die Verfahrensgebühr

Tenor

Auf die Rechtsbeschwerde der Beklagten wird der Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg, 4. Zivilsenat, vom 19. Januar 2010 aufgehoben.

Auf die Beschwerde des Beklagten wird der Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts Hamburg, Zivilkammer 27, vom 16. Dezember 2009 abgeändert.

Die aufgrund des Urteils des Landgerichts Hamburg vom 23. Juli 2009 von der Beklagten an den Kläger zu erstattenden Kosten werden auf 1.684,01 € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit 3. September 2009 festgesetzt.

Der Kläger trägt die Kosten der Rechtsmittelverfahren.

Gegenstandswert: 352,04 €.

Gründe

1 I. Der Kläger hat die Beklagte im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Modellhubschraubern wettbewerbsrechtlich in Anspruch genommen. Die Klage war teilweise erfolgreich, so dass das Landgericht dem Kläger 2/5 und der Beklagten 3/5 der Kosten des Rechtsstreits auferlegt hat.

2 Im Kostenfestsetzungsverfahren hat das Landgericht die vorprozessual entstandene Geschäftsgebühr der Prozessbevollmächtigten der Beklagten auf die von ihr geltend gemachte Verfahrensgebühr hälftig angerechnet und den weitergehenden Antrag der Beklagten zurückgewiesen.

3 Das Oberlandesgericht hat die gegen die Kürzung der Verfahrensgebühr gerichtete sofortige Beschwerde der Beklagten zurückgewiesen. Mit ihrer zugelassenen Rechtsbeschwerde verfolgt die Beklagte ihren Antrag auf vollständige Berücksichtigung der Verfahrensgebühr weiter.

4 II. Die gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Rechtsbeschwerde hat in der Sache Erfolg.

5 1. Das Beschwerdegericht hat zur Begründung seiner Entscheidung ausgeführt:

6 Das Landgericht habe die vorgerichtlich entstandene Geschäftsgebühr zu Recht anteilig auf die Verfahrensgebühr angerechnet. Der am 5. August 2009 in Kraft getretene § 15a Abs. 2 RVG stehe nicht entgegen. Diese Bestimmung sei aufgrund der Übergangsvorschrift des § 60 Abs. 1 RVG im Streitfall nicht anwendbar.

7 2. Diese Beurteilung hält der rechtlichen Nachprüfung nicht stand. Wie der beschließende Senat zeitlich nach Erlass des angefochtenen Beschlusses in Einklang mit der Rechtsprechung der übrigen mit dieser Frage befassten Senate des Bundesgerichtshofs entschieden hat, ist die Verfahrensgebühr nach Nr. 3100 RVG VV, die durch die Tätigkeit der Prozessbevollmächtigten der Beklagten im Verfahren vor dem Landgericht entstanden ist, bei der Kostenfestsetzung in voller Höhe in Ansatz zu bringen. Sie ist nicht aufgrund der Regelung in der Vorbemerkung 3 Abs. 4 RVG VV über die hälftige Anrechnung der wegen desselben Gegenstands entstandenen Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 RVG VV zu kürzen (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Februar 2011 - I ZB 47/10, GRUR-RR 2011, 232; Beschluss vom 7. Februar 2011 - I ZB 96/09, juris; Beschluss vom 28. April 2011 - I ZB 68/08, juris).

Bornkamm Büscher Schaffert

Kirchhoff Löffler

Palavras-chave

attorney feescost taxationoffsetprocedural feebusiness feecompetition lawappeal

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Questão jurídica principal

Whether the pre-litigation business fee had to be offset against the defendant's procedural fee in the cost taxation proceedings.

Decisão extraída

The procedural fee had to be taken into account in full; the pre-litigation business fee was not to be deducted by half in the cost taxation.

Fundamentação extraída

The court held that the procedural fee under No. 3100 RVG-VV is to be included in full. The half-offset rule in the commentary provision does not reduce the fee in the present cost-fixing context, and the lower court's reliance on § 15a Abs. 2 RVG was not decisive for the result.

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