Non-admission complaint dismissed; no divergence or fundamental issue shown

BVerwG 4 B 7/11Bverwg / Divisão 421 de jul. de 2011Dismissed

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The Federal Administrative Court dismissed the plaintiffs' complaint against the denial of leave to appeal by the Lower Saxony Higher Administrative Court. It held that the asserted fundamental-question complaint concerning the retroactive effectiveness of a zoning plan was insufficiently substantiated and that the retroactive cure of formal or procedural defects does not alter the plan's substance. The alternative divergence complaint also failed because the plaintiffs did not identify a conflicting legal principle in the challenged judgment. Costs were imposed on the plaintiffs jointly and severally, and the dispute value was set at EUR 104,400.

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1, 2, 3 VwGO; Anforderungen an die Nichtzulassungsbeschwerde: Eine Grundsatzrüge ist nur schlüssig, wenn eine entscheidungserhebliche, klärungsbedürftige Rechtsfrage bezeichnet und tragfähig begründet wird; bloße Kritik an der Rechtsanwendung oder am Ergebnis genügt nicht. Eine Divergenzrüge setzt die Gegenüberstellung eines tragenden, abweichenden abstrakten Rechtssatzes aus der angegriffenen Entscheidung und aus der Rechtsprechung des Revisionsgerichts voraus. Die rückwirkende Inkraftsetzung eines Bebauungsplans im Wege der Fehlerheilung bewirkt keine materielle Planänderung, sondern ersetzt den formell fehlerhaften durch einen inhaltsgleichen wirksamen Plan (vgl. consid. 5).

Texto completo

BVerwG — 4 B 7/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-07-21

Aktenzeichen: 4 B 7/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 132 Abs 2 VwGO

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde

Tenor

Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 24. November 2010 wird zurückgewiesen.

Die Kläger tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens als Gesamtschuldner.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 104 400 € festgesetzt.

Gründe

1 Die auf § 132 Abs. 2 Nr. 1 und 3 VwGO sowie vorsorglich auf § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO gestützte Beschwerde der Kläger hat keinen Erfolg.

2 1. Soweit die Kläger Rügen vortragen, die sie wortgleich in dem Parallelverfahren BVerwG 4 BN 10.11 erhoben haben, wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Beschluss vom heutigen Tage in jenem Verfahren verwiesen.

3 2. Auch soweit die Kläger Rügen im Zusammenhang mit der Behandlung ihrer Hilfsanträge erheben, bleibt die Beschwerde erfolglos.

4 2.1 Die auf den Hilfsantrag Nr. 4 bezogene Grundsatzrüge, mit der die Kläger geltend machen, ein nicht wirksam gemachter Bebauungsplan sei bis zu seiner wirksamen Bekanntmachung unerheblich (Beschwerdebegründung S. 11), genügt nicht den Darlegungsanforderungen gemäß § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO.

5 Die Kläger beschränken sich darauf, die Auffassung des Oberverwaltungsgerichts, aus der Rückwirkung der Neubekanntmachung folge gerade, dass retrospektiv eine Pflicht, die Bauvoranfrage nach den Maßstäben des § 34 BauGB positiv zu bescheiden, nicht bestanden habe, als unzutreffend anzugreifen, weil sie meinen, sie sei mit Denkgesetzen nicht vereinbar. Sie scheinen indes die vom Oberverwaltungsgericht in Bezug genommene Rechtsprechung des Senats misszuverstehen. Mit der rückwirkenden Inkraftsetzung tritt der Bebauungsplan zu dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem er ursprünglich hätte in Kraft treten sollen. Damit wird dem Willen der Gemeinde im Zeitpunkt der Beschlussfassung über den Bebauungsplan Rechnung getragen. Die Rückwirkung nach Beseitigung von Form- oder Verfahrensfehlern bewirkt keine materielle Änderung des Bebauungsplans (Urteil vom 10. August 2000 - BVerwG 4 CN 2.99 - Buchholz 406.11 § 215a BauGB Nr. 7 S. 20 f.; Beschluss vom 16. Juni 2010 - BVerwG 4 BN 67.09 - BauR 2010, 1894 Rn. 8; vgl. auch Beschluss vom 20. September 2007 - BVerwG 4 BN 20.07 - BRS 71 Nr. 47). Bedient sich die Gemeinde des Mittels der Rückwirkungsanordnung zur Heilung von Form- oder Verfahrensfehlern, so stellt sie die Weichen für die städtebauliche Ordnung nicht im Nachhinein anders, sondern sie ersetzt lediglich einen formell fehlerhaften durch einen inhaltsgleichen fehlerfreien Plan mit der Folge, dass dieser Plan ab dem Zeitpunkt des ersten (scheinbaren) Inkrafttretens entgegenstehende Vorhaben ausschließt (Beschluss vom 1. Juni 2011 - BVerwG 4 B 2.11 - juris Rn. 5).

6 2.2 Die - vorsorglich - auf die Hilfsanträge Nr. 2 und 3 bezogene Divergenzrüge scheitert daran, dass die Kläger lediglich Rechtssätze aus der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts auflisten (Beschwerdebegründung S. 12), aber davon absehen, einen Rechtssatzwiderspruch durch Gegenüberstellung von Rechtssätzen aus dem angegriffenen Urteil aufzuzeigen.

7 Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2, § 159 Satz 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 GKG.

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the non-admission complaint raised a properly substantiated fundamental-question objection regarding retroactive effectiveness of a renewed zoning plan.

Decisão extraída

No. The complaint did not meet the substantiation requirements; the court saw no error in the lower court's view that retroactive entry into force cures formal or procedural defects without changing the plan's substance.

Fundamentação extraída

The plaintiffs only attacked the lower court's assessment as logically inconsistent. The court explained that retroactive effectiveness makes the plan effective at the originally intended time and merely replaces a formally defective plan with an identical valid one.

Questão jurídica principal

Whether the complaint properly alleged a divergence for the auxiliary requests 2 and 3.

Decisão extraída

No. The plaintiffs merely listed abstract legal propositions from prior Federal Administrative Court case law and failed to identify a conflicting legal proposition in the challenged judgment.

Fundamentação extraída

A divergence complaint requires juxtaposing conflicting legal principles from the higher court's case law and the contested decision; this was not done.

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