Heir’s insolvency defense despite quota legacy

BGH IV ZR 228/08Bgh / Câmara Civil IV9 de fev. de 2011Dismissed

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Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s complaint against the denial of leave to appeal. It held that a quota legacy does not in itself bar the heir from raising the insufficiency-of-estate defense. Although the court noted that the appellate court used an incorrect valuation date for assessing the estate’s insufficiency, this error did not affect the result because there was no indication that the estate had increased in value by the decisive time; rather, the real property had lost value. Costs of the complaint proceedings were imposed on the defendant.

Sumário Omnilex

§§ 1990, 1992 BGB; Dürftigkeitseinrede des Erben trotz Quotenvermächtnisses; maßgeblicher Bewertungszeitpunkt für die Frage der Nachlassdürftigkeit. Ein Quotenvermächtnis steht der Dürftigkeitseinrede nicht von vornherein entgegen, wenn aus der letztwilligen Verfügung folgt, dass Anfall und Fälligkeit des Vermächtnisses zeitlich auseinanderfallen und deshalb für die Haftung des Nachlasses unterschiedliche Bewertungszeitpunkte erheblich sein können. Stellt das Berufungsgericht auf einen unrichtigen Bewertungszeitpunkt ab, bleibt der Rechtsfehler ausnahmsweise folgenlos, wenn sich bei Zugrundelegung des allein maßgeblichen Zeitpunkts keine Wertsteigerung des Nachlasses ergeben hätte (vgl. auch die Erwägungen zu § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO und § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO).

Texto completo

BGH — IV ZR 228/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-02-09

Aktenzeichen: IV ZR 228/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 1990 BGB, § 1992 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 9. Oktober 2008, Az: 19 U 62/08, Urteilvorgehend LG Tübingen, 11. April 2008, Az: 3 O 89/07, Urteil

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Erbenhaftung: Dürftigkeitseinrede des Erben bei Quotenvermächtnis

Tenor

Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 19. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 9. Oktober 2008 wird zurückgewiesen. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Anders als der Beschwerdeführer meint, steht die Tatsache, dass der Beklagte durch ein Quotenvermächtnis bedacht ist, der Dürftigkeitseinrede nicht entgegen. Denn schon in dem zugrunde liegenden Erbvertrag ist bestimmt, dass das Vermächtnis mit dem Tod des erstversterbenden Elternteils der früheren Ehefrau des Beklagten anfallen, jedoch erst nach dem Tode des anderen Elternteils fällig werden sollte. Damit ergibt bereits diese Verfügung, dass hier für den haftenden Nachlass unterschiedliche Bewertungszeitpunkte bedeutsam werden können. Soweit das Berufungsgericht allerdings für die Frage der Dürftigkeit des Nachlasses auf den Zeitpunkt des Todes der Schwiegermutter des Beklagten abgestellt hat, steht die im Widerspruch zur Senatsentscheidung vom 10. November 1982 (IVa ZR 29/81, BGHZ 85, 274, 280). Der Rechtsfehler wirkt sich im Ergebnis indes nicht aus, weil nichts dafür ersichtlich ist, dass sich der Wert des Nachlasses bis zum allein maßgeblichen Tag der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht erhöht hätte. Unstreitig hat stattdessen insbesondere der Wert des zum Nachlass gehörenden bebauten Grundeigentums fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Von einer weiteren Begründung wird im Übrigen gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Der Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 209.385,01 €

Dr. Kessal-Wulf Wendt Felsch

Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski

Palavras-chave

inheritance liabilityinsolvency defenselegacyvaluation dateestate sufficiencynon-admission complaintcosts

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Questão jurídica principal

Whether a quota legacy prevents the heir from raising the insolvency defense under §§ 1990, 1992 BGB.

Decisão extraída

No. The quota legacy did not preclude the heir from invoking the defense of insufficiency of the estate.

Fundamentação extraída

The underlying inheritance contract showed that the legacy vested on the first death but became due only after the second death, so different valuation dates for the burdened estate could matter. The appellate court erred in focusing on the date of the mother-in-law’s death, but the error was harmless because the estate value had not increased by the decisive time of the last oral hearing; instead, the real property value had fallen substantially.

Questão jurídica principal

Whether the complaint justified admission of the revision under § 543(2) ZPO.

Decisão extraída

No. The case raised neither a matter of fundamental importance nor a need for development of the law or uniformity of case law.

Fundamentação extraída

The requirements for admitting revision were not met.

Questão jurídica principal

Allocation of costs of the complaint proceedings.

Decisão extraída

The defendant had to bear the costs of the complaint proceedings.

Fundamentação extraída

The unsuccessful complainant bears the costs under § 97(1) ZPO.

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