Drug trafficking: exchange of poor-quality narcotics creates concurrence

BGH 4 StR 689/10Bgh / Criminal Chamber 425 de jan. de 2011Modified

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Court of Justice partially upheld the defendant’s revision against a Saarbrücken conviction for narcotics trafficking. It held that the return of poor-quality cocaine and its replacement by larger quantities for an additional payment were steps in the execution of one drug deal, so the three adjudicated acts were in concurrence rather than multiple separate offenses. The court corrected the conviction accordingly, removed the three separate sentences, but kept the overall punishment at three years’ imprisonment. The remainder of the revision was dismissed, and the defendant was ordered to bear the costs of the remedy.

Sumário Omnilex

§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG; § 52 Abs. 1 StGB; concurrence in narcotics trafficking when defective resale goods are exchanged: If a quantity of drugs acquired for onward sale is replaced because its quality is deficient, the return of the defective substance and the delivery of substitute goods are directed to the execution of one and the same narcotics transaction. This applies equally where the exchange is effected by increasing the delivery quantity against an additional payment. In such a constellation, the related dealings form one act in concurrence; a correction of concurrence normally does not alter the degree of wrongfulness or guilt and may leave the sentence unchanged (consid. 2-6).

Texto completo

BGH — 4 StR 689/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-01-25

Aktenzeichen: 4 StR 689/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29a Abs 1 Nr 2 BtMG, § 52 Abs 1 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Saarbrücken, 6. Oktober 2010, Az: 4 KLs 29/10, Urteil

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln: Tateinheit bei Umtausch des zum Weiterverkauf erworbenen Rauschgifts wegen Minderwertigkeit

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 6. Oktober 2010 dahin abgeändert, dass der Angeklagte wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei tateinheitlich zusammentreffenden Fällen zu der Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt wird.

  2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.

  3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten "wegen drei tatmehrheitlich begangenen Fällen des unerlaubten gemeinschaftlichen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" zu der Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Hiergegen wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Verletzung materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Nach den Feststellungen verkaufte der Angeklagte 200 Gramm Kokain zu einem Preis von 9.000 Euro gewinnbringend an seinen Abnehmer. Auf dessen Reklamation wegen der "minderwertigen Qualität" nahm er 170 Gramm Kokain zurück und lieferte "im Gegenzug" gegen Zahlung weiterer 4.500 Euro 300 Gramm Kokain. Auf die erneute Beschwerde des Abnehmers nahm er die Gesamtmenge zurück und lieferte gegen Zahlung eines erneuten Aufpreises von 4.500 Euro 500 Gramm Kokain. Gemäß der Vereinbarung mit seinem Lieferanten erhielt der Angeklagte einen Gewinnanteil in Höhe von 2.500 Euro.

3 2. Der Schuldspruch wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen hält der rechtlichen Nachprüfung nicht stand. Wird eine zum Weiterverkauf erworbene Rauschgiftmenge in eine andere Menge umgetauscht, weil etwa - wie hier - die gelieferte Qualität nicht den Erwartungen entspricht, so sind auch die Bemühungen um die Rückgabe der mangelhaften und die Nachlieferung einer mangelfreien Ware auf die Abwicklung ein- und desselben Rauschgiftgeschäftes gerichtet (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 1. Oktober 1997 – 2 StR 520/96, BGHSt 43, 252, 259; BGH, Beschlüsse vom 22. Januar 2004 - 1 StR 538/03, NStZ 2005, 232, vom 24. Oktober 2006 – 3 StR 388/06, StV 2007, 83, vom 23. September 2009 - 2 StR 325/09, NStZ-RR 2010, 24, und vom 30. September 2009 - 2 StR 323/09, NStZ-RR 2010, 26). Dies gilt auch, wenn - wie hier - der Umtausch in der Weise vollzogen wird, dass die Liefermenge gegen einen Aufpreis erhöht wird. Denn auch in diesem Fall betrifft zumindest die Vereinbarung des Umtausches beide Rauschgiftmengen (BGH, Urteil vom 1. Oktober 1997 – 2 StR 520/96, BGHSt 43, 252, 259). Zwischen den drei abgeurteilten Taten des Angeklagten besteht daher hier Tateinheit (vgl. BGH, Beschluss vom 11. September 1981 – 2 StR 489/81, StV 1982, 23).

4 3. Der Senat hat den Schuldspruch dementsprechend selbst geändert (§ 354 Abs. 1 StPO entsprechend); der geständige Angeklagte hätte sich nicht wirksamer als geschehen verteidigen können (§ 265 StPO). Ferner war der Schuldspruch insoweit zu berichtigen, als die mittäterschaftliche Begehungsweise im Tenor nicht aufzuführen ist (vgl. Meyer-Goßner, StPO, 53. Aufl., § 260 Rn. 24 m.w.N.).

5 4. Die Schuldspruchänderung führt zum Wegfall der vom Landgericht verhängten drei Einzelstrafen.

6 Angesichts des Unrechts- und Schuldgehalts der Tat trägt der Senat keine Bedenken, an die Stelle der Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren eine gleich hohe Freiheitsstrafe zu setzen. Die zutreffende Bestimmung der Konkurrenzen führt zu keiner Veränderung des Unrechts- und Schuldumfangs. Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass eine "Konkurrenzkorrektur" in aller Regel keine Verringerung des verwirklichten Tatunrechts bedeutet (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Januar 1997 - 2 StR 566/96, NStZ 1997, 233, vom 14. April 1999 - 1 StR 678/98, NStZ 1999, 513, 514, jew. m.w.N.; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 1. März 2004 - 2 BvR 2251/03); so verhält es sich auch hier.

7 Für einen Teilfreispruch ist kein Raum (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Juni 2008 - 3 StR 163/08).

Ernemann Roggenbuck Cierniak

Mutzbauer Bender

Palavras-chave

narcotics traffickingconcurrencerevisionsentence correctiondrug exchangecocaineappeal costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the three drug transactions constituted multiple distinct offenses or one concurrent offense.

Decisão extraída

The exchange of narcotics because of poor quality served the execution of one and the same drug deal; the three counts therefore stood in concurrence.

Fundamentação extraída

Where a quantity bought for resale is exchanged for another quantity because the delivered quality is unsatisfactory, efforts to return the defective drugs and obtain substitute drugs relate to the settlement of a single drug transaction. This also applies when the exchange is implemented by increasing the delivery quantity against an extra payment.

Questão jurídica principal

Whether the sentence had to be reduced after correcting the concurrence assessment.

Decisão extraída

No reduction was required; the corrected concurrence did not change the extent of unlawfulness or culpability, so a three-year prison sentence remained appropriate.

Fundamentação extraída

A correction of concurrence generally does not reduce the realized wrongfulness of the conduct. Given the degree of unlawfulness and guilt, the court could replace the former aggregate sentence with an equally high prison term.

Questão jurídica principal

Whether a partial acquittal or further relief was warranted.

Decisão extraída

There was no room for a partial acquittal beyond the conviction as modified.

Fundamentação extraída

The record did not justify excluding any part of the conduct from conviction.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.