Opposition withdrawal did not justify declaring prior decision ineffective

BPatG 30 W (pat) 91/09Tribunal Federal de Patentes / Division 3012 de ago. de 2010Inadmissible

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Resumo Omnilex

The opponent had appealed against a patent office decision rejecting its oppositions to trade mark registration no. 305 73 578. After withdrawing the oppositions, it asked the Federal Patent Court to declare the office decision ineffective. The court held that the analogy to § 269(4) ZPO used for successful oppositions does not apply where the opposition was already rejected, because no false legal appearance or comparable uncertainty can arise. The request was therefore inadmissible.

Sumário Omnilex

§ 269 Abs. 3, 4 ZPO analog in mark opposition proceedings after withdrawal of opposition; a declaratory finding of ineffectiveness of the first-instance decision is only justified where a successful opposition is withdrawn and legal uncertainty would otherwise persist. If the opposition had already been rejected and is withdrawn only in the appeal instance, there is no comparable false legal appearance or need for declaratory relief; the request is inadmissible (consid. 4-7).

Texto completo

BPatG — 30 W (pat) 91/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-08-12

Aktenzeichen: 30 W (pat) 91/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 82 Abs 1 MarkenG, § 269 Abs 3 S 1 ZPO, § 269 Abs 4 ZPO

Spruchkörper: 30. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren – "Antrag auf Ausspruch der Wirkungslosigkeit des Amtsbeschlusses nach Widerspruchsrücknahme im Beschwerdeverfahren" – Beschluss der Markenstelle wies Widersprüche zurück – kein falscher Rechtsschein – Unzulässigkeit des Antrags

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die angegriffene Marke 305 73 578

hat der 30. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 12. August 2010 durch die Richterin Winter als Vorsitzende, den Richter Paetzold und die Richterin Hartlieb

beschlossen:

Der Antrag der Widersprechenden, die Wirkungslosigkeit des Beschlusses der Markenstelle für Klasse 9 des Deutschen Patent- und Markenamts vom 26. Mai 2009 auszusprechen, wird als unzulässig verworfen.

Gründe

I.

1 Durch Beschluss der Markenstelle für Klasse 9 des Deutschen Patent- und Markenamts vom 26. Mai 2009 sind die von der Widersprechenden gegen die Eintragung der Marke 305 73 578 eingelegten Widersprüche zurückgewiesen worden. In dem dagegen gerichteten Beschwerdeverfahren hat die Widersprechende mit Schriftsatz vom 21. Juni 2010 die Rücknahme der Widersprüche erklärt und beantragt, die Wirkungslosigkeit des Beschlusses 26. Mai 2009 auszusprechen.

2 Mit Zwischenbescheid vom 28. Juni 2010 ist der Widersprechenden mitgeteilt worden, dass nach Auffassung des Senats in Fällen der vorliegenden Art eine entsprechende Heranziehung von § 269 Abs. 4 ZPO i. V. m. § 269 Abs. 3 ZPO nicht gerechtfertigt sei. Die Antragstellerin hat den Antrag aufrechterhalten.

II.

3 Der Antrag, die Wirkungslosigkeit des Beschlusses 26. Mai 2009 auszusprechen, wird als unzulässig verworfen.

4 Durch die Rücknahme der Widersprüche ist ihrer Zurückweisung im angefochtenen Beschluss nachträglich zwar die verfahrensrechtliche Grundlage entzogen; das Widerspruchsverfahren ist damit beendet und es ergeht keine Entscheidung mehr in der Sache (vgl. BGH GRUR 1998, 818 - Puma). Daraus ergibt sich im vorliegenden Fall jedoch kein Feststellungsanspruch analog § 269 Abs. 4 ZPO i. V. m. § 269 Abs. 3 ZPO hinsichtlich der nicht rechtskräftig gewordenen vorangegangenen Entscheidung.

5 Die vom Bundesgerichtshof vorgenommene und von den Markenbeschwerdesenaten des Bundespatentgerichts in ständiger Praxis gehandhabte entsprechende Anwendung des § 269 Abs. 4 ZPO i. V. m. § 269 Abs. 3 ZPO auf markenrechtliche Widerspruchsverfahren nach Rücknahme des Widerspruchs betrifft den Ausspruch der Wirkungslosigkeit eines bereits zugunsten der Widersprechenden ergangenen Widerspruchsbeschlusses (vgl. Ströbele/Hacker MarkenG 9. Aufl. § 42 Rdn. 39 m. w. N.).

6 Sind aber - wie hier - die Widersprüche durch den angefochtenen Beschluss zurückgewiesen worden, und werden sie im Beschwerdeverfahren zurückgenommen, kann in diesem Fall eine Rechtsunsicherheit bzw. eine Rechtsunklarheit oder gar ein falscher Rechtsschein über das Bestehen bzw. die Löschung einer eingetragenen Marke - anders als bei der Rücknahme eines zunächst erfolgreichen Widerspruchs - von vornherein nicht auftreten.

7 Für eine Ausdehnung der entsprechenden Anwendung des § 269 Abs. 4 ZPO i. V. m. § 269 Abs 3 ZPO auf diese Fälle sieht der Senat keine Grundlage.

Palavras-chave

opposition proceedingstrade markwithdrawaladmissibilitydeclaratory reliefanalogylegal uncertaintyfalse appearance

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Questão jurídica principal

Whether a request to declare the first-instance opposition decision ineffective is admissible after withdrawal of an opposition that had already been rejected.

Decisão extraída

No. Withdrawal of the opposition ends the proceedings, but in this constellation there is no basis for a declaratory request by analogy to § 269(4) ZPO in conjunction with § 269(3) ZPO.

Fundamentação extraída

The analogy accepted in opposition proceedings concerns cases where a previously successful opposition decision becomes ineffective after withdrawal, avoiding uncertainty about the status of the trade mark. Where the opposition was already rejected and only then withdrawn on appeal, no comparable legal uncertainty or false appearance exists.

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