Tax advisor's duty to warn during tax audit

BGH IX ZR 105/08Bgh / Civil Chamber 918 de mar. de 2010Dismissed

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Resumo

The Federal Court of Justice rejected the defendant’s complaint against denial of leave to appeal. It held that the Court of Appeal had correctly defined a tax adviser’s duty to warn during a tax audit: the adviser had to provide the client with the concrete advice needed for the decision whether to object to tax assessments, unless the client clearly waived advice after proper instruction. The alleged client instruction not to proceed was therefore irrelevant. Any possible error regarding the presumption of causation was at most non-revisional and in any event immaterial because the Court of Appeal independently found causation under § 287 ZPO. Costs were imposed on the defendant.

Regest

§ 675 BGB, § 543 ZPO, § 544 ZPO; duty of a tax adviser to warn and scope of non-admission complaint: the adviser’s duty to advise is determined by the specific mandate and extends to the concrete guidance required for the client’s decision in the actual situation. The client need not be given a complete legal analysis, but only the decision-relevant information. A waiver of advice or instruction contrary to filing an objection is effective only if the client clearly indicates that advice is unnecessary and has been properly informed; the burden of proof lies with the adviser. Errors in the application of the presumption of causation are generally not revisional when they amount only to a subsumption error and are immaterial if the court has independently formed conviction on causation under § 287 ZPO.

Texto completo

BGH — IX ZR 105/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-03-18

Aktenzeichen: IX ZR 105/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 675 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 15. Mai 2008, Az: 8 U 32/07, Urteilvorgehend LG Köln, 9. August 2007, Az: 2 O 509/06, Urteil

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Steuerberatervertrag: Umfang der Beratungspflicht im Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 15. Mai 2008 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 28.562,16 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg, weil sie keinen Zulassungsgrund aufdeckt (§ 543 Abs. 2 ZPO).

2 1. Das Berufungsgericht hat den Umfang der Aufklärungspflicht des Steuerberaters unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Senats zutreffend beurteilt (vgl. BGH, Urt. v. 15. Juli 2004 - IX ZR 472/00, ZIP 2004, 2058, 2059). Durch die Entscheidung des Senats vom 1. März 2007 wurde klargestellt, dass dem Mandanten keine vollständige rechtliche Analyse, sondern die Hinweise zu vermitteln sind, deren er in seiner konkreten Situation als notwendige Entscheidungsgrundlage bedarf (BGHZ 171, 261, 264 Rn. 10). Weitergehende Anforderungen hat das Berufungsgericht nicht gestellt.

3 2. Der konkrete Umfang der Pflichten des rechtlichen Beraters richtet sich nach dem erteilten Mandat. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts war es Aufgabe des Beklagten, die Mandanten in die Betriebsprüfung zu begleiten und ergangene Steuerbescheide zu prüfen.

4 Von der dann erforderlichen umfassenden Beratung zur Möglichkeit des Einspruchs durfte der Beklagte nur absehen, soweit der Mandant eindeutig zu erkennen gegeben hatte, dass er des Rates nicht bedarf. Dies wäre nach ständiger Rechtsprechung vom Beklagten zu beweisen gewesen (BGH, Urt. v. 26. Oktober 2000 - IX ZR 289/99, ZIP 2001, 33, 34 m.w.N.). Eine mögliche Weisung des Mandanten, gegen die Steuerbescheide nicht vorzugehen, hätte nur nach ordnungsgemäßer Belehrung Bedeutung erlangen können. Hieran fehlt es.

5 3. Die Grundsätze des Anscheinsbeweises bei beratungsgerechtem Verhalten hat das Berufungsgericht zutreffend zugrunde gelegt. Sollte es sich bei der Anwendung geirrt haben, läge allenfalls ein Subsumtionsfehler vor, der nicht zulassungsrelevant wäre. Er wäre zudem nicht entscheidungserheblich, weil sich das Berufungsgericht gemäß § 287 ZPO unabhängig vom Anscheinsbeweis die erforderliche Überzeugung von der Kausalität verschafft hat.

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Palavras-chave

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