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BGH 5 StR 23/10 ΓÇó Revision rejected after plea agreement and ignored counsel-change request
BGH 5 StR 23/10Bgh / Criminal Chamber 524 de fev. de 2010Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the defendant’s revision against the Hamburg Regional Court judgment. It held that the complaint concerning the self-reading procedure was inadmissible for insufficient specification of the documents. The further complaint based on the unruled-on request to replace appointed counsel was also inadmissible and, in any event, unfounded: by concluding a plea agreement at trial with the participation of the existing court-appointed lawyer, the defendant had implicitly withdrawn the substitution request. The defendant was ordered to bear the costs of the remedy.
§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; § 257c Abs. 2 StPO; procedural complaint based on failure to rule on a request to replace appointed counsel after a plea agreement. A revision alleging a procedural defect must identify the factual basis and the relevant evidence or records with sufficient precision; otherwise it is inadmissible. If, after a pending request to change court-appointed counsel, the accused concludes a plea agreement in the main hearing with the sole participation of the existing counsel, this conduct constitutes a valid implicit withdrawal of the substitution request. In such a constellation, a later complaint based on the prior non-decision is unavailable and, at any rate, unfounded (consid. 2 and 3).
Entscheidungsdatum: 2010-02-24
Aktenzeichen: 5 StR 23/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 257c Abs 2 StPO
Vorinstanz: vorgehend LG Hamburg, 17. September 2009, Az: 619 KLs 9/09 - 6100 Js 71/09 - 2 Ss 4/10, Urteil
Spruchkörper: 5. Strafsenat
Strafverfahren: Revisionsrüge wegen Nichtverbescheidung des Antrags auf Pflichtverteidigerwechsel bei förmlicher Verständigung unter Mitwirkung des bisherigen Pflichtverteidigers
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 17. September 2009 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat zu den Verfahrensrügen 2 und 3:
Die Rüge, das Selbstleseverfahren sei unter Verstoß gegen § 249 Abs. 2, § 261 StPO durchgeführt worden, ist unzulässig (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Die Revision bezeichnet die Urkunden, die den Verfahrensmangel begründen sollen, nicht hinreichend.
Die Verfahrensrüge, die auf dem - nicht verbeschiedenen - vor Eröffnung des Hauptverfahrens gestellten Antrag des Angeklagten auf Auswechselung des Pflichtverteidigers aufbaut, ist nach den Maßstäben von BGHR StPO § 218 Ladung 6 und § 24 Revision 1 unzulässig. Der hier vorliegende Fall, in dem der Angeklagte nach beantragtem Pflichtverteidigerwechsel in dem Hauptverhandlungstermin vom 14. September 2009 unter ausschließlicher Mitwirkung des bisherigen Pflichtverteidigers eine Verständigung im Sinne des § 257c Abs. 2 StPO getroffen hat, und die Nichtverbescheidung seines Antrags aus dem Zwischenverfahren gleichwohl mit der Revision rügt, ist nicht anders zu behandeln als das Beharren auf einer Verletzung von § 218 Satz 1 StPO oder § 24 Abs. 1 StPO nach einer wirksamen Verständigung. Ob Rechtsprechung des 3. Strafsenats (StV 2009, 628, 629) dem entgegen stünde, bedarf keiner Vertiefung. Die Rüge ist nämlich auch unbegründet. Im Abschluss einer Verständigung unter Mitwirkung des allein tätig gewordenen Pflichtverteidigers liegt eine wirksame konkludente Rücknahme des Antrags auf Auswechselung des Pflichtverteidigers (vgl. BGHR StPO § 218 Ladung 6).
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