Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 7. Senat, 2025-07-22, 7 A 9/25

7 A 9/25Tribunal Administrativo / Division 722 de jul. de 2025

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Regest

1. Das Prioritätsprinzip vermittelt dem konkurrierenden Genehmigungsantragsteller eines Windenergievorhabens, auch wenn er noch nicht über eine Genehmigung und Bestandsanlage verfügt, bei hinreichender Verfestigung (Prüffähigkeit) seines eigenen Genehmigungsantrags eine geschützte subjektive Rechtsposition, die er dem zu Unrecht als vorrangig behandelten Vorhaben des Konkurrenten entgegenhalten kann.(Rn.27) 2. Zum nachträglichen Entfallen einer Vorrangstellung aufgrund einer wesentlichen Anlagenänderung (Typwechsel) im laufenden Genehmigungsverfahren, wenn erhebliche nachteilige Auswirkungen durch erhöhte Turbulenzen möglich sind.(Rn.41)

Texto completo

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 7. Senat — 7 A 9/25 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2025-07-22

Aktenzeichen: 7 A 9/25

ECLI: ECLI:DE:OVGBEBB:2025:0722.7A9.25.00

Dokumenttyp: Urteil

Normen: § 7 Abs 5 S 1 UmwRG, § 5 Abs 1 Nr 1 BImSchG, § 6 Abs 1 Nr 1 BImSchG, § 16 Abs 1 BImSchG, § 42 Abs 2 VwGO ... mehr

Leitsatz

  1. Das Prioritätsprinzip vermittelt dem konkurrierenden Genehmigungsantragsteller eines Windenergievorhabens, auch wenn er noch nicht über eine Genehmigung und Bestandsanlage verfügt, bei hinreichender Verfestigung (Prüffähigkeit) seines eigenen Genehmigungsantrags eine geschützte subjektive Rechtsposition, die er dem zu Unrecht als vorrangig behandelten Vorhaben des Konkurrenten entgegenhalten kann.(Rn.27)

  2. Zum nachträglichen Entfallen einer Vorrangstellung aufgrund einer wesentlichen Anlagenänderung (Typwechsel) im laufenden Genehmigungsverfahren, wenn erhebliche nachteilige Auswirkungen durch erhöhte Turbulenzen möglich sind.(Rn.41)

Orientierungssatz

  1. Vergleiche zu Leitsatz 1. OVG Weimar, Beschluss vom 8. März 2021 - 1 EO 439/20 -, juris Rn. 22 f.; OVG Koblenz, Beschluss vom 21. März 2014 - 8 B 10139/14.OVG -, BauR 2014, 1133 und juris Rn. 13 f.; OVG Greifswald, Beschluss vom 28. März 2008 - 3 M 188/07 -, BauR 2008, 1562 und juris Rn. 31 f.(Rn.27)

  2. Zwischen Anlagenplanungen liegt eine "echte" Konkurrenzsituation vor, wenn aufgrund der zu erwartenden Turbulenzeffekte entweder nur das eine oder das andere Vorhaben ohne (zusätzliche) Betriebseinschränkungen genehmigt werden kann (vgl. OVG Münster, Urteil vom 18. Dezember 2024 - 7 D 21/24.AK -, BauR 2025, 466 und juris Rn. 51 ff.).(Rn.37)

  3. Vergleiche zu Leitsatz 2. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 30. Januar 2025 - 7 A 41/24 -, juris Rn. 38; OVG Greifswald, Beschluss vom 9. April 2024 - 1 M 163/22 OVG -, NordÖR 2024, 403 und juris Rn. 32.(Rn.41)

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