Settlement dismissal and legal-aid counsel compensation

UV.2007.00442Tribunal de Seguros Sociais17 de set. de 2008Settled

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Resumo Omnilex

The insured person challenged the insurer’s refusal of accident benefits after 9 December 2006 and also sought a pension and integrity award. During the appeal, the parties concluded a settlement: the insurer agreed to pay sickness benefits at 50% for a limited period, the insured person withdrew the appeal, and both sides waived party-cost reimbursement. The court held that the settlement was acceptable and discontinued the case. It further held that the settlement did not prejudice the court treasury, so the legally aided lawyer had to be paid from public funds. The proceedings were declared free of charge, and counsel received CHF 2,027.70.

Sumário Omnilex

§ 34 GSVGer; § 28 GSVGer; § 89 Abs. 1 ZPO; settlement in social-insurance appeal proceedings; costs and compensation of legally aided counsel. Where the parties conclude a settlement that adequately reflects their interests and is compatible with the file and applicable law, the appeal proceedings are discontinued as settled. A settlement clause on party costs is not binding on the court only if it prejudices the court treasury. If no such prejudice exists, the unentgeltlich vertreten party's counsel is to be compensated from the court fund according to the reasonable recorded effort. The grant of legal aid does not exempt the losing party from possible cost consequences; however, in a settled case the court may declare the proceedings free of charge and award counsel fees from the treasury (consid. 1-2).

Texto completo

UV.2007.00442

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

I. Kammer

Ersatzrichterin Maurer Reiter als Referentin

Gerichtssekretärin Tanner Imfeld

Verfügung vom 18. September 2008

in Sachen

A.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Hans Stünzi

Stünzi Weber Ruzek Rechtsanwälte

Seestrasse 162a, Postfach,

gegen

Hotela Kranken- und Unfallkasse des SHV

Abteilung Unfall, Rechtsdienst

Rue de la Gare 18, Case postale 1251, 1820 Montreux

Beschwerdegegnerin

vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Michel Duc

DUC ELSIG & ASSOCIÉS

Avenue de la Gare 1, Postfach 489, 1001 Lausanne

1.

1.1 Mit Einspracheentscheid vom 12. September 2007 (Urk. 2) bestätigte die Hotela Kranken- und Unfallkasse des Schweizer Hotelier-Vereins (SHV) die Verfügung vom 27. Juni 2007 (Urk. 12/A6), mit welcher ein Anspruch auf Versicherungsleistungen für die Zeit ab dem 9. Dezember 2006 verneint worden war, da die ab diesem Zeitpunkt aufgetretenen Beschwerden nicht in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 20. Juni 2006 stünden. Dagegen liess A.___ am 12. Oktober 2007 Beschwerde erheben und in materieller Hinsicht beantragen, in Aufhebung des Entscheids sei die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ab 9. Dezember 2006 festzustellen und eine Rente gestützt auf Art. 18 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und eine Integritätsentschädigung gestützt auf Art. 24 ff. UVG zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). In formeller Hinsicht liess er unter anderem die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters beantragen (Urk. 1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2007 schloss die Hotela in materieller Hinsicht auf Beschwerdeabweisung. Eventualiter beantragte sie, es sei den Parteien Gelegenheit zu gewähren, den Gutachtern der B.___, wo der Beschwerdeführer am 19. Juli 2007 multidisziplinär begutachtet worden sei, Fragen zu stellen (Urk. 11 S. 2).

Der Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin zusätzlich auch im Rahmen einer kollektiven Krankentaggeldversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) versichert, welche Taggeldleistungen mit Verfügung vom 5. September 2007 per 14. September 2007 eingestellt hatte (vgl. Urk. 19/1/5, 19/2). Am 30. April 2008 zog das Sozialversicherungsgericht die die Arbeitsunfähigkeiten nach Dezember 2006 betreffenden, vollständigen Akten des Beschwerdeführers aus der kollektiven Taggeldversicherung nach KVG zum Verfahren bei (Verfügung vom 30. April 2008, Urk. 16). Am 14. Mai 2008 wurden diese Akten eingereicht und mit Eingaben vom 16. und 21. Juli 2008 vervollständigt (Urk. 18, 19/1-3, 20, 21, 22 und 23).

Mit Verfügung vom 30. Juli 2008 bestellte das Sozialversicherungsgericht dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Hans Stünzi als unentgeltlichen Rechtsvertreter und setzte ihm Frist zur Replik an (Urk. 25). Innert angesetzter Frist liess der Beschwerdeführer folgenden mit der Beschwerdegegnerin direkt geschlossenen Vergleich vom 15. September 2008 einreichen und um Abschreibung des Verfahrens ersuchen (Urk. 28, 29):

"Zur Abschreibung des Verfahrens UV.2007.00442 vor dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich schliessen die Parteien folgende Vereinbarung:

1. Die Beschwerdegegnerin bezahlt dem Beschwerdeführer vom 15. September 2007 bis 30. Juni 2008 ein Krankentaggeld auf der Basis von 50 %.

2. Der Beschwerdeführer zieht die Beschwerde im Verfahren UV.2007.00442 vor dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zurück. Auf Ersatz der Parteikosten wird gegenseitig verzichtet.

3. Der Beschwerdeführer zieht die Einsprache gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 5. September 2007 betreffend Krankentaggeld unter Hinweis auf die Regelung gemäss Ziffer 1. vorstehend zurück.

Die Beschwerdegegnerin übernimmt die Kosten der mit Brief vom 29. Juli 2008 zugesicherten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren betreffend Krankentaggeld."

1.2 Dieser Vergleich trägt den Interessen der Parteien angemessen Rechnung und steht im Einklang mit der Akten- und Rechtslage. Das Verfahren ist daher als durch Vergleich erledigt abzuschreiben.

2.

2.1 Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).

Der Umstand, dass der Beschwerde führenden, obsiegenden Person ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bewilligt ist, befreit die unterliegende Gegenpartei nicht von der Leistung einer Prozessentschädigung. Nach § 28 GSVGer in Verbindung mit § 89 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) wird bei einem Obsiegen der unentgeltlich vertretenen Partei die Prozessentschädigung dem Rechtsvertreter im Umfang seiner Bemühungen zugesprochen (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur Zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, § 89 Rz 1). Eine in einem Vergleich getroffene Vereinbarung der Parteien über die Prozessentschädigung ist für das Gericht nach § 28 GSVGer in Verbindung mit §§ 68 Abs. 1 und 2 und 65 Abs. 2 ZPO nicht verbindlich, wenn dadurch die Gerichtskasse benachteiligt wird. Dies trifft etwa dann zu, wenn eine im Armenrecht prozessierende, Beschwerde führende Partei auf Prozessentschädigung verzichtet, ohne dass hierfür materielle Gründe vorliegen (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., § 65 Rz 9 und § 68 Rz 15).

2.2 Von einer solchen Benachteiligung der Gerichtskasse mit der Vereinbarung vom 15. September 2008 ist nicht auszugehen. Der unentgeltliche Rechtsvertreter ist deshalb für die geltend gemachten Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der mit der Kostennote vom 16. September 2008 (vgl. Urk. 30 und 31) dargelegte Aufwand von 8,17 Stunden ist der Sache angemessen und die Entschädigung beläuft sich demnach auf Fr. 2'027.70 (8,17 x Fr. 200.-- = Fr. 1'634.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 250.50 = Fr. 1'884.50 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,6 %).

Die Referentin verfügt:

1. Der Prozess wird als durch Vergleich erledigt abgeschrieben.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Hans Stünzi, Horgen, wird mit Fr. 2'027.70.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 92 ZPO hingewiesen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwalt Hans Stünzi
    
  •  Rechtsanwalt Jean-Michel Duc
    
  •  Bundesamt für Gesundheit
    

sowie an:

  •  Gerichtskasse
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the appeal proceedings should be discontinued following the parties' settlement and withdrawal of the appeal.

Decisão extraída

The settlement was deemed appropriate and consistent with the case file and law; the proceedings were discontinued as settled.

Fundamentação extraída

The parties' agreement adequately reflected their interests and there was no reason to continue the dispute.

Questão jurídica principal

How costs should be allocated after settlement, including compensation of the appointed lawyer from the court fund.

Decisão extraída

The proceedings were declared free of charge, and the appointed counsel was compensated from the court treasury in the amount claimed as reasonable.

Fundamentação extraída

The party's status as legally aided did not bar compensation; the settlement did not prejudice the court fund, so the lawyer's fees had to be paid by the treasury.

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