Transfer of claim from Uster to Zurich due to appearance concerns

VV140008Tribunal Superior4 de set. de 2014Granted

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Resumo Omnilex

The Verwaltungskommission of the Zurich High Court decided on a request by the District Court of Uster to reassign a civil claim. The defendant was married to an administrative employee at the District Court of Uster. Because the judges and staff work closely together, the commission found that it would not be appropriate for Uster to hear the case, as this could create an outward appearance of insufficient independence. The claim and its exhibits were therefore transferred to the District Court of Zurich for further handling.

Sumário Omnilex

§ 117 GOG; transfer of a case to another court where replacement members are not suitable or where the court should not hear the matter for appearance reasons. If close working relationships within a court make it inappropriate to adjudicate a case involving a staff member’s spouse, the matter may be reassigned to a court of equal subject-matter and functional competence. The decisive criterion is not only actual bias, but also the external appearance of independence from the perspective of the parties and the public (consid. II.2).

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: VV140008-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef, Vizepräsident lic. iur. M. Burger, Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. Th. Meyer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Beschluss vom 4. September 2014

i n Sachen

A._____, Gesuchsteller

gegen

B._____, Gesuchsgegner

betreffend Umteilung Geschäft i.S. A._____ gegen B._____ (Einzelunterneh- mung ..., B._____, ...) betreffend Forderung

Erwägungen: I. 1. Mit Schreiben vom 4. Juli 2014 gelangte das Bezirksgericht Uster an die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Züri ch und ersuchte um Zuweisung der Klage von A._____ gegen B._____ an ein anderes Ge- ri cht des Kantons Züri ch (act. 1). Zur Begründung brachte es vor, beim Be- klagten handle es sich um den Ehemann der am Bezirksgericht Uster tätigen Verwaltungssekretärin C.. Es sei kaum möglich, ein solches Verfahren zu behandeln, ohne dass andere Mitarbeitende davon Kenntnis erlangten. Im Übrigen sei auch von der Befangenheit der Richter auszugehen, da zur Vermeidung von internen Problemen solche Verfahren besonders behandelt würden (act. 1). 2. Mit Verfügung vom 10. Juli 2014 wurden die Parteien zur allfälligen Stel- lungnahme eingeladen (act. 3). Am 15. Juli 2014 teilte A. der Verwal- tungskommission mit, dass er mit einer Umteilung des Verfahrens an ein anderes Bezirksgericht einverstanden sei (act. 4). B._____ liess sich innert Fri st ni cht vernehmen. 3. Zuständig zur Behandlung des vorliegenden Gesuchs um Umteilung ist die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich als unmittel- bare Aufsichtsbehörde über die ihm unterstellten Gerichte (§ 80 Abs. 1 lit. b GOG). II. 1. Kann ei n Geri cht infolge Ausstands ni cht mehr durch den Bei zug von Er- satzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht ange- bracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen Gericht gleicher sachlicher und funktionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG).

  1. Beim Bezirksgericht Uster handelt es sich um ein mittelgrosses Landgericht mi t zehn Bezi rks- und Ersatzri chteri nnen und -ri chtern sowi e über dreissig juri sti schen und fünfzehn kaufmänni schen Mi tarbei teri nnen und Mi tarbeitern. Vorliegend ist der Beklagte der Ehemann einer am Bezirksgericht Uster an- gestellten kaufmännischen Mitarbeiterin. Die Ri chter am Bezirksgericht Us- ter arbeiten mit den juristischen und kaufmännischen Mitarbeitern eng zu- sammen, weshalb es nicht angebracht erscheint, sie ein den Ehemann einer Mitarbeiterin betreffendes Verfahren behandeln zu lassen. Gegen Aussen könnte dadurch der Eindruck erweckt werden, sie seien ni cht ausrei chend unabhängi g, auch wenn sich vorliegend die Ri chter selbst ni cht zur Frage des Ausstandes geäussert haben. Gleiches gilt auch für die juristischen Mit- arbeiter des Gerichts, weshalb davon abzusehen ist, für die Behandlung der Klage Ersatzmitglieder heranzuziehen. Unter diesen Umständen erschei nt es weder aus der Sicht der Verfahrensbeteiligten noch aus der Sicht der Öf- fentlichkeit angebracht, das Verfahren durch das Bezirksgericht Uster be- handeln zu lassen. Demzufolge ist die Klage bzw. das Verfahren - wi e auch schon i n früheren den Gesuchsgegner betreffenden Fällen (act. 1) - dem Bezirksgericht Züri ch zur weiteren Behandlung zu überweisen.

Es wird beschlossen: 1. Die beim Bezirksgericht Uster eingereichte Klage des Gesuchstellers vom 2. Juli 2014 wird samt den Beilagen dem Bezirksgericht Zürich zur Behand- lung überwiesen. 2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: − den Gesuchsteller, - den Gesuchsgegner, − das Bezirksgericht Zürich, unter Beilage von act. 2, − das Bezirksgericht Uster.

  1. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezei chnen und soweit möglich beizulegen. Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.

Züri ch, 4. September 2014 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu versandt am:

Palavras-chave

transfer of proceedingsappearance of biasjudicial independencecourt reassignmentstaff relationship

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Questão jurídica principal

Whether the claim pending at the District Court of Uster should be transferred to another court because replacement judges were not appropriate due to appearance concerns.

Decisão extraída

Yes. The case had to be transferred to the District Court of Zurich.

Fundamentação extraída

Because the defendant was the husband of an employee at the District Court of Uster and the judges and legal/administrative staff work closely together, handling the case there could create an appearance of insufficient independence. It was also not appropriate to have substitute members hear the case.

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