Transfer of marital protection case to another district court

VV130006Tribunal Superior17 de jul. de 2013Granted

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Resumo Omnilex

The Zurich Obergericht Administration Commission granted a request from the District Court of D. to transfer a marital protection case. The transfer was justified because the parties are the parents of a court clerk working at that court, creating an appearance that the court could not decide the matter appropriately even with substitute judges. After the defendant agreed and requested transfer to Bezirksgericht E., and the plaintiff did not object, the Commission ordered the file transferred there, noting that the venue also fit Art. 23 ZPO.

Sumário Omnilex

§ 117 GOG; transfer of a case to another court when the original court cannot be properly composed or when the use of substitute members is not appropriate. The decisive criterion is whether, from the viewpoint of the parties and the public, circumstances create an appearance that the local court should not hear the case. A collegial relationship arising from close, prolonged professional cooperation with a party’s close relative may justify transfer even absent proven actual bias (consid. 2). Where several courts are equally competent, the authority may select the receiving court having regard to the ordinary venue rules, in particular Art. 23 ZPO for matrimonial claims.

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: VV130006-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef, Vizepräsident lic. iur. M. Bur- ger, Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Oberrichter lic. iur P. Marti und Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider sowie die Gerichts- schreiberin lic. iur. A. Leu

Beschluss vom 17. Juli 2013

in Sachen

A._____, Klägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

B._____, Beklagter

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend Umteilung Prozess Nr. EE120037-... des Bezirksgerichts D._____ i.S. der Parteien A._____ und B._____ betreffend Eheschutz

Erwägungen: 1. Mit Schreiben vom 24. Juni 2013 überwies das Einzelgericht des Bezirksge- richts D._____ die Akten des Verfahrens EE120037 an die Verwaltungs- kommission des Obergerichts des Kantons Zürich mit dem Ersuchen, den

Prozess einem anderen Gericht des Kantons Zürich zuzuweisen. Begründet wurde dies damit, bei den Parteien des Eheschutzverfahrens handle es sich um die Eltern von C., welche seit dem 1. Dezember 2012 als Ge- richtsschreiberin im Einzelrichterbereich am Bezirksgericht D. tätig sei. Aufgrund der engen Zusammenarbeit fühle sich die bisher zuständige Rich- terin ausserstande, das nach der Aufhebung der Sistierung weiterzuführen- de Eheschutzverfahren zu bearbeiten. Dasselbe gelte für die übrigen Teammitglieder. Auch für die weiteren Richter und Gerichtsschreiber sei die Behandlung des Falles unzumutbar, da auch sie die Gerichtsschreiberin gut kennen würden (act. 1). 2. Kann ein Gericht nicht mehr durch den Beizug von Ersatzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht angebracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen Gericht gleicher sachlicher und funktionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG). Beim Bezirksgericht D._____ handelt es sich um ein mittelgrosses Landgericht mit ... Bezirksrichtern und ... Ersatzrichter. Es erscheint als glaubhaft, dass aufgrund der mehrmonati- gen Zusammenarbeit mit der Tochter der Parteien des besagten Eheschutz- verfahrens zu den Mitgliedern des Bezirksgerichts ein kollegiales Verhältnis besteht. Dies gilt auch für das Verhältnis der Tochter der Parteien zu den Gerichtsschreibern. Unter diesen Umständen erscheint es weder aus der Sicht der Verfahrensbeteiligten noch aus der Sicht der Öffentlichkeit ange- bracht, die Streitsache durch den Beizug von Ersatzmitgliedern beurteilen zu lassen. Auf entsprechende Fristansetzung hin (act. 3) erklärte sich B._____ mit der Umteilung des Verfahrens einverstanden und ersuchte um Übertra- gung des Verfahrens ans Bezirksgerichts E., da er seit letztem Som- mer in diesem Bezirk wohnhaft sei (act. 4). A. hat auf eine Stellung- nahme und somit auf Einwendungen gegen eine Überweisung an ein ande- res Bezirksgericht verzichtet. Die Überweisung des Verfahrens ans Bezirks- gericht E._____ erscheint mit Blick auf Art. 23 ZPO (Gerichtsstand für ehe- rechtliche Gesuche und Klagen am Wohnsitz einer Partei) als angebracht. Das Verfahren ist daher dem Bezirksgericht E._____ zur weiteren Behand- lung zu überweisen.

Es wird beschlossen: 1. Das beim Bezirksgericht D._____ anhängige Verfahren EE120037 wird dem Bezirksgericht E._____ zur weiteren Behandlung überwiesen. 2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: − Rechtsanwalt Dr. X., zweifach, für sich und A., unter Bei- lage einer Kopie von act. 4, − Rechtsanwältin lic. iur. Y., zweifach, für sich und B., − das Bezirksgericht E., − das Bezirksgericht D., unter Rücksendung der Akten und mit dem Hinweis, die Akten des Verfahrens EE120037 nach Abschreibung am Register direkt dem Bezirksgericht E._____ zu übersenden. 3. Rechtmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.

Zürich, 17. Juli 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Palavras-chave

transfer of proceedingsappearance of biasfamily lawvenuecourt composition

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Questão jurídica principal

Whether the pending marital protection case should be transferred to another district court because the local court could not be properly constituted without replacement members.

Decisão extraída

The case had to be transferred to another court of equivalent jurisdiction.

Fundamentação extraída

Given the close professional relationship created by months of cooperation with the parties' daughter, it was credible that the district court could not deal with the case without creating an appearance of bias. Using replacement members was therefore not appropriate under § 117 GOG.

Questão jurídica principal

Which district court should receive the transferred case.

Decisão extraída

The case was transferred to Bezirksgericht E., where one party lived.

Fundamentação extraída

Transfer to that court was appropriate in light of Art. 23 ZPO, which provides venue at a party's domicile for matrimonial claims and applications.

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