Legal aid denied after deemed service and missed deadline

VO120121Tribunal Superior17 de out. de 2012Dismissed

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A._____ applied to the Zurich High Court for legal aid. The court ordered him to identify the underlying proceeding and to submit financial and substantive supporting documents, but the registered order was deemed served after a failed delivery attempt and no response was filed within the deadline. The court therefore denied legal aid without further steps. It also held that the legal-aid proceeding itself is free of charge and informed the applicant of the available complaint remedy.

Sumário Omnilex

Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO, Art. 142 Abs. 3 ZPO; deemed service of a registered court mailing in an international situation and consequences for procedural deadlines. Where the addressee must expect judicial correspondence, an uncollected registered letter is deemed served on the seventh day after the failed delivery attempt; the corresponding procedural deadline begins to run notwithstanding the absence of actual receipt. Failure to comply with a court order to substantiate a legal-aid request within the set period justifies rejection of the request. Pursuant to Art. 119 Abs. 6 ZPO, legal-aid proceedings are free of charge; a refusal of legal aid is challengeable by complaint under Art. 121 ZPO.

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO120121-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu-Zweifel

Urteil vom 17. Oktober 2012

in Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Ausgangslage 1.1. Am 18. August 2012 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) beim Obergericht des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege (act. 1). Mit Verfügung vom 23. August 2012 wurde dem Gesuchsteller Frist angesetzt, um darzulegen, für welches Verfahren er um unentgeltliche Rechtspflege ersuche. Im Weiteren wurde er aufgefordert, seine finanziellen Verhältnisse mittels aktuellen Belegen nachzuweisen, Ausführungen zur fehlenden Aussichtslosigkeit des Begehrens in der Haupt- sache und zur Notwendigkeit einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu machen und diesbezüglich Belege ins Recht zu reichen (act. 2). Dem Ge- suchsteller konnte besagte Verfügung nicht ausgehändigt werden (act. 3). 1.2. Der Gesuchsteller wohnt in B._____ (Land in Europa). Es handelt sich daher um einen internationalen Sachverhalt. Ob eine effektiv nicht zugestellte Sendung als fiktiv zugestellt gilt und welche Wirkungen daran zu knüpfen sind, beurteilt sich in internationalen Rechtsverhältnissen nach der allgemei- nen Regel des internationalen Zivilprozessrechts, wonach für das Verfahren das Recht des angerufenen Gerichtes massgebend ist (ZR 86 [1987] Nr. 60 E. 2; SJZ 86 S. 250 Nr. 54; Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich 2002 § 178 N 5; vgl. auch Art. 11a IPRG). Für die Frage, ob die Zustellung der Verfügung vom 23. August 2012 trotz fehlender Aushändigung als erfolgt gilt, ist damit schweizerisches Recht und - mangels einschlägiger Bestimmungen im Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher und aussergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- oder Handelssachen (SR 0.274.131) vom 15. November 1965 bzw. im IPRG - die Schweizerische Zivilprozessordnung massgebend. Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO zufolge gilt die Zustellung einer Verfügung bei einer einge- schriebenen Postsendung am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustel- lungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit der Zustellung rechnen

musste (sog. Zustellungsfiktion). Der Zustellungsversuch an den Gesuch- steller erfolgte am 5. September 2012 (act. 3), weshalb die Frist von sieben Tagen am 12. September 2012 endete. Der Gesuchsteller holte die Sen- dung innerhalb der Frist nicht ab, obwohl er aufgrund seines am 18. August 2012 beim Obergericht eingereichten Gesuchs mit gerichtlichen Zustellun- gen rechnen musste. 1.3. Erfolgt die Zustellung einer gerichtlichen Sendung - sei es mittels tatsächli- cher Aushändigung oder in Form der Zustellungsfiktion - ordnungsgemäss, so ist die Partei gehörig über deren Inhalt in Kenntnis gesetzt worden. Die darin angesetzten Fristen werden damit ausgelöst (BSK ZPO-Bornatico, Art. 138 N 25). Vorliegend begann die in der Verfügung vom 23. August 2012 angesetzte Frist von zehn Tagen am 13. September 2012 zu laufen und endete damit am 24. September 2012 (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Innert Frist ging beim Obergericht keine Stellungnahme des Gesuchstellers mit den ein- geforderten Angaben bzw. Belegen ins Recht. Damit ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege androhungsgemäss (act. 2 S. 3) und ohne Weiterungen abzuweisen. 2. Kosten und Rechtsmittel 2.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 2.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird erkannt: 1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller (gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Zürich, 17. Oktober 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtschreiberin:

lic. iur. A. Leu-Zweifel

versandt am:

Palavras-chave

legal aiddeemed servicedeadlineregistered mailinternational civil procedurefree proceedingscomplaint remedy

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the application for legal aid had to be rejected after the applicant failed to comply with the court's order within the deadline.

Decisão extraída

Because the order was deemed served and the applicant did not submit the requested information or evidence within the ten-day period, the legal aid request had to be denied.

Fundamentação extraída

For an international situation, Swiss procedural law governed service. Under Art. 138(3)(a) CPC, the registered mailing was deemed served seven days after the failed delivery attempt because the applicant had to expect court mail. The ten-day deadline therefore expired without any filing.

Questão jurídica principal

Whether the proceedings on the legal aid request were subject to court costs.

Decisão extraída

The legal aid proceedings are free of charge.

Fundamentação extraída

Art. 119(6) CPC expressly provides that proceedings concerning legal aid are free of charge.

Questão jurídica principal

What remedy was available against this first-instance decision on legal aid.

Decisão extraída

A complaint to the Obergericht was available within ten days, and the ordinary federal-court-only route did not apply.

Fundamentação extraída

A refusal of legal aid may be challenged under Art. 121 CPC; since the Obergerichtspräsident acted as a first-instance authority under Art. 319(b) CPC, the decision was not one of a higher cantonal instance.

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