Jurisdiction over delay complaints against peace judges

VB160014Tribunal Superior16 de ago. de 2016Partially Granted

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Resumo

A litigant challenged a peace judge's scheduling of a conciliation hearing as delayed justice. The Zurich Administrative Commission held that delay complaints against peace judges are not to be dealt with by it, but by the civil chambers of the Zurich Cantonal Court. It therefore struck the matter from its register and transmitted the filing to the competent chambers for treatment as a complaint under Art. 319 ff. ZPO. No court costs or party compensation were imposed.

Regest

Art. 203 Abs. 1 ZPO, Art. 319 lit. c ZPO; competence for a delay complaint against a peace judge and procedural transfer. The two-month time limit for the conciliation hearing under Art. 203 Abs. 1 ZPO is a mere order instruction, but its breach may constitute a delay complaint within the meaning of Art. 319 lit. c ZPO. Under the cantonal organization rules, such complaints fall within the jurisdiction of the civil chambers of the Obergericht; an administrative chamber that is not competent shall strike the matter off its register and forward it to the competent authority (consid. 4).

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr. VB160014-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Oberrichte- rin lic. iur. F. Schorta und Oberrichter D r. D . Bussmann sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Beschluss vom 16. August 2016

i n Sachen

A._____, Beschwerdeführerin

betreffend Rechtsverzögerungsbeschwerde

Erwägungen: 1. Am 30. Juni 2016 erliess das Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise 7 + 8, im Rahmen einer Forderungsstreitigkeit zwischen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) und verschiedenen Beklagten eine Eingangsanzeige / Vorladung und lud die Parteien auf den 27. Oktober 2016 zur Schlichtungs- verhandlung vor (act. 4/4). Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Ei n- gabe vom 16. Juli 2016 beim Obergericht des Kantons Züri ch (II. Zivilkammer) eine Rechtsverzögerungsbeschwerde und stellte folgende Anträge (act. 1): "1. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, einen neuen Termin für die Schlichtungsverhandlung festzusetzen und die Parteien dazu vorzuladen. 2. Es seien die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen."

  1. Am 19. Juli 2016 wurde der Beschwerdeführerin seitens der Verwaltungs- kommission mitgeteilt, dass Rechtsverzögerungsbeschwerden gegen Frie- densrichter an die unmittelbare Aufsichtsbehörde über die Friedensrichter- ämter zu ri chten seien. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführerin ihre Ein- gabe retourniert (act. 2). 3. Mit Eingabe vom 27. Juli 2016 wandte sich die Beschwerdeführerin erneut ans Obergericht und hielt an ihrer Ansicht, es sei das Obergericht des Kan- tons Zürich für die Behandlung ihrer Rechtsverzögerungsbeschwerde zu- ständig, fest (act. 3). 4. Nach Art. 203 Abs. 1 ZPO hat di e Schli chtungsverhandlung nach Abschluss von zwei Monaten seit Eingang des Gesuchs oder nach Abschluss des Schriftenwechsels stattzufinden. Dabei handelt es sich um eine blosse Ord- nungsvorschrift (Entscheid der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kan- tons Züri ch vom 6. März 2015, Verfahren RU140067 E. 2.6). Eine Über- schrei tung dieser terminlichen Vorgabe kann zu einer Beschwerde wegen Rechtsverzögerung i m Si nne von Art. 319 lit. c ZPO führen (Botschaft zur

ZPO, S. 7377; Honegger in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 203 N 3; DIKE Kommentar ZPO-Egli, Art. 203 N 3; BK ZPO- Alvarez/Peter, Art. 203 N 2; Orell Füssli ZPO Kommentar-Möhler, Art. 203 N 1). Für deren Behandlung zuständig sind die Zivilkammern des Oberge- richts des Kantons Zürich (§ 10 der Verordnung über die Organisation des Obergerichts [LS 212.51] und Beschluss des Obergerichts des Kantons Zü- rich vom 29. Juni 2016 über die Konstituierung des Obergerichts per 1. Juli 2016 [OP160005-O]). Das vorliegende Verfahren ist daher bei der Verwal- tungskommission am Register abzuschreiben und den Zivilkammern zur weiteren Behandlung als Beschwerde i.S.v. Art. 319 ff. ZPO zu überweisen.

Es wird beschlossen: 1. Das vorliegende Verfahren wird bei der Verwaltungskommission am Regis- ter abgeschrieben und den Zivilkammern des Obergerichts des Kantons Zü- ri ch zur Behandlung als Beschwerde i.S.v. Art. 319 ff. ZPO überwiesen. 2. Für das vorliegende Verfahren werden keine Kosten erhoben und keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: - die Beschwerdeführerin und - die Zivilkammern des Obergerichts des Kantons Zürich, unter Beilage der Eingaben der Beschwerdeführerin vom 16. bzw. 27. Juli 2016 (act. 1 und 3) samt Beilagen (act. 4/1-5) und mit dem Hinweis, dass die Akten der Vor- instanz noch nicht beigezogen wurden.

  1. Rechtsmittel: Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel- lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs- kommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht wer- den. In der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. All- fällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.

Züri ch, 16. August 2016 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. i ur. A. Leu

versandt am:

Palavras-chave

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