Denial of hearing required remand in criminal cost decision

UK060203Tribunal Superior9 de mar. de 2007Granted

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Resumo Omnilex

The Zurich Public Prosecutor's Office appealed a district-court order on costs and compensation, arguing that it had been denied the opportunity to comment on the respondent's submissions. The appellate court held that the prosecutor, as a participant safeguarding the public interest, was entitled to be heard. Because the denial of hearing constituted an absolute procedural defect, the court annulled the challenged order and remitted the case to the first instance for a new decision after hearing the prosecutor. The respondent was ordered to pay the appellate costs.

Sumário Omnilex

§ 424 StPO; denial of the right to be heard as an absolute procedural defect; cassatory effect on appeal. Where a procedural participant entitled to act as a party is not granted an opportunity to comment on submissions relevant to the decision, the defect must be taken into account ex officio in appeal proceedings and leads to annulment of the challenged decision and remand for a new determination after the missing hearing. The right to be heard is distinct from the entitlement to file an incidental request. Costs follow the outcome of the appeal (§ 396a StPO).

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich Geschäfts-Nr. UK060203/U/bee III. Strafkammer Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Vorsitzender, Dr. F. Bollinger und lic. iur. Th. Meyer sowie die juristische Sekretärin lic. iur. Welti Beschluss vom 9. März 2007 in Sachen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Rekurrentin gegen A. M. Rekursgegner vertreten durch Rechtsanwältin A. betreffend Kosten und Entschädigung etc. Rekurs gegen die Verfügung des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirkes Zürich vom 31. August 2006, GA050179

Nach Einsicht in die rechtzeitig eingereichte Rekursschrift vom 20. Novem- ber 2006, mit welcher die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich den Antrag stellt, die Verfügung des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirksgerichtes Zürich vom 31. August 2006 sei aufzuheben und die Sache sei zur neuen Entscheidung unter Gewährung des rechtlichen Gehörs zu ihren Gunsten an das Einzelrichter- amt zurückzuweisen (Urk. 1 und Urk. 5 i.V.m. Urk. 7/35/2), und die innert Frist er- stattete Rekursantwort vom 11. Dezember 2006, mit welcher der Rekursgegner um Abweisung des Rekurses ersucht (Urk. 10), nachdem die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung zum Rekurs verzichtet hat (Urk. 8), nach Einsicht in die vorinstanzlichen Akten, insbesondere die angefochtene Verfügung des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirksgerichtes Zürich vom 31. August 2006 (Urk. 7 und Urk. 7/34 = Urk. 2), in der Erwägung, dass die Prozessgeschichte im vorliegenden Fall den Verfahrensbeteiligten hinreichend bekannt ist und es sich daher rechtfertigt - um unnötige Wiederholungen zu vermeiden - hiefür auf die Darstellung in Ziff. I.1-7 im angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 2), da die Staatsanwaltschaft - wie sie zu Recht rügt - im neuen einzelrichterli- chen Verfahren nie Gelegenheit erhielt, zu den verschiedenen Eingaben und Beilagen des Rekursgegners betreffend dessen Entschädigungs- und Genugtu- ungsforderung Stellung zu nehmen (insbes. Urk. 7/13 i.V.m. Urk. 7/17 und Urk. 7/19 i.V.m. Urk. 7/24-33), in der Erwägung, dass die Staatsanwaltschaft die Interessen der Öffentlich- keit zu wahren hat und - entgegen der Meinung des Rekursgegners (Urk. 10 Ziff. 1-5) - deshalb Verfahrensbeteiligte ist, da ihr demnach als Partei Anspruch auf rechtliches Gehör zusteht, das nicht nur dem Bürger durch die Bundesverfassung garantiert wird, sondern allen Ver- fahrensbeteiligten aufgrund ungeschriebenen kantonalen Prozessrechtes zusteht

(vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 2004, N 252), wie er ihr richtigerweise bereits im ersten Verfahren (GA030272) gewährt wurde (Urk. 7/5), in der Erwägung, dass die Verweigerung des rechtlichen Gehörs einem ab- solut wirkenden Verfahrensfehler gleichkommt, der auch im Rekursverfahren zu berücksichtigen ist, weshalb der Rekurs - entgegen der Meinung des Rekursgeg- ners (Urk. 10 Ziff. 6) - kassatorische Wirkungen entfaltet (ZR 89 [1990] Nr. 51 S. 98; Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 2004, N 259), da der Rekursgegner darauf hinzuweisen ist, dass - entgegen seiner Argu- mentation (Urk. 10 Ziff. 1-4) - der Gehörsanspruch einer Partei von der Berechti- gung zur Stellung eines Anschlussbegehrens zu unterscheiden ist (Schmid, in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich vom 4. Mai 1919, Zürich 1996 ff., § 44 N 11 f.; Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 2004, N 253), da diese Erwägungen zur Gutheissung des Rekurses, zur Aufhebung der angefochtenen einzelrichterlichen Verfügung vom 31. August 2006 und in analo- ger Anwendung von § 424 StPO (Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 2004, N 1016) zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung nach Anhörung der Staatsanwaltschaft führt, da der Rekursgegner mit seinem Antrag unterliegt und im vorliegenden Re- kursverfahren daher kostenpflichtig wird (§ 396a StPO), beschliesst das Gericht: 1. In Gutheissung des Rekurses wird die Verfügung des Einzelrichters in Straf- sachen des Bezirkes Zürich vom 31. August 2006 aufgehoben und wird die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückgewiesen.

  1. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 500.00 ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 114.00 Schreibgebühren Fr. 57.00 Zustellgebühren 3. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Rekursgegner auferlegt. 4. Schriftliche Mitteilung an: die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich den Rekursgegner bzw. seine Rechtsvertreterin den Einzelrichter in Strafsachen des Bezirkes Zürich unter Rücksen- dung seiner Akten __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH III. Strafkammer Die juristische Sekretärin: lic. iur. Welti Anonymisiert am: 16. März 2007von: lic.iur. Welti

Palavras-chave

right to be heardprocedural defectremandappellate costscriminal procedurecompensation claim

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Questão jurídica principal

Whether the prosecutor was denied the right to be heard in the first-instance proceedings on the respondent's compensation and satisfaction claims.

Decisão extraída

Yes. The prosecutor had no opportunity to comment on the respondent's submissions and exhibits.

Fundamentação extraída

The prosecutor is a procedural participant representing the public interest and is entitled to a hearing. The lack of opportunity to comment is an absolute procedural defect.

Questão jurídica principal

Whether the appeal had cassatory effect and justified annulment and remand.

Decisão extraída

Yes. The procedural defect had to be considered on appeal and led to annulment of the challenged order and remand for a new decision after hearing the prosecutor.

Fundamentação extraída

A denial of the right to be heard is an absolute defect; on that basis the appellate court could only set aside the order and return the matter for reconsideration.

Questão jurídica principal

Who bears the costs of the appeal proceedings.

Decisão extraída

The respondent bears the appellate costs because he was unsuccessful.

Fundamentação extraída

The respondent's request failed in the appeal proceedings, so costs were imposed on him.

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