Non-entry on appeal for missing appeal statement

SU150117Tribunal Superior6 de jan. de 2016Inadmissible

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Resumo

The Zurich Regional Court of Appeal, Criminal Chamber, held that the Stadtrichteramt Zürich failed to file an appeal statement within 20 days after service of the reasoned first-instance judgment. Because timely filing of the appeal statement is a validity requirement under the Code of Criminal Procedure, the court did not enter into the appeal against the acquittal/conviction ruling of the District Court of Zurich. The appellate costs were charged to the court treasury, and the accused received no compensation.

Regest

Art. 399 Abs. 3 StPO; Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO; failure to file the appeal statement within the statutory time limit constitutes a defect precluding entry into the appeal. The filing of the appeal statement is a validity requirement for appellate review. If no appeal statement is lodged in time, the appellate court shall not invite observations under Art. 403 Abs. 2 StPO. In such a case, the appeal is not entered into; costs are allocated according to the outcome, and compensation to the accused is awarded only if compensable expenditure or disadvantage is shown.

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SU150117-O/U/rm

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. St. Volken und lic. i ur. C h. Pri nz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Truni nger Beschluss vom 6. Januar 2016

i n Sachen

Stadtrichteramt Zürich, vertreten durch lic. iur. Franz Bänziger,

Verwaltungsbehörde und Berufungsklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigte und Berufungsbeklagte verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend Veruntreuung von Lebensmitteln Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 28. August 2015 (GC150162)

Nach Einsicht in die Berufungsanmeldung des Stadtrichteramtes Zürich vom 7. September 2015 (Urk. 79), da das begründete Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, Ei nzel- gericht, vom 28. August 2015 dem Stadtrichteramt Zürich am 23. November 2015 zugestellt wurde (Urk. 83/1), da die in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegte gesetzliche Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Urteils zur Einreichung der Berufungserklärung für das Stadtrichteramt somit am 14. Dezember 2015 zu Ende gegangen ist, da das Stadtrichteramt innert der genannten Frist keine Berufungserklärung eingereicht hat, da die fristgemässe Einreichung der Berufungserklärung eine Gültigkeits- voraussetzung für das Eintreten auf die Berufung darstellt, weshalb vorliegend auf die Berufung des Stadtrichteramtes nicht einzutreten ist, da praxisgemäss bei Nichteinreichen einer Berufungserklärung auf die Einholung von Stellungnahmen im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110/2011 Nr. 69), da die Kosten des Berufungsverfahrens ausgangsgemäss auf die Gerichts- kasse zu nehmen si nd und der Beschuldigten mangels Umtrieben im Berufungs- verfahren keine Entschädigung zuzusprechen ist, unter Hinweis auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Stadtrichteramtes Zürich vom 7. September 2015 wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.

  1. Der Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten − das Stadtrichteramt Zürich − die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich − die Privatklägerin B._____ AG i n Konkurs − C._____, ... [Adresse] sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge- richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Züri ch I. Strafkammer

Züri ch, 6. Januar 2016

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti

Die Gerichtsschreiberin:

lic. i ur. A. Truni nger

Palavras-chave

appeal statementtime limitnon-entrycriminal procedureappellate costscompensation