Criminal appeal withdrawn and non-entered for no appeal statement

SB130183Tribunal Superior22 de mai. de 2013Inadmissible

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The Zurich High Court dealt with two criminal appeals against a first-instance judgment in an unfair competition case. The private complainant withdrew its appeal during the period for filing an appeal statement, so that part of the proceedings was struck off. The defendant had timely announced an appeal but failed to submit the required written appeal statement within 20 days after service of the reasoned judgment. The court therefore refused to enter on his appeal. The appellate fee was set at CHF 600 and split equally between the court fund and the defendant.

Sumário Omnilex

Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO, Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO; appellation annoncée à temps mais sans dépôt de la déclaration d’appel dans le délai légal: le tribunal d’appel n’entre pas en matière. Le retrait de l’appel intervenu dans le délai de l’art. 399 al. 3 StPO met fin à la procédure à titre de retrait; pour les frais, l’art. 428 al. 1 StPO doit être lu de manière à ce que les coûts de l’instance de recours ne soient pas mis à la charge de la partie retirante lorsque le retrait intervient encore dans le délai légal de la déclaration d’appel, ceux-ci étant alors supportés par la caisse du tribunal dans la mesure correspondante (consid. 3-5).

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB130183-O/U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. S. Volken und lic. iur. M. Langmeier sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Truninger Beschluss vom 22. Mai 2013 in Sachen

A._____ AG, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

sowie

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Anklägerin gegen

B., Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie II. Berufungskläger verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y.

betreffend Vergehen gegen das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 31. Januar 2013 (GG110270)

Erwägungen: 1. Am 7. Februar 2013 liess die Privatklägerin und am 11. Februar 2013 der Beschuldigte Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 31. Januar 2013 anmelden (Urk. 147 und Urk. 148). 2. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 31. Januar 2013 wurde dem Vertreter der Privatklägerin am 25. März 2013 (Urk. 154/3) und dem Verteidiger des Beschuldigten ebenfalls am 25. März 2013 (Urk. 154/2) zugestellt. 3. Mit Eingabe vom 8. April 2013, beim Bezirksgericht Zürich eingegangen am 9. April 2013, erklärte der Vertreter der Privatklägerin, dass die Privatklägerin von einer Berufung gegen das Urteil vom 31. Januar 2013 an das Obergericht absehe und aus diesem Grund keine schriftliche Berufungserklärung einreiche (Urk. 155). Mithin hat die Privatklägerin mit dieser Erklärung ihre Berufung zurückgezogen. Demnach ist das Verfahren in Bezug auf die Berufung der Privatklägerin als durch Rückzug der Berufung erledigt abzuschreiben. 4.1. Der Beschuldigte liess zwar am 11. Februar 2013 Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 31. Januar 2013 anmelden (Urk. 148), in der Folge aber innert Frist keine Berufungserklärung einreichen. 4.2. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll die Berufung anzumelden. Jene Partei, welche Berufung angemeldet hat, hat dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Erfolgt – innert Frist – keine derartige Berufungsanmeldung oder -erklärung, tritt das Berufungsgericht auf die Berufung nicht ein (Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO). 4.3. Dem Verteidiger ging das begründete Urteil wie erwähnt am 25. März 2013 zu (Urk. 154/2). Von diesem Zeitpunkt an lief die Frist von 20 Tagen, um die Berufungserklärung einzureichen. Der begründete Entscheid enthält dazu eine ausführliche Rechtsmittelbelehrung (Urk. 152 bzw. Urk. 156 Dispositiv Ziffer 7).

Der Verteidiger des Beschuldigten meldete vorliegend zwar rechtzeitig Berufung an, reichte aber in der Folge keine Berufungserklärung ein. Auf die Berufung des Beschuldigten ist daher nicht einzutreten. 5. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ergeht ein Rückzug aber, wie vorliegend, innerhalb der gesetzlichen Frist zur Einreichung einer schriftlichen Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO, sind die diesbezüglichen Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen (vgl. ZR 110 Nr. 37). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens demnach zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen und zur Hälfte dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Es wird beschlossen: 1. In Bezug auf die Berufung der Privatklägerin wird das Verfahren als durch Rückzug der Berufung erledigt abgeschrieben. 2. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 11. Februar 2013 wird nicht einge- treten. 3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–.

  1. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte auf die Gerichts- kasse genommen und zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt. 5. Schriftliche Mitteilung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat − die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz.

  2. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 22. Mai 2013

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Truninger

Palavras-chave

appeal withdrawalnon-entryappeal statementcriminal procedurecost allocationunfair competition

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Questão jurídica principal

Whether the private complainant's appeal should be struck off after withdrawal

Decisão extraída

The complainant's appeal was terminated by withdrawal and the proceedings were closed accordingly.

Fundamentação extraída

The complainant stated within the appeal-statement period that it would not pursue an appeal; this amounted to a withdrawal.

Questão jurídica principal

Whether the defendant's appeal was admissible despite no written appeal statement

Decisão extraída

The court did not enter on the defendant's appeal because no appeal statement was filed within the statutory time limit.

Fundamentação extraída

Although appeal was timely announced, Article 399 StPO required a written appeal statement within 20 days after service of the reasoned judgment. None was filed, so Article 403 StPO required non-entry.

Questão jurídica principal

How the costs of the appellate proceedings should be allocated

Decisão extraída

The appellate costs were split equally between the court fund and the defendant.

Fundamentação extraída

A withdrawing or non-entered appeal normally burdens the losing party, but a withdrawal within the statutory period for filing the appeal statement shifts those costs to the court fund; hence half to the court fund and half to the defendant.

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