Police officer recognized as injured party in violence against officials

SB050136Tribunal Superior27 de jun. de 2005Granted

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Resumo Omnilex

The defendant objected that police officer X. was not an injured party in proceedings for violence and threats against officials and asked that X.'s appeal be dismissed. The court held that officials harmed by such conduct are injured parties, because Art. 285 StGB also protects their physical and psychological integrity. It emphasized that attacks on officers create an immediate risk to those interests and that denying injured-party status would wrongly deprive them of procedural participation and civil claims. The appeal was therefore admitted.

Sumário Omnilex

§ 395 Abs. 1 Ziff. 2 StPO; Art. 285 StGB; status as injured party in proceedings for violence and threats against officials. Persons performing official duties are injured parties if the offence directly affects their own legal interests; this is particularly true for the physical and psychological integrity of the official. Although Art. 285 StGB primarily protects state authority and the functioning of public organs, it also covers those personal interests of officials whose impairment may endanger the protected state interest. Where violent acts or threats against officials are alleged, the affected official is therefore entitled to participate in the proceedings and to assert civil claims. A contrary view would deprive the official of procedural standing despite direct injury (consid. implied).

Texto completo

Entscheidsammlung SB050136 i.S. S. betr. Gewalt und Drohung ca. Beamte In der Berufungsverhandlung liess der Angeklagte die Geschädigtenstellung von X. (Polizeibeamter) und damit dessen Legitimation zur Ergreifung eines Rechtsmittels bestreiten und beantragen, dass auf dessen Berufung nicht einzutreten sei (Prot. II S. 8/9). Geschädigte sind im zürcherischen Strafprozess die Personen, denen durch die vom Gericht zu beurteilenden Handlungen unmittelbar ein Schaden zugefügt wurde oder zu erwachsen drohte (§ 395 Abs. 1 Ziff. 2 StPO). Die Straftatbestände von Art. 285 f. StGB dienen primär dem Schutz der staatlichen Autorität bzw. sollen das Funktionieren der staatlichen Organe vor Störungen schützen. Die mit staatlichen Aufgaben betrauten Organe bedürfen aufgrund ihrer exponierten Stellung eines besonderen Schutzes, um ihre Aufgaben im Dienste des Gemeinwesens zu erfüllen. Dieser Schutz beschränkt sich dabei auf diejenigen Rechtsgüter der Amtsträger, deren Verletzung auch zu einer Gefährdung des eigentlich geschützten Rechtsguts führen kann. Dies ist bei der physischen Integrität der Amtspersonen der Fall. Sie wird daher vom Schutzbereich von Art. 285 StGB umfasst (Basler Kommentar, N 2 vor Art. 285 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind bei Delikten, die nicht primär Individualrechts- güter schützen, nur diejenigen Personen Geschädigte, die durch derartige Delikte tatsächlich in ihren Rechten beeinträchtigt werden, wobei diese Beeinträchtigung zudem eine unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung sein muss (BGE 117 Ia 137). Gewalttätige Angriffe auf Beamte sind immer und unmittelbar mit einer Gefahr für deren psychische Integrität verbunden. Beim Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Beamte (Art. 285 StGB) sind daher die betroffenen Funktionäre (z.B.) der Polizei als Geschädigte anzuerkennen (N. Schmid, Strafprozessrecht, 4. A., Zürich 2004, N 508 und Fn. 144 hierzu mit Hinweis auf ZR 74/1975 Nr. 47). Dies ergibt sich auch aus dem Umstand, dass die Straftatbestände der Tätlichkeiten (Art. 126 StGB), der Drohung (Art. 180 StGB) und der Nötigung

(Art. 181 StGB) nach der Gerichtspraxis durch den Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Beamte (Art. 285 StGB) konsumiert werden (Trechsel, StGB- Kurzkommentar, 2. A., Zürich 1997, N 11 zu Art. 285 StGB mit Hinweisen). Würden die von solchen Handlungen betroffenen Amtsträger in einem Gerichtsverfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte nicht als Geschädigte anerkannt, so verlören sie jede Möglichkeit, am Verfahren teil- zunehmen und insbesondere Zivilansprüche zu stellen, obwohl - wie hier - ihre persönlichen Rechtsgüter verletzt wurden. Deshalb kann, soweit das Zürcher Obergericht vor Jahren in einem obiter dictum antönte, dass Beamte in solchen Fällen nicht Geschädigte seien (Schmid, a.a.O.), an dieser Auffassung keinesfalls festgehalten werden. Auf die vorliegende Berufung ist somit einzutreten.

Palavras-chave

injured partystanding to appealviolence against officialsofficial protectionpsychological integrity

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Questão jurídica principal

Whether a police officer targeted under Art. 285 StGB qualifies as an injured party with standing to appeal.

Decisão extraída

Yes. A police officer affected by violence or threats against officials is to be regarded as an injured party because the offence also protects the official's physical and psychological integrity.

Fundamentação extraída

Offences under Art. 285 StGB primarily protect state authority and the functioning of state organs, but they also cover the personal legal interests of officials whose violation can endanger the protected interest. Violent attacks on officials immediately affect their psychological integrity, and excluding them from injured-party status would unjustifiably deprive them of participation rights and civil claims.

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