No jurisdiction over enforcement-office complaint; costs for vexatious filing

AA090157Tribunal de Cassação24 de nov. de 2009Inadmissible

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Resumo Omnilex

J filed a complaint under Art. 17 SchKG against the bankruptcy office of L, arguing that an ECtHR judgment had not been properly executed and asking the Zürich Kassation Court to enforce it. The court held that complaints against bankruptcy offices in the Canton of Zurich must be brought before the district court as first-instance supervisory authority. The Kassation Court was not an extraordinary supervisory body or enforcement authority, so it did not enter into the complaint. Because J persisted despite repeated explanations of the competent forum, the court found the filing vexatious and imposed a court fee of CHF 400.

Sumário Omnilex

Art. 17 SchKG; supervisory complaint against a bankruptcy office and territorial competence of the supervisory authority: In the Canton of Zurich, first-instance supervision over bankruptcy offices lies with the district courts pursuant to § 107 Abs. 1 GVG; the Kassation Court is not an extraordinary supervisory authority and, absent a specific statutory basis, has no domestic enforcement competence for an ECtHR judgment. A complaint lodged with an incompetent authority is inadmissible and must be forwarded under § 194 Abs. 2 GVG. Persisting in a complaint despite repeated, duly reasoned notices of lack of competence may constitute vexatious litigation justifying the allocation of costs under Art. 20a Abs. 1 SchKG.

Texto completo

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AA090157/U/la Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser, die Kassationsrichter Reinhard Oertli und Matthias Brunner sowie der juristische Sekretär Jürg-Christian Hürlimann Zirkulationsbeschluss vom 24. November 2009

in Sachen

J, ..., Beschwerdeführer

gegen

Konkursamt L , ..., Beschwerdegegnerin vertreten durch Notar ....

betreffend

Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 1. Mit Eingabe vom 20. Oktober 2009 erhob J beim Kassationsgericht Beschwer- de im Sinne von Art. 17 SchKG gegen das Konkursamt L wegen Rechtsverzöge- rung und Rechtsverweigerung (KG act. 1). Er stellte unter anderem die Anträge, das Kassationsgericht habe "das zertifizierte rechtskräftige, vollstreckbare und einstimmig zu Gunsten des Beschwerdeführers in fine gesprochene 'EMRK-Self executing Völkerrechts-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 05. November 2002' innerstaatlich amtspflichtsgemäss direkt und gemäss Bundesverfassungsrecht nach Art. 190 BV als Behörde unter Herstellung der Öffentlichkeit und Anwesenheit der Parteien durch eine unabhängige und un- parteiische 5er Kammer, ohne jegliche Einreden, innerstaatlich im Sinne von Art. 139a alt OG und Art. 122 BGG zu vollziehen", und das Kassationsgericht habe sofort einen unabhängigen und unparteiischen Instruktionsrichter zu ernennen, der zusammen mit dem Beschwerdeführer die verlangte de facto Rückabwicklung und die notwendigen Grundbuchberichtigungen schnellstmöglich zu gewährleis- ten bzw. zu bewerkstelligen habe (KG act. 1 S. 2 Anträge 1 und 2). Die Kanzlei des Kassationsgerichts überwies diese Beschwerde am 21. Oktober 2009 an das Bezirksgericht N (KG act. 2). Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Oktober 2009 Einsprache (KG act. 3). Der Präsident des Kassationsgerichts hielt dafür, bei der Weiterleitung der Beschwerde an das Be- zirksgericht N handle es sich nicht um eine Verfügung, weshalb die Einsprache nicht gegeben sei und es bei der Weiterleitung der Beschwerde bleibe (KG act. 5). Mit Eingabe vom 5. November 2009 beharrt der Beschwerdeführer auf Be- handlung seiner Beschwerde durch das Kassationsgericht (KG act. 6). 2. Die Weiterleitung der Beschwerde an das Bezirksgericht N erfolgte im Sinne von § 194 Abs. 2 GVG, weil die Kanzlei des Kassationsgerichts dafür hielt, das Bezirksgericht N sei die erstinstanzlich zuständige Stelle zur Beurteilung einer Aufsichtsbeschwerde über das Konkursamt L. Ob es sich bei einer solchen Wei- terleitung um eine Verfügung handle, gegen welche Einsprache zulässig sei, kann

offen bleiben. Indem das Kassationsgericht heute einen Entscheid zur Frage des Eintretens auf die Beschwerde trifft, wird die Einsprache ohnehin gegenstandslos. 3. Der Beschwerdeführer erhob eine Rechtsverzögerungs- und Rechtsverweige- rungsbeschwerde "im Sinne von Art. 17 SchKG" (KG act. 1 S. 1). Er macht gel- tend, in Vollziehung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschen- rechte seien ihm Grundstücke und andere Vermögenswerte zurück zu übereig- nen. Inzwischen sei die De-jure-Verfügungsgewalt über diese zurücktransferiert worden, die De-facto-Rückgabe und die verlangten Grundbuchberichtigungen sei- en jedoch bis heute "rechtsverzögert" und "rechtsverweigert" worden. Sowohl das Konkursamt L als auch das Kassationsgericht seien amtsverpflichtet, selbst und sofort im Sinne von Art. 190 BV zu handeln und gemäss "EMRK Self executing Völkerrecht" das EGMR-Urteil zu Gunsten des Beschwerdeführers innerstaatlich zu vollziehen (KG act. 1 S. 4 Ziff. 2.6 und 3.1). Soweit der Beschwerdeführer geltend machen will, das Konkursamt L komme seinen Pflichten nicht nach, kann er dies mit Beschwerde an die Aufsichtsbehörde im Sinne von Art. 17 SchKG tun. Der Beschwerdeführer weist denn auch in der Einleitung seiner Beschwerdeschrift auf diese Bestimmung hin. Aufsichtsbehörde in erster Instanz über die Konkursämter sind im Kanton Zürich die Bezirksgerichte (§ 107 Abs. 1 GVG). Dass der Beschwerdeführer seinen Anspruch auf Aktivwer- den des Konkursamtes auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Men- schenrechte stützt, ändert an dieser Zuständigkeit nichts. Das Kassationsgericht ist weder ausserordentliche Aufsichtsbehörde noch innerstaatliche Vollzugsbe- hörde in solchen Fällen. Auf die Aufsichtsbeschwerde ist daher nicht einzutreten. Örtlich zuständige erstinstanzliche Aufsichtsbehörde über das Konkursamt L ist das Bezirksgericht N. An dieses war die Beschwerde zu überweisen (§194 Abs. 2 GVG), was denn auch am 21. Oktober 2009 erfolgte (KG act. 2). 4. Das Verfahren der Aufsichtsbeschwerde im Sinne von Art. 17 SchKG ist grund- sätzlich kostenlos. Bei mutwilliger Beschwerdeführung können einer Partei jedoch Gebühren auferlegt werden (Art. 20a Abs. 1 SchKG). Nachdem dem Beschwerde- führer zweimal - durch Zustellung einer Kopie der Überweisung der Beschwerde

an das zuständige Bezirksgericht vom 21. Oktober 2009 (KG act. 2) und durch Schreiben vom 2. November 2009 (KG act. 5) - unter Nennung der betreffenden Gesetzesbestimmung - erläutert wurde, dass das Bezirksgericht N und nicht das Kassationsgericht die zuständige Aufsichtsbehörde über das Konkursamt L sei, und der Beschwerdeführer dennoch auf der Behandlung seiner Beschwerde durch das Kassationsgericht beharrt, handelt er mutwillig. Ihm sind deshalb die Kosten des Verfahrens vor Kassationsgericht aufzuerlegen. 5. Der vorliegende Entscheid betrifft die Zuständigkeit der kantonalen Aufsichts- behörden in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, weshalb als Rechtsmittel unabhängig vom Streitwert die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht zu bezeichnen ist (Art. 74 Abs. 2 lit. c SchKG).

Das Gericht beschliesst: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr für das Verfahren vor Kassationsgericht wird festgesetzt auf Fr. 400.--. 3. Die Kosten des Verfahrens vor Kassationsgericht werden dem Beschwerde- führer auferlegt. 4. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und das Bezirksgericht N, je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär:

Palavras-chave

jurisdictionsupervisory complaintbankruptcy officeinadmissibilitycostsvexatious litigationjudicial refusalreferral

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Questão jurídica principal

Whether the Kassation Court had jurisdiction to hear the Art. 17 SchKG complaint against the bankruptcy office

Decisão extraída

The complaint had to be brought before the locally competent first-instance supervisory authority, the Bezirksgericht N, not the Kassation Court.

Fundamentação extraída

Under § 107(1) GVG, the district courts are the first-instance supervisory authorities over bankruptcy offices in Zurich. The Kassation Court is neither an extraordinary supervisory authority nor a domestic enforcement authority for the cited ECtHR judgment. The filing had already been forwarded to the competent district court.

Questão jurídica principal

Whether costs should be imposed for the complaint proceedings

Decisão extraída

Yes. The complainant acted vexatiously and had to bear the court fee.

Fundamentação extraída

Despite being twice informed, with citation of the applicable legal basis, that the Bezirksgericht N was the competent authority, the complainant persisted in demanding review by the Kassation Court.

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