Non-entry for failure to post security in cassation appeal

AA080057Tribunal de Cassação7 de mai. de 2008Inadmissible

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P AG brought a cassation complaint against a judgment of the Handelsgericht Zürich that had dismissed both the main claim and the counterclaim in a dispute over payment claims. The Kassationsgericht had ordered a CHF 9,000 security deposit and warned that failure to pay would lead to non-entry. The deposit was not paid by the deadline, so the court held the complaint inadmissible and refused to examine the merits. It then charged the appellant with the CHF 2,000 court fee and ordered it to pay the respondent CHF 2,500 in party compensation.

Sumário Omnilex

§ 80 Abs. 1 ZPO; rechtzeitige Leistung der vom Rechtsmittelgericht angeordneten Prozesskaution als von Amtes wegen zu prüfende Prozessvoraussetzung für das Nichteintretensverfahren. Wird die Sicherheit innert Frist trotz Androhung nicht geleistet, tritt das Gericht auf die Beschwerde nicht ein. Die Kostenfolge richtet sich nach der allgemeinen Unterliegerregel; bei anwaltlich vertretener Gegenpartei ist zudem eine Parteientschädigung nach Ermessen geschuldet (vgl. §§ 64 Abs. 2, 68 Abs. 1, 69 ZPO; § 2 Abs. 3, § 10 Abs. 1 GGebV).

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Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA080057/U/mum Mitwirkende:die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser, die Kassationsrichter Paul Baumgartner und Matthias Brunner sowie der juristische Se- kretär Markus Nietlispach Zirkulationsbeschluss vom 7. Mai 2008 in Sachen P AG, ..., Klägerin, Widerbeklagte und Beschwerdeführerin gegen A AG, ..., Beklagte, Widerklägerin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwalt ... betreffend Forderung Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Februar 2008 (HG060399/U/dz)

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 1.a) Mit Urteil vom 5. Februar 2008 wies das Handelsgericht des Kantons Zürich (Vorinstanz) sowohl die von der Beschwerdeführerin (Klägerin und Wider- beklagte) gegen die Beschwerdegegnerin (Beklagte und Widerklägerin) erhobene Hauptklage über eine Forderung in der Höhe von Fr. 50'913.02 (zuzüglich Zins, Mahnspesen sowie Betreibungs- und Weisungskosten) als auch die Widerklage auf Bezahlung von Fr. 89'166.83 (zuzüglich Zins) unter anteilsmässiger Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ab (HG act. 33 = KG act. 2). b) Gegen dieses der Beschwerdeführerin am 28. Februar 2008 zugestellte (vgl. HG act. 34A) handelsgerichtliche Erkenntnis richtet sich die vorliegende, fristwahrend eingegangene (vgl. § 287 ZPO und §§ 191 f. GVG) Nichtigkeitsbe- schwerde vom 28. März 2008 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Urteils und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz (KG act. 1, insbes. S. 1). Mit Präsidialverfügung vom 31. März 2008 wurden die vorinstanzlichen Ak- ten beigezogen (s.a. KG act. 3 und 7) und der Beschwerdeführerin gestützt auf § 75 ZPO eine zehntägige Frist zur Leistung einer Prozesskaution von Fr. 9'000.-- angesetzt, unter der Androhung, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht ein- getreten würde (KG act. 4). Währenddem die Vorinstanz ausdrücklich auf Ver- nehmlassung zur Beschwerde verzichtet hat (KG act. 8), lässt die Beschwerde- gegnerin in ihrer rechtzeitig eingereichten (vgl. KG act. 4 und 5/2) Beschwerde- antwort vom 17. April 2008 den Antrag stellen, die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen (KG act. 9, insbes. S. 2). 2. Die Beschwerdeführerin nahm die (fristansetzende) Verfügung vom 31. März 2008 am 3. April 2008 in Empfang (KG act. 5/1). Unter Beachtung der für die Berechnung von Fristen einschlägigen Vorschriften (§§ 191-193 GVG) lief die der Beschwerdeführerin angesetzte Kautionsfrist demnach am Montag, 14. April 2008 (um Mitternacht) oder – hält man den Sechseläuten-Montag für ei- nen Quasi-Feiertag im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Europäischen Übereinkom-

mens über die Berechnung von Fristen vom 16. Mai 1972 (SR 0.211.122.3), d.h. um einen Tag, der wie ein gesetzlicher Feiertag behandelt wird (vgl. SJZ 2002, S. 619 f.), was offenbleiben kann – allenfalls am Dienstag, 15. April 2008 (um Mitter- nacht), ab. Bis zu diesem Zeitpunkt (und darüber hinaus bis zum heutigen Tag) ist die einverlangte Kaution nicht geleistet worden (vgl. KG act. 11). Da die rechtzei- tige Kautionsleistung eine von Amtes wegen zu prüfende Prozess- bzw. Rechts- mittelvoraussetzung darstellt (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürche- rischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich 1997, N 4 zu § 73 ZPO), ist deshalb androhungsgemäss (vgl. KG act. 4 S. 2, Ziff. 4; s.a. Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 2 zu § 80 ZPO) auf die Beschwerde nicht einzutreten (§ 80 Abs. 1 ZPO; s.a. Spühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zürich und im Bund, Zü- rich 1999, S. 79; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 4 vor §§ 259 ff. ZPO; Gulde- ner, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A., Zürich 1979, S. 491, 496 und 504). 3. Bei diesem Ausgang (Nichteintreten) sind die Kosten des Beschwerde- verfahrens, welche sich nach der am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen (revi- dierten) GGebV vom 4. April 2007 richten (vgl. § 19 GGebV) und in einer sämtli- che Kosten abdeckenden (und gemäss § 10 Abs. 1 GGebV [analog] erheblich zu reduzierenden) Gerichtsgebühr bestehen (§ 2 Abs. 3 GGebV), in Anwendung der auch im Rechtsmittelverfahren geltenden allgemeinen Regel (§ 64 Abs. 2 ZPO) der mit ihrem Rechtsmittelantrag unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle- gen (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 18 zu § 64 ZPO; Guldener, a.a.O., S. 406, Anm. 6/a). Zudem ist die Beschwerdeführerin zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin für die ihr im Zusammenhang mit der Beant- wortung der Beschwerde entstandenen Kosten und Umtriebe eine Prozessent- schädigung auszurichten (§ 68 Abs. 1 ZPO), deren Höhe gemäss den in der An- wGebV (vom 21. Juni 2006) statuierten Ansätzen nach Ermessen festzusetzen ist (§ 69 ZPO; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 2 zu § 69 ZPO und N 13 zu § 68 ZPO). 4. Beim vorliegenden Beschluss handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG in einer vermögensrechtlichen Zivilsache. Da unter Mitbe- rücksichtigung der Beschwerdebegründung (KG act. 1 S. 2 ff.) anzunehmen ist,

dass die Beschwerdeführerin das vorinstanzliche Urteil (trotz der zu weit gefass- ten Formulierung ihres Rechtsmittelantrags) nur insoweit anficht, als damit die Hauptklage abgewiesen wurde, d.h. dass sich ihr Aufhebungsantrag nicht auch auf die Abweisung der Widerklage erstreckt (vgl. zur Notwendigkeit der Ausle- gung von Rechtsbegehren Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 10 zu § 50 ZPO, N 16 zu § 54 ZPO; Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 8. A., Bern 2006, Kap. 1 Rz 79 f. und Kap. 7 Rz 8; SZZP 2007, S. 10; Pra 2007 Nr. 22, Erw. 4.2), liegt der (Rechtsmittel-)Streitwert bei Fr. 50'913.-- (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG). Demzufolge steht gegen den kassationsgerichtlichen Erledigungsentscheid aus den in Art. 95 ff. BGG genannten (Rüge-)Gründen die (ordentliche) Be- schwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG an das Bundesgericht offen (vgl. Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Zudem beginnt nach Art. 100 Abs. 6 BGG in Fällen der vorliegenden Art mit der Zustellung des ausserordentlichen Rechtsmittelent- scheids (d.h. des kassationsgerichtlichen Beschlusses) grundsätzlich auch die dreissigtägige Frist zur Anfechtung des handelsgerichtlichen Urteils mit Be- schwerde ans Bundesgericht (neu) zu laufen (s.a. KG act. 2 S. 33, Disp.-Ziff. 6/b Abs. 2). Ob diese Vorschrift auch dann Anwendung findet, wenn – wie hier – auf das ausserordentliche Rechtsmittel mangels Leistung der eingeforderten Pro- zesskaution nicht eingetreten wird, ist im Lichte der bundesgerichtlichen Praxis jedoch (höchst) fraglich (vgl. BGE 134 III 92 ff., Erw. 1.2 und 1.4) und wäre gege- benenfalls vom Bundesgericht zu entscheiden. Das Gericht beschliesst: 1. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 2'000.--. 3. Die Gerichtsgebühr wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

  1. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin für das Kassationsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'500.-- zu ent- richten. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Der Streitwert beträgt Fr. 50'913.--. Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien (an die Beschwerdeführerin unter Beilage von KG act. 9) und das Handelsgericht des Kantons Zürich, je ge- gen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär:

Palavras-chave

cassation appealsecurity depositnon-entrycourt costsparty compensationprocedural prerequisite

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the cassation complaint was admissible despite failure to post the ordered security deposit on time.

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because the court-ordered security deposit was not paid within the deadline and this procedural prerequisite must be examined ex officio.

Fundamentação extraída

The deadline expired at the latest on 2008-04-15; no payment had been made even by the decision date. Under the warning given in the order, non-payment required non-entry.

Questão jurídica principal

How the costs of the cassation proceedings should be allocated after non-entry.

Decisão extraída

The appellant had to bear the court fee and pay party compensation to the respondent.

Fundamentação extraída

As the losing party in the appellate proceeding, the appellant bears the costs; the respondent was represented by counsel and incurred compensable expenses.

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