Service to party instead of authorized representative invalid

C1 07 182Tribunal Cantonal24 de jun. de 2008Remanded

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Resumo

The cantonal court held that where a party is represented by an authorized counsel, judicial notices must be served on the representative under Art. 80 Abs. 1 ZPO. Here, the district judge had set the defendant’s response deadlines directly on the defendant personally despite a mandate in the file. The court found the service invalid and held that the defendant could not be regarded as in default. Because all participants had acted contrary to the duty of good faith in the handling of the service issue, the matter was remitted to the district judge to re-fix the second answer deadline properly.

Regest

Art. 80 Abs. 1 ZPO; service of judicial orders to an authorized representative; direct service on the party is ineffective. Where representation exists, procedural notices must be addressed to the representative in order to ensure legal certainty and determine with clarity which communications are deadline-triggering. A notice served only on the represented party is not legally valid and cannot produce procedural effects, in particular cannot establish default. If the irregularity cannot be attributed unilaterally to one party, it does not justify adverse consequences against that party; the matter is to be remitted for proper service and continuation of the proceedings.

Texto completo

RVJ/ZWR 2009

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Rechtsprechung der Zivil- und Strafrechtlichen

Abteilungen des Kantonsgerichts

Jurisprudence des Cours civiles et pénales

du Tribunal cantonal

Zivilprozessrecht

Procédure civile

KGE (I. Zivilrechtliche Abteilung) vom 24. Juni 2008 i.S. X. c. Y.

Zustellungen bei ermächtigter Vertretung (Art. 80 Abs. 1 ZPO)

Erfolgt eine Zustellung direkt an die Partei statt an ihren Vertreter, so ist

sie grundsätzlich ungültig und vermag insoweit keine Rechtswirkungen auszu-

lösen (E. 2).

Notifications au représentant autorisé (art. 80 al. 1 CPC)

Si la notification a lieu directement à la partie au lieu de son représentant, elle n’est

en principe pas valable et ne peut, par conséquent, produire aucun effet juridique

(consid. 2).

Aus den Erwägungen

(...)

  1. a) Hat die Partei einen ermächtigten Vertreter, ist gemäss Art. 80

Abs. 1 ZPO die richterliche Verfügung diesem zuzustellen. Diese Regel

beruht auf dem Grundsatz der Rechtssicherheit und dient dazu, von

vorneherein allfällige Zweifel darüber zu beseitigen, ob die Mitteilun-

gen direkt an die Partei oder an ihren Vertreter zu erfolgen haben,

sowie um klarzustellen, welches die fristauslösenden Mitteilungen sein

sollen (vgl. BGE 99 V 177 E. 3; ZWR 2007 S. 105 E. 2. c). Die Zustellung

einer Verfügung an die Partei persönlich anstatt an ihren Vertreter ist

mithin nicht gesetzeskonform.

b) Im vorliegenden Fall hat der Bezirksrichter der beklagten Par-

tei am 10. September und 11. Oktober 2007 persönlich die Fristen zur

Beantwortung der Klage angesetzt, obwohl die Klägerin im Rechts-

KGVS C1 07 182


bot vom 7. September 2007 das Vertretungsverhältnis betreffend auf

den Akt der Nichtvermittlung hingewiesen hat, den Rechtsanwalt A.

unterzeichnet hat und aktenmässig keine Hinweise gegeben sind,

wonach dieser die Beklagte nicht mehr vertritt. Die Fristen sind der

Beklagten somit nicht gesetzeskonform angesetzt worden. Aller-

dings war es einerseits die Klägerin, die den Rechtsvertreter in der

Klagedenkschrift nicht aufführte und sich überdies auch nicht an

den Richter wandte, als dieser trotz ihrer Mitteilung die Fristen der

beklagten Partei persönlich angesetzt und sie hievon Kenntnis erhal-

ten hatte. Andererseits wäre auf Grund der sie treffenden Sorgfalt

auch die Beklagte gehalten gewesen, spätestens bei Erhalt der zwei-

ten Fristansetzung sich beim Richter oder ihrem Rechtsvertreter zu

erkundigen, ob die Verfügung auch ihrem Rechtsvertreter zugestellt

worden sei. Gestützt auf welche Fristansetzung Letzterer die Kosten-

sicherheit verlangte, lässt sich aufgrund der vorhandenen Akten

nicht feststellen. Nach dem Gesagten haben alle Beteiligten nicht

nach dem in Art. 62 Abs. 1 ZPO statuierten Grundsatz von Treu und

Glauben gehandelt, was sich nicht einseitig zu Lasten einer Partei

auswirken darf.

c) Die richterliche Verfügung vom 11. Oktober 2007, womit der

Beklagten die zweite Frist (Art. 100 ZPO) zur Beantwortung der Klage

angesetzt wird, ist nicht rechtsgültig zugestellt worden, so dass die

Beklagte nicht als säumig betrachtet werden kann. Die Akten sind

daher zur Fortsetzung des Verfahrens an den Bezirksrichter zurückzu-

leiten; er hat der Beklagten die zweite Frist für die Klageantwort geset-

zeskonform anzusetzen.

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RVJ/ZWR 2009

Palavras-chave

service of processauthorized representativedefaultprocedural deadlineslegal certaintygood faith