National Council rejects postulate on traffic fine list

20016171Prática Administrativa Federal (VPB)9 de mar. de 1988Dismissed

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Resumo Omnilex

A member submitted a postulate requesting that violations of traffic rules such as leaving the engine running at a red light be added to the administrative fine list. The Federal Council opposed the request, arguing that only clearly definable mass offenses suitable for standardized treatment belong in that system and that the cited offenses required discretionary assessment and ordinary prosecution. The National Council voted 40 to 25 against transmission, so the postulate failed.

Sumário Omnilex

Parliamentary postulate; transmission depends on the chamber’s vote. Where the chamber rejects the postulate by majority, no instruction is given to the Federal Council and the request is not pursued further. The record here illustrates the political nature of the decision and the absence of binding legal consequences beyond the vote itself.

Texto completo

N 9 mars 1988

226

Postulat Martin Jacques

87.380

Postulat Günter Strassenverkehr. Erweiterung der Bussenliste Circulation routière. Nouvelles amendes d'ordre

Wortlaut des Postulates vom 19. März 1987 Der Bundesrat wird gebeten, Verstösse gegen Artikel 42 des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr (SVG) und Arti- kel 34 der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln (VRV), wie das Laufenlassen des Motors vor Rotlicht, in die Bussenliste der Verordnung über Ordnungsbussen im Strassenverkehr (OBV) aufzunehmen.

Texte du postulat du 19 mars 1987

Le Conseil fédéral est invité à faire figurer dans la liste des amendes annexée à l'ordonnance sur les amendes d'ordre infligées aux usagers de la route (OAO) les contraventions à l'article 42 de la loi sur la circulation routière (LCR) et à l'article 34 de l'ordonnance sur les règles de la circulation routière (OCR), comme le fait de laisser tourner son moteur à un feu rouge.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Maeder-Appenzell, Zwy- gart (2)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Keine - Aucun

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Mai 1987

Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mai 1987 Die Aufnahme eines Uebertretungstatbestands in die Ord- nungsbussenliste kommt nur dann in Frage, wenn es sich um ein sogenanntes Massendelikt handelt, das eindeutig definierbar und zweifelsfrei feststellbar ist und keine Ver- kehrsgefährdung beinhaltet. Es muss immer ein leicht sche- matisierbarer Tatbestand sein, der keine schwierigen Sach- verhalte mit Ermessensentscheiden enthält.

Sowohl die in Artikel 42 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) als auch insbesondere die in Artikel 34 der Verkehrs- regelnverordnung (VRV) festgelegte Vorschrift lässt dem Ermessen des einzelnen Polizisten einen weiten Spielraum offen. Wann liegt eine vermeidbare Belästigung im Sinne von Artikel 42 Absatz 1 SVG vor und wann handelt es sich im Sinne von Artikel 34 VRV um einen kürzeren Halt, bei dem der Motor abzustellen ist, wenn dadurch das Wegfahren nicht verzögert würde? Hierüber herrscht in Fachkreisen keine Einigkeit, obwohl die kantonalen Verkehrspolizeichefs gewisse Absprachen über das polizeiliche Einschreiten getroffen haben. Auch aus der Gerichtspraxis ergeben sich keine klaren Richtlinien.

Nach den erwähnten Prinzipien des Ordnungsbussenverfah- rens ist daher die gewünschte Erweiterung der Bussenliste nicht möglich. Verstösse gegen Artikel 34 VRV müssen von der Polizei verzeigt und im ordentlichen Verfahren geahndet werden.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt Ablehnung des Postulats.

Günter: Liebe verbliebene Kolleginnen und Kollegen, ich entschuldige mich, dass ich geblieben bin und das Postulat doch noch begründen möchte. Es geht hier nicht ums Gesetz, sondern um die Verordnung, und daher ist es auch nur ein Postulat.

Sie wissen, dass einige Kantone beschlossen haben, gemäss Gesetz zu büssen, wer seinen Motor vor Rotlicht

laufen lässt. Es ist offensichtlich, dass ein derartiges Verfah- ren sich für das Ordnungsbussenverfahren eignet. Der Bun- desrat wendet sich mit der Begründung dagegen, es sei schwer feststellbar, ob jemand den Motor laufen lässt; er bezweifelt insgesamt die Prinzipien und wünscht daher, dass hier ein normales gerichtliches Verfahren durchgeführt wird. Das ist von mir aus gesehen ein Unsinn. Ein Autofahrer hat ja jederzeit die Möglichkeit, die Ordnungsbusse nicht zu begleichen, und dann kommt das richterliche Verfahren ganz von selbst in Gang. Nachdem gewisse Kantone diese Busse einführen, scheint es mir nun wirklich richtig, wenn der Bundesrat die Bereitschaft erklärt, dieses Vergehen in die Bussenliste aufzunehmen. Es ist nicht ein schlimmes Vergehen - da sind wir uns wahrscheinlich alle einig -, aber es ist eines, zudem ein häufiges, und infolgedessen sollte man die Gerichte nicht damit überlasten. Man würde sich sonst dem Vorwurf aussetzen, man sabotiere insgeheim die ganze Aktion. Ich möchte daher Frau Bundesrätin Kopp ersuchen, sich bereit zu erklären, das Postulat entgegenzu- nehmen, nicht zuletzt als Hilfe an diejenigen Kantone, die diese Busse gemäss Gesetz nun eingeführt haben.

Präsident: Herr Günter hält an seinem Postulat fest.

Bundesratin Kopp: Der Bundesrat hat schriftlich Stellung genommen. Ich verzichte auf das Wort.

Abstimmung - Vote

Für Ueberweisung des Postulates Dagegen

25 Stimmen 40 Stimmen

86.960

Postulat Martin Jacques Benzin und Naturgas für Motorfahrzeuge Véhicules automobiles. Double propulsion par l'essence et le gaz naturel

Wortlaut des Postulates vom 10. Oktober 1986 In zahlreichen Ländern hat der kombinierte Antrieb von Motorfahrzeugen (Benzin/Naturgas) grossen Erfolg. Im Rah- men des Diversifikationsprogramms, das realisiert werden soll, sollte der Bundesrat diese neue Art von Energienutzung unbedingt fördern.

Texte du postulat du 10 octobre 1986

Dans de nombreux pays, la double propulsion de véhicules automobiles par le gaz naturel et l'essence connaît un grand succès. Dans le programme de diversification qui va se mettre en place, il est essentiel que notre exécutif fédéral encourage ce nouveau mode d'utilisation d'énergie.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Borel, Brélaz, Cevey, Christinat, Couchepin, Darbellay, Frey, Giger, Gloor, Jaggi, Longet, Massy, Petitpierre, Pidoux, Pini, Robbiani, Salvioni, Savary-Vaud, Wyss (19)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit En réponse aux nombreuses questions parlementaires fai- sant suite à l'accident de la centrale de Tchernobyl, le Conseil fédéral a nettement pris position en faveur d'un programme de large diversification des énergies utilisées en Suisse. Le succès de cette stratégie ne sera assuré que par une volonté permanente et inflexible de notre exécutif visant à changer certaines commodités. De même, l'exemple qu'il pense donner sera déterminant!

Le trafic automobile dépendant dans sa presque totalité de

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Günter Strassenverkehr. Erweiterung der Bussenliste Postulat Günter Circulation routière. Nouvelles amendes d'ordre

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Dans

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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1988

Année

Anno

Band

I

Volume

Volume

Session

Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

08

Séance

Seduta

Geschäftsnummer

87.380

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

09.03.1988 - 15:00

Date

Data

Seite

226-226

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Ref. No

20 016 171

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Palavras-chave

administrative finestraffic lawparliamentary postulatered lightmotor vehiclevote

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the postulate should be transmitted to the Federal Council.

Decisão extraída

The postulate was not transmitted because the National Council rejected it by vote.

Fundamentação extraída

The Federal Council had stated that the offenses were not suitable for the administrative fine system because they were not sufficiently clear and standardized; the Council followed this view.

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