Photocopy of debt acknowledgment insufficient when signature is disputed

RBOG 1996 Nr. 19Outro Tribunal19 de fev. de 1996Modified

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Resumo Omnilex

The appellate court held that, in provisional debt-enforcement proceedings, a photocopy of a debt acknowledgment is insufficient when the debtor promptly and credibly disputes the signature, requests the original, and alleges forgery. Because the creditor neither produced the original nor explained its absence, the copy lost its evidentiary suitability under Art. 82 SchKG in conjunction with § 189 aZPO (TG). The appeal was therefore successful and the provisional legal opening was refused.

Sumário Omnilex

Art. 82 SchKG; § 189 aZPO (TG); provisional legal opening based on copy of debt acknowledgment where signature is disputed. In principle, documentary evidence must be filed in original; exceptions allowing copies also apply in legal-opening proceedings. A photocopy may suffice only so long as the debtor does not plausibly contest the document’s authenticity or the signature. If the debtor raises a timely and credible objection to forgery and requests production of the original, the creditor must produce the original or give a substantiated reason for its absence; otherwise the copy is not a legally sufficient title for provisional enforcement (consid. 2).

Texto completo

Bei Verdacht auf Fälschung einer Schuldanerkennung hat der Gläubiger das Original einzureichen


Art. 82 SchKG, § 189 aZPO (TG)


1. Gestützt auf die Kopie eines vom Rekurrenten unterzeichneten Kundendoppels eines Auszahlungsbelegs erteilte die Vorinstanz provisorische Rechtsöffnung. Im Rekursverfahren führt der Rekurrent an, die Gegenpartei habe im Rechtsöffnungsverfahren lediglich eine Fotokopie des Kundendoppels des Kassabelegs eingereicht. Der Rekurrent habe das Original dieses Doppels nicht unterschrieben und wegen Verdachts der Urkundenfälschung eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

2. Nach § 189 Abs. 1 ZPO sind Urkunden in der Regel im Original einzureichen. Ausnahmen von der Originalvorlage sind somit grundsätzlich zulässig. Als solche kommen vorab Fotokopien in Betracht. Im Streitfall ist es Sache der richterlichen Beweiswürdigung, ob auf Kopien abgestellt oder aber Vorlage des Originals resp. einer beglaubigten Abschrift verlangt wird. Ist letzteres der Fall, wird der entsprechenden Partei regelmässig eine Nachfrist zur Einreichung des Originals angesetzt (vgl. RBOG 1990 Nr. 33 Ziff. 2). Auch im Rechtsöffnungsverfahren gilt grundsätzlich § 189 ZPO. Sind Originalbelege vorhanden, sollen diese eingereicht werden. Es genügt indessen, wenn der Gläubiger die Fotokopie einer schriftlichen Schuldanerkennung einreicht, sofern der Schuldner die Rechtsgültigkeit des Beweismittels oder seiner Unterschrift nicht bestreitet (BlSchK 43, 1979, S. 101 f.; RBOG 1990 Nr. 33; Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 10 N 5, 6, 11).

Die Echtheit einer Unterschrift ist zu vermuten. Es obliegt dem Betriebenen, der diese Echtheit bestreitet, die Wahrscheinlichkeit seiner Einrede glaubhaft zu machen (Panchaud/Caprez, § 4 N 1). Bestreitet der Schuldner wie im vorliegenden Fall die Echtheit einer Unterschrift, welche auf einer nur in Fotokopie eingereichten Urkunde enthalten ist, bereits vor erster Instanz, verlangt er zudem die Vorlage des Originals und hält diese Einrede auch in seiner Rekursbegründung aufrecht, erscheint die Einrede eher glaubhaft, wenn der Gläubiger mit seiner Rekursantwort nicht zumindest von sich aus das Original einreicht oder begründet, weshalb er die Originalurkunde nicht ins Recht legt. Der Rekurrent hatte bereits vor Vorinstanz geltend gemacht, er habe der Rekursgegnerin die Fr. 26'000.-- nach dem Bezug übergeben und nie ein Kundendoppel unterzeichnet. Die Unterschrift auf der Kopie müsse gefälscht sein; es falle auf, dass die Rekursgegnerin nicht das Original einreiche. Die Einrede der Fälschung erhob der Rekurrent auch im Rekursverfahren. Der Einwand ist zudem noch glaubhafter, wenn der Betriebene eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Urkundenfälschung einreichte, und wenn die Unterzeichnung einer solchen Urkunde - wie von der Rekursgegnerin selbst zugestanden - eher nicht üblich ist. Alsdann wäre es an der Rekursgegnerin, diese Behauptungen mit der Vorlage des Originals oder mit substantiierten Gegenargumenten zu entkräften. Sie hielt im Rekursverfahren indessen lediglich an ihrer eigenen Sachdarstellung fest. Damit aber verliert die fragliche Fotokopie ihre Eignung als Rechtsöffnungstitel im Sinn von Art. 82 SchKG.

Rekurskommission, 19. Februar 1996, BR 95 137

Palavras-chave

debt enforcementprovisional legal openingcopy evidenceforgerysignature disputeoriginal documentburden of proof

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Questão jurídica principal

Whether a photocopy of a written debt acknowledgment can serve as a title for provisional legal opening when the debtor contests the signature and requests the original.

Decisão extraída

No. Once the debtor plausibly disputes the authenticity of the signature and asks for the original, the creditor must produce the original or substantiate why it cannot be produced; otherwise the photocopy loses its value as a legal-opening title.

Fundamentação extraída

Under § 189 ZPO originals are generally to be filed, and in legal-opening proceedings a photocopy suffices only if the debtor does not dispute the legal validity of the document or the signature. Here the debtor challenged the signature already before the first instance, maintained the objection on appeal, filed a criminal complaint for forgery, and the creditor did not submit the original or explain its absence. The copy was therefore no longer suitable as proof under Art. 82 SchKG.

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