Costs in enforcement of child return under Hague Convention

ZK2 2019 3Outro Tribunal21 de fev. de 2019Granted

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Resumo Omnilex

The Schwyz Cantonal Court joined two related enforcement proceedings for a child-return case and decided only the costs after the child had returned to Chile. It ordered the respondent, who had wrongfully retained the child, to reimburse the applicant's travel costs and to pay the applicant's legal costs. The court also held that no court fees could be charged in return proceedings; the translation costs and the child's representative's fee were therefore borne by the court registry. The respondent's objection that the applicant's claimed expenses no longer related to the return proceedings was rejected.

Sumário Omnilex

Art. 26 Abs. 2 and 4 HKÜ; Art. 14 BG-KKE; costs in child-return enforcement proceedings. In return proceedings, no court fees may be charged; necessary costs of the proceedings, including translation costs and remuneration of the child's representative, are borne by the state. Where return is ordered and the circumstances so justify, the person who wrongfully removed or retained the child may be ordered to reimburse the applicant's necessary expenses, in particular travel costs and costs of legal representation. The causal link is not defeated by the fact that the immediate failure of return results from the child's own refusal to cooperate, if the expenses arise from the respondent's prior wrongful retention (consid. relevant).

Texto completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Beschluss vom 23. April 2019

ZK2 2019 2 und 3

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Josef Reichlin, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr.

In Sachen

A.________, Gesuchsteller,

vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

C.________, Gesuchsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, und/oder vertreten durch Rechtsanwältin E.________,

und

F.________, vertreten durch Rechtsanwalt G.________,

betreffend

Vollstreckung Kindesrückführung (Kostenentscheid)

hat die 2. Zivilkammer,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass das Vollstreckungsgesuch mit Beschluss vom 28. Januar 2019 (ZK2 2019 2) gutgeheissen und der Rückkehrtermin für F.________ auf den 1. Februar 2019 festgesetzt wurde;

  • dass A.________ am 31. Januar 2019 in die Schweiz reiste (vgl. KG-act. 1/1, ZK2 2019 2), in Bern übernachtete, ein Fahrzeug mietete (KG-act. 11/1, ZK2 2019 2) und beabsichtigte, mit F.________ am 1. Februar 2019 nach Santiago de Chile zurückzukehren (KG-act. 11/2, ZK2 2019 2);

  • dass die Rückführung von F.________ scheiterte, weil sie sich am 1. Februar 2019 bei der Konsularabteilung der chilenischen Botschaft in Bern geweigert habe, ihre Fingerabdrücke abzugeben, welche für die Ausstellung ihres Reisedokuments („laisser-passer“ bzw. „salvoconducto“) notwendig gewesen wären (vgl. KG-act. 1 bzw. 2 und 3 bzw. 12 in ZK2 2019 3);

  • dass mit Beschluss vom 21. Februar 2019 (ZK2 2019 3) die Rückreise per 22. Februar 2019 datiert sowie weitere Massnahmen angeordnet wurden;

  • dass der Gesuchsteller dem Kantonsgericht am 26. Februar 2019 mitteilte, F.________ sei am 23. Februar 2019 in Chile angekommen (KG-act. 45 [Fax] bzw. 46);

  • dass die Kosten der beiden Verfahren mit separatem Entscheid aufzuerlegen sind (ZK2 2019 2, Beschluss vom 28. Januar 2019, Dispositivziffer 7; ZK2 2019 3, Beschluss vom 21. Februar 2019, Dispositivziffer 22);

  • dass die beiden Verfahren zur Vereinfachung zu vereinigen sind

(vgl. Art. 125 lit. c ZPO);

  • dass bei Rückführungsverfahren gemäss Art. 26 Abs. 2 HKÜ i.V.m. Art. 14 BG-KKE keine Gerichtsgebühren erhoben werden dürfen, weshalb vorliegend die Gerichtskosten inkl. der Übersetzungskosten des Beschlusses vom 21. Februar 2019 (KG-act. 44, ZK2 2019 3) und der Entschädigung des Kindesvertreters (KG-act. 48, ZK2 2019 3) zu Lasten des Staates gehen;

  • dass die Gerichte, sofern sie die Rückgabe des Kindes anordnen und es angezeigt erscheint, der Person, die das Kind verbracht oder zurückgehalten hat, die Erstattung der dem Gesuchsteller selbst oder für seine Rechnung entstandenen notwendigen Kosten auferlegen können, wozu insbesondere die Reisekosten, die Kosten der Rechtsvertretung des Gesuchstellers und die Kosten für die Rückgabe des Kindes gehören (Art. 26 Abs. 4 HKÜ; vgl. Urteil BGer 5A_429/2015 vom 22. Juni 2015, E. 7);

  • dass die Gesuchsgegnerin die Höhe der Reisekosten des Gesuchstellers für die gescheiterte Rückkehr von F.________ am 1. Februar 2019 von Fr. 2'932.25 (KG-act. 15/1-7, ZK2 2019 2) anerkannte (KG-act. 17, ZK2 2019 2) und sie sich zu den von der Kantonsgerichtskasse bereits vorab bezahlten Flugkosten des Gesuchstellers und von F.________ (KG-act. 50, ZK2 2019 3) für die erfolgreiche Rückkehr vom 22. Februar 2019 nicht äusserte (vgl. KG-act. 54, ZK2 2019 3);

  • dass es angesichts des Umstands, dass die Gesuchsgegnerin F.________ im Sommer 2018 nicht freiwillig nach Chile zurückbrachte, was überhaupt zu den vorliegenden Verfahren führte, sie also das Kind zurückhielt, und in Anbetracht der finanziellen Verhältnisse der Gesuchsgegnerin angezeigt erscheint, ihr die erwähnten Kosten gestützt auf Art. 26 Abs. 4 HKÜ aufzuerlegen;

  • dass der Gesuchsteller in den beiden Vollstreckungsverfahren überdies kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellte (vgl. BGer 5A_997/2019 vom 11. Januar 2019);

  • dass die gesuchstellerische Rechtsanwältin zwei Kostennoten über Fr. 1'925.00 (inkl. Auslagen und MWST, ZK2 2019 2, KG-act. 15/8) und Fr. 3'021.60 (inkl. Auslagen und MWST, ZK2 2019 3, KG-act. 47/1) einreichte, welche insbesondere aufgrund der Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Beschaffung von Reisepapieren für F.________ und der aufwändigen Organisation der Rückkehrmodalitäten angemessen erscheinen (vgl. § 10 i.V.m. § 2 GebTRA);

  • dass sich der Beizug einer Rechtsanwältin für den sich im Ausland befindenden Gesuchsteller im Hinblick auf die tatsächlichen Schwierigkeiten auch im Vollstreckungsverfahren als notwendig erwies;

  • dass die Gesuchsgegnerin vorbringt, der geltend gemachte Aufwand beschlage nicht mehr das Rückführungsverfahren, welches bereits rechtskräftig abgeschlossen sei, und die Weigerung von F.________ zur Mitwirkung bei der Beschaffung des Reisepapiers habe nicht die Mutter zu verantworten (KG-act. 17, ZK2 2019 2);

  • dass jedoch sämtlicher Entschädigungsaufwand in beiden Vollstreckungsverfahren aufgrund der widerrechtlichen Zurückbehaltung von F.________ durch die Gesuchsgegnerin anfiel, alle diese Kosten also im Rahmen der Rückführung entstanden, weshalb nicht entscheidend ist, dass nicht die Gesuchsgegnerin, sondern sich F.________ am 1. Februar 2019 geweigert habe, ihre Fingerabdrücke abzugeben

(vgl. auch KG-act. 19, ZK2 2019 2);

  • dass die Gesuchsgegnerin den Gesuchsteller deshalb vollständig zu entschädigen hat (Art. 26 Abs. 4 HKÜ);-

beschlossen:

1. Die Gesuchsgegnerin hat dem Gesuchsteller dessen Reisekosten von Fr. 2'932.25 zu bezahlen (ZK2 2019 2).

2. Die Gesuchsgegnerin hat der Kantonsgerichtskasse für die Flugkosten des Gesuchstellers und F.________ Fr. 5'902.85 zu überweisen (ZK2 2019 3).

3. Die Gerichtskosten von total Fr. 7'825.00, bestehend aus der Gerichtsgebühr von Fr. 2’000.00, den Übersetzungskosten von Fr. 2'000.00 (inkl. MWST) und der Entschädigung des Kindesvertreters von Fr. 3'825.00 (inkl. Auslagen und MWST), gehen zu Lasten der Kantonsgerichtskasse.

4. Die Gesuchsgegnerin hat den Gesuchsteller ausserrechtlich mit total Fr. 4'946.60 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen.

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

6. Zufertigung an Rechtsanwältin B.________ (2/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), Rechtsanwältin E.________ (1/R), Rechtsanwalt G.________ (2/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Namens der 2. Zivilkammer

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Die Gerichtsschreiberin

Versand

23. April 2019 kau

Palavras-chave

child returnHague Conventioncost allocationtravel expenseslegal feeswrongful retentionstate costsenforcement proceedings

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the two enforcement proceedings should be joined for a simplified cost decision

Decisão extraída

The two proceedings were joined for the purpose of deciding costs.

Fundamentação extraída

Joinder was appropriate to simplify the handling of the related proceedings.

Questão jurídica principal

Whether court fees and related court costs should be charged to the parties or the state

Decisão extraída

No court fees were imposed; the court costs, including translation costs and the child representative's fee, were borne by the Kantonsgerichtskasse.

Fundamentação extraída

In child-return proceedings, no court fees may be charged under the Hague Convention and the implementing federal act.

Questão jurídica principal

Whether the respondent must reimburse the applicant's travel expenses and private legal costs

Decisão extraída

The respondent must reimburse the applicant's travel expenses and pay a total extrajudicial compensation of CHF 4,946.60.

Fundamentação extraída

Because the respondent had wrongfully retained the child and had previously failed to return the child voluntarily, all necessary expenses incurred in both enforcement proceedings were caused by that retention and had to be fully compensated.

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