Appeal struck out for no appeal declaration

STK 2017 59Outro Tribunal8 de nov. de 2017Dismissed

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Resumo Omnilex

The accused lodged a timely notice of appeal against the judgment of the District Court of Schwyz, but failed to file an appeal declaration within the 20-day statutory period. The Vice President of the Cantonal Court held that the two-step appeal filing requirement had not been fulfilled and that the omission amounted to a waiver. The appeal was therefore struck out in summary fashion. Second-instance court costs of CHF 300 were imposed on the State, and no compensation was awarded.

Sumário Omnilex

Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO; Berufungserklärung als Gültigkeitserfordernis; Unterbleiben der Berufungserklärung nach fristgerechter Berufungsanmeldung. Die Berufung ist nur gültig erhoben, wenn der Rechtsmittelwille fristgerecht sowohl mit der Anmeldung als auch mit der Erklärung kundgetan wird, sofern das begründete Urteil separat eröffnet wurde. Wird die Berufungserklärung nicht innert Frist eingereicht, liegt ein nachträglicher Verzicht vor; das Rechtsmittel ist präsidial abzuschreiben und nicht nach Art. 403 StPO zu behandeln (vgl. auch Art. 386 StPO). Bei diesem Ausgang gehen die Kosten der zweiten Instanz zulasten des Staates; Entschädigungen werden mangels Aufwand nicht zugesprochen.

Texto completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 8. November 2017

STK 2017 59

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Staatsanwaltschaft Innerschwyz, Postfach 562, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwalt C.________, 2.****D.________, Privatklägerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt E.________, 3.****F.________, Privatkläger und Berufungsgegner,

betreffend

Drohung, Widerhandlung gegen das Waffengesetz etc.

(Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 23. August 2017, SGO 2017 1);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Beschuldigte gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 23. August 2017 am 5. September 2017 fristgerecht Berufung anmeldete (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm das begründete Urteil am 28. September 2017 zugestellt wurde;

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am 18. Oktober 2017 endete, keine Berufungserklärung einging;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 399 N 10 f.; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 f. und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt wurde, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt E.________ (2/R), F.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Staatsanwaltschaft Innerschwyz (1/A) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldungen an das Verkehrsamt und an die KOST) sowie an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

8. November 2017 kau

Palavras-chave

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Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the appeal had to be struck out because no appeal declaration was filed after the appeal announcement.

Decisão extraída

The appeal was declared concluded by waiver of the appeal declaration and struck out.

Fundamentação extraída

The appeal periods are validity requirements; the will to appeal must be expressed twice unless the judgment is served with reasons directly. Since only the notice of appeal was filed and no appeal declaration followed, this amounted to a subsequent waiver.

Questão jurídica principal

Allocation of second-instance court costs

Decisão extraída

Second-instance court costs of CHF 300 were borne by the State.

Fundamentação extraída

Because the appeal ended without further proceedings, no compensation was awarded and the costs were charged to the State.

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