Non-entry on appeal for insufficient reasoning and lateness

BEK 2020 84Outro Tribunal17 de jun. de 2020Dismissed

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Resumo Omnilex

The Kantonsgericht Schwyz dismissed an appeal against a district court order granting definitive debt enforcement. It held that the appellant’s filing lacked the required substantiated reasoning under Art. 321 ZPO and that the appeal period had already expired when the complaint was posted. The request for free legal aid was refused because the appeal was manifestly hopeless. The recusal request against the non-participating court president was not entered into, and the recusal request against the presiding judge failed for lack of credible, specific grounds. Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 321 ZPO, Art. 49 Abs. 1 Satz 2 ZPO, Art. 117 lit. b ZPO; admissibility of a civil appeal and recusal motion. An appeal must contain concrete requests and a reasoned challenge identifying the alleged defects; the appellate court applies a duty of complaint, though slightly relaxed standards may apply to lay submissions. If the substantiation defect is indicated but not cured within the still-running appeal period, non-entry follows. Statutory deadlines cannot be extended; reinstatement requires sufficiently substantiated and documented grounds. Legal aid is to be refused where the appeal is manifestly hopeless. Recusal requires credible, specific facts; vague allegations do not suffice.

Texto completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 17. Juni 2020

BEK 2020 84

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Schwyz, 6430 Schwyz, Gesuchsteller und Beschwerdegegner,

vertr. durch Kantonsgerichtskasse, Postfach 2265, Kollegiumstrasse 28, 6431 Schwyz,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 8. Mai 2020, ZES 2020 35);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. Mai 2020 das definitive Rechtsöffnungsbegehren des Gesuchstellers guthiess, auf Ausstandsbegehren des Gesuchsgegners nicht eintrat und das Sistierungsgesuch des Gesuchsgegners abwies (Dispositivziff. 1-3 der angef. Verfügung);

  • dass der Gesuchsgegner mit Beschwerde vom 28. Mai 2020 diesen Entscheid des Bezirksgerichts Einsiedeln beim Kantonsgericht anfocht

(KG-act. 1);

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist, die Beschwerde insbesondere konkrete Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, und in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet; mithin im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/‌Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei an Laieneingaben etwas weniger strenge Anforderungen gestellt werden dürfen (Freiburghaus/‌Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch auch hier ausgeschlossen ist (Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO);

  • dass der Gesuchsgegner in der Beschwerde vom 28. Mai 2020 diese inhaltlichen Anforderungen mangels Begründung offenkundig nicht erfüllte;

  • dass dem Gesuchsgegner – weil es sich offenkundig um eine Laieneingabe handelt – mit Verfügung vom 29. Mai 2020 dieser Mangel aufgezeigt wurde und ihm Gelegenheit eingeräumt wurde, die Beschwerde innert allenfalls noch laufender Rechtsmittelfrist entsprechend zu verbessern, unter Hinweis darauf, dass im Säumnisfall auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (KG-act. 3);

  • dass der Gesuchsgegner keine Verbesserung einreichte, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Kontrolle des vorab per Fax eingeholten Zustellnachweises in den vorinstanzlichen Akten ergab (Vi-act. D6), dass dem Gesuchsgegner die angefochtene Verfügung am 18. Mai 2020 zugestellt wurde, weshalb die Rechtsmittelfrist ohnehin am 28. Mai 2020, also am Tag der Aufgabe der Beschwerde, bereits ablief und die Beschwerde also gar nicht mehr verbessert werden konnte;

  • dass gesetzliche Fristen wie die vorliegende Beschwerdefrist (Art. 321 Abs. 2 ZPO) nicht erstreckt werden können (Art. 144 Abs. 1 ZPO) und Gründe für eine Wiederherstellung weder ausreichend konkret geltend gemacht noch belegt werden (KG-act. 1 und 7; Art. 148 ZPO);

  • dass die Beschwerde mangels verbesserlicher Begründung von vornherein aussichtslos war (Art. 117 lit. b ZPO) und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege deshalb ohne Weiteres abzuweisen ist;

  • dass auf das Ausstandsgesuch (KG-act. 7) gegen den am vorliegenden Verfahren gar nicht beteiligten Kantonsgerichtspräsidenten nicht einzutreten ist;

  • dass auf das Ausstandsgesuch gegen den Vorsitzenden ebenso wenig einzutreten ist, weil die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind (Art. 49 Abs. 1 Satz 2 ZPO), dem Gesuch aber nur sehr pauschale und nicht weiter spezifizierte Vorwürfe von Teilnahmen an anderen Verfahren zu entnehmen sind, womit nicht einmal klar wird, worin der Ausstandsgrund konkret überhaupt bestehen soll (KG-act. 7, vgl. Art. 47 Abs. 1 ZPO), weshalb der Vorsitzende von der Beurteilung der Beschwerde und der Gesuche auch nicht Abstand zu nehmen hat (vgl. auch § 90 Abs. 2 JG);

  • dass die Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Gesuchsgegner aufzuerlegen sind;

  • dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, nachdem keine Beschwerdeantwort eingeholt worden ist;

  • dass das Nichteintreten auf die Beschwerde und das Ausstandsgesuch sowie die Abweisung des Begehrens um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde und die Gesuche wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden dem Gesuchsgegner auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 6'800.00.

4. Zufertigung an den Gesuchsgegner (1/R), den Gesuchsteller (1/ES, inkl. Kopie KG-act. 7 mit Beilagen), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

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17. Juni 2020 kau

Palavras-chave

debt enforcementappeal admissibilityreasoned appealtime limitrecusallegal aidlay submissioncourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the appeal against the district court order was admissible despite lacking concrete grounds and requests.

Decisão extraída

No. The appeal did not meet the written and reasoned substantiation requirements of Art. 321 ZPO, and the appellant did not cure the defect in time.

Fundamentação extraída

The complaint contained no adequate reasoning; after the defect was pointed out, no corrected filing was submitted within the appeal period. As a legal deadline, the time limit could not be extended.

Questão jurídica principal

Whether the appeal period had already expired when the complaint was filed.

Decisão extraída

Yes. The challenged order had been served on 2020-05-18, so the deadline expired on 2020-05-28, the day the complaint was posted.

Fundamentação extraída

The service record confirmed receipt on 18 May 2020. Since statutory deadlines cannot be extended and no substantiated reinstatement grounds were shown, the appeal was out of time.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to legal aid.

Decisão extraída

No. The appeal was hopeless because the defective reasoning could not be cured after expiry of the deadline.

Fundamentação extraída

An action that is manifestly doomed to fail does not satisfy the requirement of non-frivolity under Art. 117 lit. b ZPO.

Questão jurídica principal

Whether the recusal requests against the chamber president and the presiding judge were admissible and justified.

Decisão extraída

No. No recusal was ordered; the request concerning the non-participating court president was not entered into, and the request against the presiding judge lacked sufficiently substantiated facts.

Fundamentação extraída

Recusal facts must be made credible. The motion only contained vague allegations of participation in other proceedings and did not concretely identify a recusal ground.

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