Non-entry on appeal for insufficient reasoning

BEK 2020 83Outro Tribunal17 de jun. de 2020Dismissed

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Resumo Omnilex

The appellant challenged a district court order granting definitive debt enforcement, refusing recusal and denying a stay. The Kantonsgericht held that the appeal did not satisfy the mandatory reasoning requirements and was not cured in time; in fact, the appeal deadline had already expired when the appeal was filed. It therefore did not enter into the appeal or the recusal motions. Legal aid was refused because the appeal was manifestly hopeless. Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant, and no party compensation was awarded.

Sumário Omnilex

Art. 321 ZPO; admissibility of a civil appeal and requirements of reasoning; an appeal must contain specific prayers and substantiated grounds identifying the challenged part and the alleged defect. The appellate court applies a duty to object, but even for lay submissions the defect must be curable only within the appeal period; after expiry, no later supplementation is possible (consid. on Art. 321 Abs. 2, Art. 144 Abs. 1, Art. 148 ZPO). A request for legal aid must be refused if the appeal is hopeless (Art. 117 lit. b ZPO). Recusal under Art. 47 and 49 ZPO requires credible, concretely substantiated facts; vague allegations do not suffice. Costs follow the outcome under Art. 106 Abs. 1 ZPO.

Texto completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 17. Juni 2020

BEK 2020 83

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Schwyz, 6430 Schwyz, Gesuchsteller und Beschwerdegegner,

vertr. durch Kantonsgerichtskasse, Postfach 2265, Kollegiumstrasse 28, 6431 Schwyz,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 8. Mai 2020, ZES 2020 36);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. Mai 2020 das definitive Rechtsöffnungsbegehren des Gesuchstellers guthiess, auf Ausstandsbegehren der Gesuchsgegnerin nicht eintrat und das Sistierungsgesuch der Gesuchsgegnerin abwies (Dispositivziff. 1-3 der angef. Verfügung);

  • dass die Gesuchsgegnerin mit Beschwerde vom 28. Mai 2020 diesen Entscheid des Bezirksgerichts Einsiedeln beim Kantonsgericht anfocht

(KG-act. 1);

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist, die Beschwerde insbesondere konkrete Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, und in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet; mithin im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/‌Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei an Laieneingaben etwas weniger strenge Anforderungen gestellt werden dürfen (Freiburghaus/‌Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch auch hier ausgeschlossen ist (Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO);

  • dass die Gesuchsgegnerin in der Beschwerde vom 28. Mai 2020 diese inhaltlichen Anforderungen mangels Begründung offenkundig nicht erfüllte;

  • dass der Gesuchsgegnerin – weil es sich offenkundig um eine Laieneingabe handelt – mit Verfügung vom 29. Mai 2020 dieser Mangel aufgezeigt wurde und ihr Gelegenheit eingeräumt wurde, die Beschwerde innert allenfalls noch laufender Rechtsmittelfrist entsprechend zu verbessern, unter Hinweis darauf, dass im Säumnisfall auf die Beschwerde nicht eingetreten werde

(KG-act. 3);

  • dass die Gesuchsgegnerin keine Verbesserung einreichte, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Kontrolle des vorab per Fax eingeholten Zustellnachweises in den vorinstanzlichen Akten ergab (Vi-act. D6), dass der Gesuchsgegnerin die angefochtene Verfügung am 18. Mai 2020 zugestellt wurde, weshalb die Rechtsmittelfrist ohnehin am 28. Mai 2020, also am Tag der Aufgabe der Beschwerde, bereits ablief und die Beschwerde also gar nicht mehr verbessert werden konnte;

  • dass gesetzliche Fristen wie die vorliegende Beschwerdefrist (Art. 321 Abs. 2 ZPO) nicht erstreckt werden können (Art. 144 Abs. 1 ZPO) und Gründe für eine Wiederherstellung weder ausreichend konkret geltend gemacht noch belegt werden (KG-act. 1 und 7; Art. 148 ZPO);

  • dass die Beschwerde mangels verbesserlicher Begründung von vornherein aussichtslos war (Art. 117 lit. b ZPO) und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege deshalb ohne Weiteres abzuweisen ist;

  • dass auf das Ausstandsgesuch (KG-act. 7) gegen den am vorliegenden Verfahren gar nicht beteiligten Kantonsgerichtspräsidenten nicht einzutreten ist;

  • dass auf das Ausstandsgesuch gegen den Vorsitzenden ebenso wenig einzutreten ist, weil die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind (Art. 49 Abs. 1 Satz 2 ZPO), dem Gesuch aber nur sehr pauschale und nicht weiter spezifizierte Vorwürfe von Teilnahmen an anderen Verfahren zu entnehmen sind, womit nicht einmal klar wird, worin der Ausstandsgrund konkret überhaupt bestehen soll (KG-act. 7, vgl. Art. 47 Abs. 1 ZPO), weshalb der Vorsitzende von der Beurteilung der Beschwerde und der Gesuche auch nicht Abstand zu nehmen hat (vgl. auch § 90 Abs. 2 JG);

  • dass die Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen sind;

  • dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, nachdem keine Beschwerdeantwort eingeholt wurde;

  • dass das Nichteintreten auf die Beschwerde und das Ausstandsgesuch sowie die Abweisung des Begehrens um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde und die Gesuche wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden der Gesuchsgegnerin auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 6'450.00.

4. Zufertigung an die Gesuchsgegnerin (1/R), den Gesuchsteller (1/ES, inkl. Kopie KG-act. 7 mit Beilagen), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

17. Juni 2020 kau

Palavras-chave

debt enforcementappeal admissibilityreasoned appealrecusallegal aidlate filingcosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the appeal met the formal reasoning requirements of Art. 321 ZPO

Decisão extraída

The appeal was inadmissible because it lacked the required specific prayers and substantiated grounds, and the defect was not cured within the time limit.

Fundamentação extraída

A civil appeal must be written, reasoned, and identify the contested part and the concrete grounds. The appellant submitted no sufficient reasoning, was warned and given an opportunity to cure, but did not do so; the deadline had in any event already expired.

Questão jurídica principal

Whether the request for recusal of the cantonal court president and the presiding judge was admissible

Decisão extraída

No entry was made on the recusal request against the non-involved court president, and the request against the presiding judge was also rejected for lack of substantiated facts.

Fundamentação extraída

Recusal facts must be made credible. The request contained only vague allegations of participation in other proceedings and did not concretely identify any recusal ground.

Questão jurídica principal

Whether legal aid should be granted

Decisão extraída

Legal aid was denied because the appeal was hopeless from the outset.

Fundamentação extraída

Since the appeal lacked a curable substantiated reasoning and was already out of time, it had no prospects of success.

Questão jurídica principal

How the costs of the appeal proceedings should be allocated

Decisão extraída

The appeal costs were charged to the appellant.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome under Art. 106 ZPO.

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