Criminal recusal request rejected for lack of substantiated bias

BEK 2019 88Outro Tribunal21 de ago. de 2019Dismissed

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Resumo Omnilex

The Schwyz cantonal court had to decide a criminal recusal request against a district prosecutor. The applicant argued that the prosecutor was allegedly subordinate to the accused and that they knew each other personally. The court held that district prosecutors are supervised by the Oberstaatsanwaltschaft, not by the district courts, and that prosecuting the case before the criminal courts is a normal statutory function. It further found that the applicant had not made any bias-inducing facts credible: vague suspicions, criticism of other cases, and the fact that the prosecutor and accused were on familiar terms did not suffice. The request was dismissed insofar as it was admissible, and costs of CHF 800 were imposed on the applicant.

Sumário Omnilex

Art. 56 lit. f, Art. 58 Abs. 1 and Art. 59 Abs. 4 StPO; recusal of a public prosecutor; mere hierarchical or professional proximity to the accused does not establish bias. A recusal ground requires objectively substantiated circumstances that could create an appearance of partiality in the eyes of an impartial observer. The burden rests on the applicant to make the relevant facts credible. General suspicions, criticism of the handling of other proceedings, and ordinary collegial relations such as familiarity or being on familiar terms are insufficient. The prosecutor’s statutory role in conducting and presenting the prosecution before the criminal courts cannot, by itself, constitute a ground for recusal (consid. 3-4).

Texto completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Beschluss vom 21. August 2019

BEK 2019 88

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichter Clara Betschart und Josef Reichlin, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch.

In Sachen

A.________, Gesuchsteller,

vertreten durch B.________,

gegen

C.________, Gesuchsgegnerin,

betreffend

Ausstand

(Gesuch vom 2. Mai 2019, SUM 2019 755);-

hat die Beschwerdekammer,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. A.________ vertreten durch ihren Präsidenten, erstattete am 25. April 2019 gegen D.________, bei der Oberstaatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Verdachts permanenter Amtspflichtverletzung, der Begünstigung und der vorsätzlichen Prozessverschleppung. Diese Strafanzeige überwies die Oberstaatsanwaltschaft der Staatsanwaltschaft des Bezirks X. Der Vereinspräsident wandte sich darauf mit Eingabe vom 2. Mai 2019 an C.________. Er betrachtet darin die Staatsanwaltschaft als dem beschuldigten D.________ untergeordnet und beanstandet neben diversen Vermutungen, dass die überwiesene Strafsache nicht seriös behandelt würde, zumal C.________ und der Beschuldigte mutmasslich „Duzi sind“. Die Staatsanwältin überwies die als Ausstandsgesuch entgegengenommene Eingabe dem Kantonsgericht und beantragt in gleichzeitiger Stellungnahme dessen Abweisung (KG-act. 3). Der Beschuldigte und der Gesuchsteller liessen sich in der Folge nicht mehr vernehmen.

2. Der Gesuchsteller macht Befangenheit der Gesuchsgegnerin nach Art. 56 lit. f StPO geltend, weil sie bzw. die Staatsanwaltschaft D.________ untergeordnet sei. Unabhängig davon, ob sich die Gesuchsgegnerin dem Begehren widersetzt oder nicht, beurteilt die Beschwerdeinstanz die Frage der Befangenheit (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO). Soweit die Staatsanwaltschaft die Eingabe des Gesuchstellers als Rechtsbehelf (dazu vgl. Riklin, OFK, 2. A. 2014, Art. 58 StPO N 2 f.) betreffend Ausstand entgegennahm, ist dies hier nicht zu beanstanden. Nicht zu beurteilen hat die Beschwerdeinstanz, ob die Eingabe auch als Anfechtung des Gerichtsstands gelten könnte (vgl. Art. 40 f. StPO).

3. Die Staatsanwaltschaften der Bezirke unterstehen der Aufsicht der Oberstaatsanwaltschaft, welche ihrerseits unter der Aufsicht des Regierungsrates steht (§§ 52 f. JG). Die Staatsanwälte werden vom Bezirksrat gewählt (§ 64 Abs. 2 JG). Die Präsidenten der Bezirksgerichte beaufsichtigen und instruieren die Schlichtungsbehörden sowie Konkurs- und Betreibungsämter (§ 33 JG). Die Staatsanwaltschaften der Bezirke unterstehen mithin nicht den Bezirksgerichten bzw. deren Präsidenten. Dass sie vor den Bezirksgerichten Anklage erheben und vertreten, ist ihre gesetzliche Aufgabe (§ 65 i.V.m. §§ 21 ff., 56 und 60 JG) und kann ebenfalls keinen Ausstandsgrund darstellen.

4. Im Übrigen hat der Gesuchsteller den Ausstand begründende Tatsachen glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Soweit er nur verschiedene Vermutungen äussert, dass die überwiesene Strafsache nicht seriös geführt werde, ohne diese mit entsprechenden Anhaltspunkten glaubhaft zu machen, ist auf das Gesuch nicht einzutreten. Solche Anhaltspunkte kann er nicht aus früheren Fällen gewinnen, deren Untersuchung Staatsanwaltschaften oder die Gesuchsgegnerin in einer nicht näher erläuterten Art und Weise seiner Ansicht nach nicht richtig durchführten. Selbst in der gleichen Untersuchung geben Verfahrensfehler erst dann Anlass zur Annahme von Ausstandsgründen, wenn sie krass sind und ungewöhnlich häufig zu Lasten einer Partei auftreten, was vorliegend nicht ansatzweise dargetan ist. Ebenso wenig macht der Gesuchsteller glaubhaft, inwiefern die Beziehung zwischen der Gesuchsgegnerin und dem Beschuldigten konkret über das noch keine Voreingenommenheit begründende übliche kollegiale Verhältnis in beruflichen Beziehungen hinausgehen würde. Seine von der Gesuchsgegnerin bestätigte Vermutung, sie seien per Du, ist jedenfalls keine ausstandsbegründende Tatsache (etwa BGer 1B_408/2016 vom 7. Februar 2017 E. 2.3).

5. Mithin ist das Ausstandsgesuch, soweit auf dieses einzutreten ist, kostenfällig (Art. 59 Abs. 4 StPO) abzuweisen;-

beschlossen:

1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit auf dieses einzutreten ist.

2. Die Kosten für die Behandlung des Gesuches von Fr. 800.00 werden dem Gesuchsteller auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. und Art. 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden (vgl. Art. 92 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an den Gesuchsteller (1/R), C.________ (1/A), den Beschuldigten (1/A) und die Oberstaatsanwaltschaft (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Namens der Beschwerdekammer

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Der Gerichtsschreiber

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22. August 2019 kau

Palavras-chave

recusalbiaspublic prosecutorcredibilitycriminal procedurecosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the public prosecutor had to be recused for alleged bias under Art. 56 lit. f StPO.

Decisão extraída

No recusal ground was shown. The prosecutor was not subordinate to the accused, and mere professional acquaintance or being on familiar terms does not establish bias.

Fundamentação extraída

The district prosecutors are under the supervision of the Oberstaatsanwaltschaft, not the district courts. Acting as prosecutor before the courts is a statutory task and cannot itself justify recusal. The applicant failed to make any bias-inducing facts credible; mere suspicions and unsubstantiated criticism were insufficient.

Questão jurídica principal

Whether the applicant had made the alleged bias facts credible as required for a recusal motion.

Decisão extraída

No. The applicant relied on unsubstantiated assumptions and did not provide concrete indications of partiality.

Fundamentação extraída

Under Art. 58 Abs. 1 StPO, the party seeking recusal must substantiate the relevant facts. Prior alleged mishandling of other cases and vague complaints about the investigation did not suffice, nor did the assertion that the prosecutor and accused were on informal terms.

Questão jurídica principal

Allocation of costs for the recusal proceedings.

Decisão extraída

The applicant must bear the procedural costs of CHF 800.

Fundamentação extraída

Because the recusal motion was dismissed insofar as it was admissible, the costs were charged to the applicant pursuant to Art. 59 Abs. 4 StPO.

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