Return of seized property: court follows civil-law appearance

ZZ.1983.14Outro Tribunal14 de jun. de 1983Annulled

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Resumo Omnilex

Weapons stolen in a burglary were later seized at an auction house. The investigating magistrate had set the couple S. a 14-day deadline to bring a civil claim and indicated that, failing that, the weapons would be released to the insurer as assignee of the original owner. The couple appealed. The appellate criminal court held that, when several persons claim seized property, the judge must decide provisionally on the basis of the civil-law appearance. Because the appellants had plausibly acquired the weapons in good faith from a merchant, they had a better right than the stolen owner until repayment of the purchase price. The deadline therefore had to be set for the insurer, not for the appellants.

Sumário Omnilex

§ 56 Abs. 2 StPO; allocation of the time limit for civil action concerning seized property claimed by several persons. Where the criminal judge must choose among competing claimants to seized objects no longer needed for the proceedings, the decisive criterion is the civil-law appearance as it results from a preliminary examination of the applicable civil norms. For stolen movables acquired in good faith from a merchant, the acquirer has, until reimbursement of the purchase price, a better right than the original owner; accordingly, the time limit for civil action is to be set for the original owner or his successor, not for the good-faith acquirer (consid. relevant to the provisional return decision).

Texto completo

Geschäftsnummer:** ZZ.1983.14**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:15.06.1983
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.115
Titel:** Beschlagnahmter Gegenstand, wem ist die Frist zur Klage anzusetzen?**
Resümee:§ 56 Abs. 2 StPO. Beim Entscheid, welchem unter mehreren Ansprechern eines beschlagnahmten Gegenstandes Frist zur Klage anzusetzen ist, hat der Strafrichter auf den zivilrechtlichen Rechtsschein abzustellen.
SOG 1984 Nr. 14 **§ 56 Abs. 2 StPO.*Beim Entscheid, welchem unter mehreren Ansprechern eines beschlagnahmten Gegenstandes Frist zur Klage anzusetzen ist, hat der Strafrichter auf den zivilrechtlichen Rechtsschein abzustellen. Bei einem Einbruch in die Wohnung des V. erbeuteten die Täter eine Waffensammlung. Ein Teil dieser Sammlung konnte nach mehreren Monaten beim Auktionshaus I. beschlagnahmt werden. Die Ermittlungen ergaben, dass die Waffen nach dem Einbruch von einem Unbekannten an den Antiquar L. verkauft worden waren. L. hatte die Waffen an das Ehepaar S. weiterveräussert, welches sie seinerseits dem Auktionshaus I. zur Versteigerung übergeben hatte. In der Folge verlangten gleichzeitig eine Versicherungsgesellschaft, an welche V. seine Ansprüche abgetreten hatte, sowie das Ehepaar S. die Herausgabe der Waffen. Mittels Verfügung setzte das Untersuchungsrichteramt dem Ehepaar S. eine Frist von 14 Tagen zur Anhebung einer Zivilklage und bestimmte, nach unbenutztem Ablauf dieser Frist würden die Waffen an die Versicherungsgesellschaft herausgegeben. Die vom Ehepaar S. gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wurde vom Obergericht mit folgender Begründung gutgeheissen: Beschlagnahmte Gegenstände, die für das Strafverfahren nicht mehr benötigt werden und weder der Einziehung unterliegen noch dem Staat verfallen, sind dem "Berechtigten" zurückzugeben. Erheben mehrere Personen auf einen Gegenstand Anspruch, trifft der Richter die ihm gutscheinende Verfügung und setzt jedem der abgewiesenen Ansprecher eine Frist zur zivilrechtlichen Klage (§ 56 Abs. 1 und 2 StPO).Bei seinem Entscheid, wem die beschlagnahmten Gegenstände nach unbenutztem Ablauf der Klagefrist herauszugeben sind, hat der Richter die Regeln des Zivilrechts zu beachten. Wie das Obergericht in einem frühern Entscheid feststellte (RB 1960 Nr. 23), ist der Rechtsschein massgebend, wie er sich nach der vorläufigen Prüfung der zivilrechtlichen Normen darstellt. Gestohlene Sachen sind in der Regel dem Bestohlenen zurückzugeben (vgl. Niederer, Die Vermögensbeschlagnahme im schweiz. Strafprozessrecht, S. 64; Hauser, Kurzlehrbuch des schweiz. Strafprozessrechts, S. 177; Waiblinger, Komm. StPO, N 5 zu Art. 171).Im vorliegenden Fall wird nun aber seitens der Beschwerdeführer durch Urkunden glaubhaft gemacht, dass sie die Waffen von Antiquar L., d.h. einem "Kaufmann" i.S. von Art. 934 Abs. 2 ZGB gutgläubig erworben haben. Es ist deshalb nach den Besitzesregeln davon auszugehen, dass ihnen die Waffen vom bestohlenen Eigentümer nur gegen Vergütung des von ihnen dafür bezahlten Preises abverlangt werden können. Solange ihnen der Kaufpreis nicht erstattet worden ist, haben die Beschwerdeführer also ein besseres Recht an den Waffen als der Bestohlene. Folglich ist nicht den Beschwerdeführern, sondern der Versicherungsgesellschaft (als Rechtsnachfolgerin des Bestohlenen) Frist zur zivilrechtlichen Klage anzusetzen. * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 15. Juni 1983

Palavras-chave

seized propertycivil-law appearancegood faith purchaseburden of returncompeting claimantsstolen goods

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Questão jurídica principal

Which claimant should be given the deadline to file a civil action concerning seized property claimed by several persons?

Decisão extraída

The criminal judge must base the choice on the appearance created by civil law; here, the insurer as successor of the stolen owner had the better claim, so the deadline had to be set for S. rather than for the insurer.

Fundamentação extraída

For seized objects no longer needed for the criminal case, the judge decides provisionally according to civil-law rules. Where multiple persons assert a claim, the relevant criterion is the civil-law appearance after a preliminary assessment. The appellants showed by documents that they had bought the weapons in good faith from a merchant; under the possession rules, the stolen owner can reclaim them only against reimbursement of the purchase price. Until reimbursement, the appellants had a better right than the stolen owner and thus than his assignee insurer.

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