Free legal aid and separated spouses' support duty

ZKREK.2004.347Outro Tribunal20 de nov. de 2005Granted

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X, who was being supported by social welfare and lived separately from his wife, requested full legal aid in a civil debt-collection dispute. The Amtsgerichtspräsident refused, holding that the wife should contribute under the marital support duty. On appeal, the Zivilkammer held that separated spouses remain subject to mutual support, but only the amount the other spouse can spare without becoming indigent may be imputed. Since the wife had only about CHF 700 monthly surplus and the expected litigation costs were too high to be covered within a useful period, legal aid had to be granted from the date of filing.

Sumário Omnilex

Art. 159 Abs. 3 and Art. 163 Abs. 1 ZGB; §§ 106 ff. ZPO: assessment of indigence for legal aid where spouses live separately. Even in separation, the marital duty of support persists. In determining whether the applicant can finance proceedings, each spouse is to be assessed separately, but the applicant's means include only that part of the other spouse's income which can be spared without rendering that spouse unable to litigate. This method applies not only in divorce proceedings but also in actions against third parties, where one spouse is not a party (consid. 2). If the spouse's available surplus is insufficient to cover the foreseeable litigation costs within a useful period, legal aid must be granted.

Texto completo

Geschäftsnummer:** ZKREK.2004.347**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:21.11.2005
FindInfo-Nummer:O_ZK.2005.1620
Titel:** Unentgeltliche Rechtspflege, eheliche Beistandspflicht**
Resümee:** Unentgeltliche Rechtspflege. Auch bei getrennt lebenden Ehegatten besteht eine Unterhalts- und Beistandspflicht. Dieser ist so Rechnung zu tragen, dass bei getrennt lebenden Ehegatten zwar bei beiden Ehegatten eine Einzelrechnung vorzunehmen ist, beim Einkommen des Gesuchstellers aber jener Anteil des Einkommens des andern Ehegatten aufzurechnen ist, den dieser entbehren kann, ohne selbst prozessarm zu werden. Diese Regelung gilt nicht nur im Ehescheidungsverfahren, sondern auch in Prozessen gegen Dritte, d.h. wenn einer der beiden Ehegatten nicht Partei ist.**
SOG 2005 Nr. 5 ** Art. 159 Abs. 3 und 163 Abs. 1 ZGB, §§ 106 ff. ZPO.** Unentgeltliche Rechtspflege. Auch bei getrennt lebenden Ehegatten besteht eine Unterhalts- und Beistandspflicht. Dieser ist so Rechnung zu tragen, dass bei getrennt lebenden Ehegatten zwar bei beiden Ehegatten eine Einzelrechnung vorzunehmen ist, beim Einkommen des Gesuchstellers aber jener Anteil des Einkommens des andern Ehegatten aufzurechnen ist, den dieser entbehren kann, ohne selbst prozessarm zu werden. Diese Regelung gilt nicht nur im Ehescheidungsverfahren, sondern auch in Prozessen gegen Dritte, d.h. wenn einer der beiden Ehegatten nicht Partei ist. * Sachverhalt:* In einem Forderungsprozess stellte X. ein Gesuch um Gewährung der integralen unentgeltlichen Rechtspflege. Dazu führte er aus, er lebe in Trennung und werde vom Sozialamt unterstützt. Der Amtsgerichtspräsident wies das Gesuch ab mit der Begründung, der Ehefrau des Gesuchstellers sei es trotz Trennung im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht zuzumuten, diesen bei der Finanzierung des vorliegenden Prozesses zu unterstützen. Die Zivilkammer heisst den dagegen erhobenen Rekurs gut, da die Ehefrau nicht über einen ausreichenden monatlichen Überschuss verfügt. * Aus den Erwägungen:* 2. Der Gesuchsteller und Rekurrent wird seit Juli 2004 vom Sozialamt finanziell unterstützt. Er vermag folglich mit seinem Einkommen keinen Prozess zu finanzieren. Allerdings besteht auch bei getrennt lebenden Ehegatten eine Unterhalts- und Beistandspflicht (Art. 163 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 3 des Zivilgesetzbuches, ZGB, SR 210). Dieser ist so Rechnung zu tragen, dass zwar bei beiden Ehegatten eine Einzelrechnung vorzunehmen ist, beim Einkommen des Gesuchstellers aber jener Anteil des Einkommens des andern Ehegatten aufzurechnen ist, den dieser entbehren kann, ohne selbst prozessarm zu werden (Alfred Bühler: Gerichtskosten, Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 144). Die Ehefrau des Rekurrenten verfügt über einen monatlichen Überschuss von ca. Fr. 700.-- (Einkommen Fr. 4'300.-- abzüglich: Grundbedarf Fr. 1'100.--; Zuschlag 20 % Fr. 220.--; Miete Fr. 1'100.--; Krankenkasse Fr. 250.--; Arbeitswegkosten Fr. 100.--; Radio/Telefon/Fernseher Fr. 100.--; Steuern Fr. 400.--, Optiker Fr. 46.--; Gerichtskosten Ehescheidungsverfahren Fr. 135.--; Anwaltskosten Ehescheidungsverfahren Fr. 135.--). Dieser Betrag reicht im vorliegenden Verfahren aber nicht aus, um die Gerichts- und Anwaltskosten innert nützlicher Frist (max. zwei Jahre) zu bezahlen, betragen diese doch sollte die Appellation nicht gutgeheissen werden – total Fr. 24'696.80 (Parteientschädigung Fr. 12'696.80 und Gerichtskosten Fr. 12'000.--). Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab Gesuchseinreichung sind somit gegeben. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 21. November 2005 (ZKREK.2004.347)*

Palavras-chave

legal aidindigencespousal supportseparationcivil procedurecost assessment

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Questão jurídica principal

Whether separated spouses' support duty allows attribution of the other spouse's income when assessing legal aid.

Decisão extraída

Yes. Each spouse is assessed separately, but only the amount the other spouse can spare without becoming unable to litigate is imputed to the applicant.

Fundamentação extraída

Art. 159(3) and 163(1) ZGB require continued marital support obligations even during separation. The wife had only about CHF 700 monthly surplus, which was insufficient to finance the litigation within a useful period without making her herself indigent.

Questão jurídica principal

Whether X met the financial requirements for legal aid from the date of application.

Decisão extraída

Yes. He could not finance the proceedings from his own income, and the wife's available surplus was not sufficient to cover the likely costs in time.

Fundamentação extraída

X had been receiving social welfare since July 2004 and had no means to pay the litigation costs. The expected total costs were too high to be covered within two years.

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