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OG 1994 64 ΓÇó Victim status in coercion complaint requires referral to criminal commission
OG 1994 64Outro Tribunal26 de mai. de 1994Modified
The complainant alleged coercion against the accused and objected to a non-prosecution decision. The court held that coercion is an offence against freedom capable of making the complainant a victim under criminal procedure law. Victim status exists when the complainant alleges a bodily, sexual, or psychological impairment or relies on an offence that can cause such harm. Because the prosecutor itself decided the victim's appeal instead of referring it to the criminal and indictment commission, § 59 Abs. 4 StPO was violated.
§ 59 Abs. 4 StPO; victim status and allocation of competence in complaints against non-prosecution decisions: A complainant who alleges coercion under Art. 181 StGB may qualify as a victim, since offences against freedom can directly affect physical, sexual or psychological integrity. For victim status, it suffices that the complainant invokes such an impairment or bases the complaint on an offence typically capable of causing it; it is not decisive that the authority considers the reported conduct ultimately non-punishable. Where an unsuccessful appeal is lodged by a victim, the prosecutor lacks competence to decide it itself and must submit the matter to the competent criminal and indictment commission (consid. 3).
Opfer im Sinne der Strafprozessordnung ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt ist (§ 48ter StPO, vgl. auch Art. 2 Abs. 1 Opferhilfegesetz OHG, SR 312.5). Als Straftaten, deren Begehung die beeinträchtigte Person als Opfer im Sinne der Strafprozessordnung erscheinen lässt, werden in der Botschaft zum Einführungsgesetz zum Opferhilfegesetz (EGOHG, SRL Nr. 893c) u.a. auch Vergehen und Verbrechen gegen die Freiheit (Art. 180-186 StGB) genannt (Verhandlungen des Grossen Rates des Kantons Luzern 1992/4 S. 1408 f.).
In seiner Eingabe an das Amtsstatthalteramt und seinem Rekurs an die Staatsanwaltschaft wirft der Beschwerdeführer dem Angeschuldigten u.a. die Erfüllung des Tatbestandes der Nötigung (Art. 181 StGB) vor. Nötigung ist als Delikt gegen die Freiheit geeignet, die dadurch beeinträchtigte Person als Opfer im Sinne der vorstehenden Erwägungen erscheinen zu lassen. Dadurch, dass die Staatsanwaltschaft den gegen die Vonderhandweisung erhobenen Rekurs selber beurteilt hat, hat sie daher § 59 Abs. 4 StPO verletzt. Nicht von Bedeutung ist dabei, dass die Staatsanwaltschaft mit der Bestätigung des Vonderhandweisungsentscheides zum Ausdruck gebracht hat, es sei kein Opfer vorhanden, weil die angezeigte Handlung gar nicht mit Strafe bedroht sei. Es muss für die Annahme der Opfereigenschaft im Sinne von § 59 Abs. 4 StPO genügen, wenn der Anzeigesteller oder Privatkläger eine körperliche, sexuelle oder psychische Verletzung geltend macht bzw. sich auf eine Straftat beruft, die zu einer entsprechenden Beeinträchtigung führt. In diesem Sinne hat die Staatsanwaltschaft den für unbegründet gehaltenen Rekurs eines Opfers i.S. der StPO gegen ein Vonderhandweisungserkanntnis mit Antragstellung der Kriminal- und Anklagekommission zur Entscheidung zuzustellen.