No revision for overlooked file-based facts in non-final tax decisions

A 91 78 A 91 79Outro Tribunal5 de mar. de 1992Dismissed

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Resumo Omnilex

The taxpayer argued that a tax assessment should be revised because the authority had inadvertently failed to consider an important fact already in the file. The court held that the VRG does not expressly provide this as a revision ground for non-final decisions. Relying on the legislative history and on the distinction between final and non-final decisions, it confirmed that such an omission must be challenged through the ordinary remedy when available. The good-faith principle under Art. 4 BV does not require extending revision beyond final decisions. The request was therefore dismissed.

Sumário Omnilex

Art. 4 BV; revision for inadvertent non-consideration of a file-based fact: the constitutional principle of good faith requires a revision remedy only for decisions rendered by a final-instance authority. Under the VRG, the inadvertent omission of an important fact already contained in the file is not, as such, an independent ground of revision for non-final decisions; in such cases the defect must be asserted by the ordinary remedy (consid. ...). The legislative history confirms the deliberate deletion of the corresponding revision ground. The federal revision ground in Art. 136 lit. d OG is likewise tailored essentially to final judgments and does not compel a broader cantonal solution.

Texto completo

Das Übersehen einer in den Akten liegenden erheblichen Tatsache ist im VRG, im Gegensatz zu § 127 StG in der Fassung vom 15. September 1970 und Art. 136 lit. d OG, nicht ausdrücklich als Revisionsgrund vorgesehen. Der sich aus Art. 4 BV ergebende Grundsatz von Treu und Glauben erfordert jedoch nach wie vor die Einräumung einer Revisionsmöglichkeit, wenn eine letztinstanzlich entscheidende Behörde eine in den Akten liegende erhebliche Tatsache aus Versehen nicht berücksichtigt hat, während dies bei einem nicht letztinstanzlichen Entscheid mit dem gegen den Entscheid zulässigen Rechtsmittel geltend zu machen ist (LGVE 1974 II Nr. 124; vgl. auch BGE 111 Ib 210f.).

Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang vor, die in LGVE 1974 II Nr. 124 gemachten Ausführungen seien dahin zu interpretieren, dass der Betroffene, der im Entscheidzeitpunkt von der Aktenwidrigkeit Kenntnis habe, das ordentliche Rechtsmittel zu ergreifen habe, dass aber jener, der erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von der Aktenwidrigkeit Kenntnis erhalte, die Revision verlangen könne, sofern ihm eine frühere Kenntnisnahme nicht zumutbar gewesen sei. Bei ihrer Argumentation verkennt die Beschwerdeführerin, dass die Ausführungen im genannten Entscheid dem Wortlaut der Revisionsbestimmungen im VRG, welche die Nichtberücksichtigung einer in den Akten liegenden erheblichen Tatsache nicht als selbständigen Revisionsgrund erwähnen, vollauf entsprechen. Dieses Ergebnis wird zudem durch die Materialien zum VRG bestätigt. Während der Entwurf zum VRG in § 173 lit. b die versehentliche Nichtberücksichtigung einer aktenkundigen erheblichen Tatsache als eigenständigen Revisionsgrund wenigstens bei letztinstanzlichen Entscheiden noch vorgesehen hatte, wurde der vom Regierungsrat analog zu Art. 136 OG in § 173 VRG vorgeschlagene Revisionsgrund des Verfahrensmangels auf Antrag der vorberatenden Kommission vom Grossen Rat in der ersten Lesung gänzlich und ersatzlos gestrichen (vgl. Botschaft des Regierungsrates zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege und Protokoll der grossrätlichen Beratung, in: Verhandlungen des Grossen Rates 1972, S. 328 bzw. S. 401). Auch fordert die Rechtsprechung gestützt auf Art. 4 BV die versehentliche Nichtberücksichtigung einer aktenkundigen erheblichen Tatsache als selbständigen Revisionsgrund nur mit Bezug auf letztinstanzliche Entscheide. Aus diesen Gründen und auch im Hinblick darauf, dass nach Ansicht des Bundesgerichts der in Art. 136 lit. d OG statuierte Revisionsgrund der versehentlichen Nichtberücksichtigung aktenkundiger Tatsachen im wesentlichen nur auf letztinstanzliche Urteile zugeschnitten ist (vgl. BGE 111 Ib 210f.), ist daran festzuhalten, dass die Veranlagungsbehörde einen rechtskräftigen Veranlagungs- oder Einspracheentscheid nicht aufgrund eines Hinweises des Steuerpflichtigen, dass sie versehentlich aktenkundige Tatsachen nicht berücksichtigt habe, revidieren muss.

Palavras-chave

revisiontax assessmentfile-based factgood faithfinal decisionordinary remedy

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Questão jurídica principal

Whether the inadvertent failure to consider an important fact already contained in the file is a revision ground under the VRG for a tax assessment or objection decision.

Decisão extraída

Under the VRG, such an omission is not an express revision ground for non-final decisions; it must be raised by the ordinary remedy. Revision is only required for final decisions, and the tax authority need not reopen a final assessment or objection decision merely because the taxpayer points to a file-based fact that was overlooked by mistake.

Fundamentação extraída

The court relied on the wording of the VRG revision provisions, the legislative materials showing that the omitted ground was deliberately deleted, and the distinction drawn in case law between final and non-final decisions. The constitutional principle of good faith does not extend the revision remedy beyond final decisions.

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