projetos
11 99 101 ΓÇó Hearing violation found, but no remand due to sustainable alternative reasoning
11 99 101Outro Tribunal28 de nov. de 1999Partially Granted
In a civil appeal concerning a lease dispute, the Obergericht held that the appellant's right to be heard had been violated and that the defect could not be cured in the appeal proceedings because review was limited. Nevertheless, the court refused to remit the case, reasoning that the challenged result remained supportable on alternative grounds. The defendant obtained only a partial procedural success on the nullity point, but was still charged with all costs of the appeal proceedings; the court fee was merely reduced in view of the hearing violation.
Art. 4 BV; hearing violation and remittal: A violation of the right to be heard is in principle sanctionable by annulment irrespective of the prospects of success of the remedy. The defect may be cured only if the party can fully exercise its procedural rights before a reviewing authority with full cognition. Where such cure is impossible, remittal is nevertheless unnecessary if the appellate court can substitute its own reasoning and the challenged outcome remains objectively defensible in the overall assessment (consid. 3). A procedural defect justifies only a reduction of the court fee where it does not alter the substantive outcome; costs may still be imposed on the unsuccessful party.
Aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt seine Verletzung grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 121 III 334 E. 3 c; 115 Ia 10; Müller Georg, Kommentar zur Bundesverfassung, N 100 zu Art. 4 BV). Die Gerichtspraxis und ein Teil der Lehre erachtet den Mangel des rechtlichen Gehörs jedoch als heilbar, wenn der Verletzte seine Mitwirkungsrechte vor einer Rechtsmittelinstanz mit vollumfänglicher Kognition nachholen kann (BGE 118 Ib 120 f. E. 4b; Studer/Rüegg/Eiholzer, Der Luzerner Zivilprozess., N 3 zu § 61 ZPO). Der Mangel kann vorliegend, da das Obergericht im Beschwerdeverfahren mit eingeschränkter Kognition urteilt, nicht geheilt werden. Trotzdem führt dies nicht notwendigerweise zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Ein an sich kassationswürdiger Entscheid wird dann nicht aufgehoben, wenn mit einer Ersatzbegründung der Beschwerdeinstanz das angefochtene Ergebnis im Gesamten vertretbar erscheint (Studer/Rüegg/Eiholzer, a.a.O., N 1 zu § 272 ZPO).
Die Vorinstanz stellte fest, der Pachtvertrag sei mindestens in zwei Vertragspunkten verletzt worden. Unbestritten ist, dass jede einzelne Vertragsverletzung eine Konventionalstrafe nach sich zieht. Sollte sich herausstellen, dass eine weitere Vertragsverletzung nachgewiesen ist und die entsprechende Begründung des vorinstanzlichen Urteils standhält, bleibt kein Raum für eine Rückweisung. (...)
Der Beklagten ist zwar ein Teilerfolg beschieden, indem festgestellt wird, dass die Vorinstanz den Nichtigkeitsgrund von § 266 lit. b ZPO verwirklicht hat. Nachdem dieser Umstand jedoch nicht zu einer vom Urteil der Vorinstanz abweichenden Entscheidung führt, sind der Beklagten dennoch sämtliche Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen. Immerhin rechtfertigt die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör eine reduzierte Gerichtsgebühr.
I. Kammer, 29. November 1999 (11 99 101)