Suspension order appealable without irreparable harm requirement

11 96 180/34Outro Tribunal12 de fev. de 1997Other

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Resumo Omnilex

The complaint concerned a procedural stay under § 87 ZPO. The court held that a stay is a procedural order whose lawfulness must be reviewable independently of whether the party shows irreparable harm. Because an unlawful stay functions like an unlawful judicial delay and thus like a denial or delay of justice, cantonal supervisory review is available under § 286(2)(a) ZPO. The Nichtigkeitsbeschwerde was therefore admissible and the court entered into it.

Sumário Omnilex

§ 87 ZPO, § 265 Abs. 2 ZPO; Anfechtung einer Sistierung mittels Nichtigkeitsbeschwerde. Die Sistierung ist prozessleitende Verfügung und setzt materiell das Vorliegen eines Sistierungsgrundes voraus. Zwar sind prozessleitende Entscheide nach § 265 Abs. 2 ZPO grundsätzlich nur bei drohendem nicht wiedergutzumachendem Nachteil selbständig anfechtbar; die Sistierung bildet indessen einen Sonderfall, weil ihre Rechtmässigkeit auch ohne Nachweis eines solchen Nachteils überprüfbar sein muss. Eine gesetzwidrige Sistierung wirkt wie eine unzulässige Verfahrensverschleppung und damit wie verfassungswidrige Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung, wogegen die Aufsichtsbeschwerde nach § 286 Abs. 2 lit. a ZPO eröffnet ist (E. 1).

Texto completo

Die Sistierung nach § 87 ZPO ist eine prozessleitende Verfügung, deren rechtmässiger Erlass davon abhängt, ob einer der dort vorgesehenen Sistierungsgründe vorliegt. Gemäss § 265 Abs. 2 ZPO können prozessleitende Entscheide selbständig mit der Nichtigkeitsbeschwerde angefochten werden, wenn ein nicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Die Sistierung ist nun insofern ein Spezialfall einer prozessleitenden Verfügung, als es möglich sein muss, die Rechtmässigkeit einer Sistierung unabhängig davon zu prüfen, ob einer Partei durch die Sistierung ein nicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Dies deshalb, weil sich eine unrechtmässige (gesetzwidrige) Sistierung im Ergebnis gleich auswirkt wie eine unrechtmässige Verschleppung des Verfahrens durch das Gericht, nämlich als verfassungswidrige Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung, gegen die nach kantonalem Recht die Aufsichtsbeschwerde nach § 286 Abs. 2 lit. a ZPO gegeben ist. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach einzutreten.

Palavras-chave

stay of proceedingsprocedural orderappeal admissibilityirreparable harmdenial of justicedelay of justicesupervisory complaint

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Questão jurídica principal

Whether a stay order under § 87 ZPO may be independently challenged by Nichtigkeitsbeschwerde without proving irreparable harm.

Decisão extraída

Yes. A stay order is a procedural order whose legality must be reviewable independently of any irreparable harm because an unlawful stay is equivalent to an unlawful delay or refusal of justice.

Fundamentação extraída

Under § 265(2) ZPO, procedural orders are separately challengeable when irreparable harm threatens; however, a stay is a special case. If a stay is unlawful, it produces the same effect as a court-caused delay of proceedings, i.e. a constitutional denial or delay of justice. That concern is reviewable under the cantonal supervisory complaint in § 286(2)(a) ZPO, so admissibility cannot depend on irreparable harm.

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