Lower-court self-replacement held void for lack of competence

PZ 2004 48Outro Tribunal31 de mar. de 2004Granted

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Dr. med. X. appealed against a Kreispräsident's later decision that replaced an earlier order concerning a building objection. The Kantonsgerichtspräsidium held that, after issuing and notifying a final procedural decision, the deciding authority may not return to it unless the law expressly allows this. That rule also applies in summary proceedings. Because the Kreispräsident lacked competence to issue the replacement decision of 1 March 2004, that decision was declared void. The complaint was upheld, appeal costs were assigned to the Canton of Graubünden, and the Kreisamt Klosters was ordered to pay the appellant CHF 500 in compensation.

Sumário Omnilex

Final procedural decisions; prohibition of reconsideration by the deciding authority after notification, absent express statutory authorization or a narrow exception in voluntary jurisdiction. This rule applies equally in summary proceedings. A subsequent decision rendered without competence is void and must be declared null by the reviewing court (consid. 2). Where the complaint succeeds because of such procedural error, costs may be charged to the canton under Art. 37 Abs. 2 ZPO, and appropriate extrajudicial compensation may be awarded against the responsible office.

Texto completo

Ref.:Chur, 31. März 2004/kjSchriftlich mitgeteilt am:

PZ 04 48

Verfügung

Kantonsgerichtspräsidium

Präsident Brunner

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des Dr. med. X., Gesuchsteller und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Clopath, Bahnhofstrasse 6, 7250 Klosters

gegen

den Entscheid des Kreispräsidenten Klosters vom 1. März 2004, mitgeteilt am 4. März 2004, in Sachen des Beschwerdeführers gegen Y., Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto A. Lardelli, Hartbertstrasse 1, 7000 Chur, gegen Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

betreffend Baueinsprache,

wird nach Einsichtnahme in die Beschwerde vom 10. März 2004, die zugestellten Verfahrensakten sowie in Erwägung,

  • dass X. am 7. Mai 2002 beim Kreisamt Klosters gegen das am 3. Mai 2002 publizierte Bauvorhaben der Y. privatrechtliche Einsprache erhob,

  • dass der Kreispräsident Klosters das Verfahren am 26. Juni 2002 sistierte, bis die Rechtslage betreffend die Dienstbarkeiten im ordentlichen Verfahren geklärt sei,

  • dass das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden auf eine gegen die entsprechende Verfügung eingereichte Beschwerde am 5. August 2002 nicht eintrat,

  • dass der Kreispräsident Klosters nach rechtskräftigem Entscheid über die fraglichen Dienstbarkeiten im ordentlichen Verfahren und einer neuen Ausschreibung des streitigen Bauvorhabens die Baueinsprache mit Verfügung vom 23. Februar 2004 abschrieb, die Kosten des kreisamtlichen Verfahrens von Fr. 600.-- X. überband und die ausseramtlichen Kosten wettschlug,

  • dass gegen diesen Entscheid kein Rechtsmittel erhoben wurde,

  • dass der Kreispräsident Klosters seinerseits aber die Verfügung vom 23. Februar 2004 durch eine neue Verfügung vom 1. März 2004 ersetzte und darin die Baueinsprache abwies, die kreisamtlichen Kosten von Fr. 600.-- dem Einsprecher überband und zudem X. verpflichtete, Y. eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 300.-- zu bezahlen,

  • dass X. gegen diese Verfügung am 10. März 2004 Beschwerde beim Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden einreichte mit dem Begehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben,

  • dass die Beschwerde insbesondere damit begründet wurde, die Verfügung des Kreispräsidenten vom 23. Februar 2004 hätte durch denselben nicht aufgehoben und durch einen anderen Entscheid ersetzt werden dürfen,

  • dass Y. sich am Verfahren vor Kantonsgerichtspräsidium nicht beteiligt hat,

  • dass es dem urteilenden Richter nach Erlass und Mitteilung seiner prozess-erledigenden Entscheide nicht gestattet ist, darauf zurückzukommen, es sei den das Gesetz sehe dies ausdrücklich vor oder es handle sich um gewisse Fälle der freiwilligen Gerichtsbarkeit (vgl. Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 362; Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. Aufl., Bern 2001, 8. Kapitel N 63),

  • dass dies auch im summarischen Amtsbefehlsverfahren gilt,

  • dass unter diesen Umständen der Entscheid des Kreispräsidenten Klosters vom 1. März 2004 nicht hätte erlassen werden dürfen, da die Zuständigkeit des Kreispräsidenten dazu fehlte und somit der Entscheid als nichtig zu gelten hat,

  • dass im vorliegenden Verfahren die Nichtigkeit dieses Entscheides (recte: Verfügung) festzustellen ist,

  • dass die Beschwerde somit in diesem Sinne gutzuheissen ist,

  • dass bei diesem Ausgang die Kosten dieses Verfahrens zu Lasten des Kantons Graubünden gehen (Art. 37 Abs. 2 ZPO),

  • dass das Kreisamt Klosters aufgrund des fehlerhaften Vorgehens indessen zu verpflichten ist, den Beschwerdeführer für das Verfahren vor Kantonsgerichtspräsidium aussergerichtlich angemessen zu entschädigen,

verfügt :

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass festgestellt wird, dass der Entscheid des Kreispräsidenten Klosters vom 1. März 2004 nichtig ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

3. Das Kreisamt Klosters wird verpflichtet, den Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren aussergerichtlich mit Fr. 500.-- zu entschädigen.

4. Mitteilung an: __________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden

Der Präsident

Palavras-chave

nullitycompetencefinal decisionsummary proceedingsbuilding objectioncostsparty compensation

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Questão jurídica principal

Whether the Kreispräsident could revoke and replace his own final procedural decision after it had been notified.

Decisão extraída

No. Once a proccess-ending decision has been issued and notified, the deciding officer may not revisit it unless the law expressly allows it or a narrow exception applies.

Fundamentação extraída

The court held that this rule applies also in summary proceedings. Because the Kreispräsident lacked competence to issue the later replacement decision, that decision was void.

Questão jurídica principal

Whether the decision of 1 March 2004 must be declared void.

Decisão extraída

Yes. The decision was void for lack of competence and had to be declared null in these proceedings.

Fundamentação extraída

Since the Kreispräsident had no authority to replace the earlier order, the later decision could not stand and was null ab initio.

Questão jurídica principal

Allocation of appeal costs and extra-judicial compensation.

Decisão extraída

The appeal costs were borne by the Canton of Graubünden, and the Kreisamt Klosters had to pay the appellant CHF 500 in party compensation.

Fundamentação extraída

Given the success of the complaint and the procedural error by the Kreis authority, costs were imposed on the canton and compensation awarded against the Kreisamt.

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