Final cost allocation cannot be altered after res judicata

PVG 2010 21Outro Tribunal31 de dez. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

The court held that the municipality could not revisit a final cost-allocation ruling for the perimeter project. The earlier judicial decisions on the Heubergstrasse renewal, including the 70/30 public/private split, had res judicata effect and were therefore immutable. A subsequent “revocation” under Art. 25 VRG was ruled out, and the prior judgment could not be reinterpreted merely because the state preferred a different financial result. The court thus rejected the attempt to change the allocation to 50/50.

Sumário Omnilex

Art. 25 VRG; res judicata and immutability of a final judicial cost allocation; a municipal authority may not, by way of revocation or “adaptation,” alter a decision once the same dispute has been finally adjudicated by a court. The dispositive part of a judgment binds the parties under formal and material res judicata and bars a new ordinary decision on the same subject matter (consid. 1a, b). An extraordinary remedy is required to remove the prior judgment; revocation under Art. 25 VRG is excluded where judicial finality already exists (consid. 1c). Judicial decisions may not be construed unilaterally for purely fiscal reasons to the advantage of one party (consid. 1d).

Texto completo

Raumordnung und****Umweltschutz 8

Pianificazione e****protezione dell’ambiente

Perimeterverfahren. Kostenverteilung. Nachträgliche Ab- änderung der****Kostenanteile.

  • **Hat einGericht bereitseinmal rechtskräftigüber eine Streitsacheentschieden, soist esden Gemeindebehör-den nicht(mehr) erlaubt,darüber erneutanders zubefin- den; dieFestlegung oderBestätigung eineröffentlichen Interessenzvon 70%und einerprivaten Interessenzvon 30%ist somitverbindlich und****unabänderlich (E.**1a, b).

  • Ein Widerrufnach Art.25 VRGist dahervom vorneherein ausgeschlossen**(E. 1c).**

  • Die Interpretationvon Gerichtsurteilendarf nichtaus rein finanziellenGründen desStaates einseitigzuguns- ten einerStreitpartei erfolgen(E.1d).

Procedura dicomprensorio. Ripartizionedei costi.Succes- siva modificadella chiavedi ripartizionedei costi.

  • **Se untribunale hagià statuitodefinitivamente sudi una questionelitigiosa, perle autoritàcomunali nonè (più)possibile decidere di nuovo diversamente sullo stesso tema; la fissazione o la conferma di un’interessenza pubblica del70% edi un’interessenzaprivata del30% è pertantovincolante e****immutabile (cons.**1a, b).

  • Una revoca giusta l’art. 25 LGAè pertanto esclusa a priori(cons. 1c).

  • Per deimotivi meramentefinanziari delloStato, l’inter-pretazione disentenze giudiziarienon puòavvenire a esclusivofavore diuna delleparti contendenti**(cons. 1d).**

Erwägungen:

1. a) Das Verwaltungsgericht hat sich bereits in zwei Ur-

teilen zur anstehenden Thematik betreffend Grundeigentümerbei- trag für die Erneuerung der Heubergstrasse, Streckenabschnitt

A. – B., in der betreffenden Gemeinde geäussert (VGU A 07 27 und A 08 6). Mit Urteil vom 24.12.2008 [Proz.-Nr. 2C_712/2008] erhielt noch das Bundesgericht die Gelegenheit, über die Rechtmässigkeit der

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vom angerufenen Verwaltungsgericht im Urteil A 08 6 (Dispostiv Ziff. 1) bestätigten Kostenanteile aus öffentlicher Interessenz 70% (ÖI) und Privatinteressenz 30 % (PI) zu urteilen. Im Bundesgerichts- urteil wurde in den Erwägungen 5.3 und 6. was folgt bestimmt:

«Wenn das Verwaltungsgericht davon ausgeht, der in Art. 63 KRG/GR vorgesehene Rahmen für die Aufteilung von Gemeindeanteil und Privatanteil beziehe sich auf die nach Abzug von Subventionen verbleibenden Nettokosten der Gemeinde, liegt hierin nach dem Gesagten kein Verstoss gegen das Willkürverbot und damit auch keine Verletzung der Gemeindeautonomie. Eine andere Frage ist, ob man der Gemeinde ohne weiteres unterstellen darf, dass sie den Privatanteil auch dann auf 30% festgesetzt hätte, wenn sie von dieser korrigierten Auslegung des Gesetzes ausge- gangen wäre, oder ob ihr die Möglichkeit gegeben werden muss (oder könnte), diese – der seinerzeitigen Kreditbe- willigung durch die Gemeindeversammlung zugrunde lie- gende – Vorgabe innerhalb des nach Art. 63 KRG/GR zuläs- sigen Rahmens nachträglich zu ändern. Die Beschwerde- schrift enthält hiezu aber keinerlei Ausführungen, jeden- falls keine tauglichen Rügen, weshalb auf diesen Aspekt nicht weiter eingegangen zu werden braucht.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in öffentlich-recht- lichen Angelegenheiten als unbegründet abzuweisen, so- weit (angesichts der zumTeil appellatorischen Vorbringen) darauf einzutreten ist.»

1. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass sie ihren ur- sprünglichen Einleitungsbeschluss vom 25.10.2002 betreffend Ko- stenverteilung (30/70) mit neuem Beschluss vom 22.06.2009 (Anteile 50/50) einzig «widerrufen» habe, weil sich die massgebliche Sach- und Rechtslage durch das erwähnte Bundesgerichtsurteil verändert habe und deshalb eine Anpassung des bisherigen Verteilschlüssels zwingend notwendig geworden sei, zumal einer solchen Korrektur auch keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen ent- gegengestanden seien. Dieser Rechtsauffassung kann sich das Ge- richt aus folgenden Gründen nicht anschliessen.

2. Ein Widerruf im Sinne von Art. 25 Abs. 1 VRG scheitert schon daran, dass Verfügungen und Erlasse von Verwaltungsinstan- zen, über die ein Gericht bereits einmal materiell entschieden hat und die somit in volle Rechtskraft erwachsen sind, grundsätzlich nicht mehr im Nachhinein in Form eines neues Beschlusses abgeän- dert werden können. Eine solche «Anpassung» ist schlichtweg un-

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zulässig. Nach gefestigter Lehre und Rechtsprechung regelt ein Ge- richtsurteil ein Rechtsverhältnis zwischen den beteiligten Parteien im Dispositiv verbindlich. Die Verbindlichkeitswirkung umschliesst zunächst die formelle Rechtskraft des Dispositivs. Dies bedeutet, dass die darin angeordneten Pflichten, Gebote, Verbote oder An- sprüche letztlich gar mit den Mitteln der Zwangsvollstreckung (vgl. dazu Art. 79 ff. VRG) durchgesetzt werden können, wenn sie nicht freiwillig befolgt werden. Mit der formellen Rechtskraft paart sich bei Justizurteilen die materielle Rechtskraft. Ihr zufolge darf und kann das, was rechtskräftig entschieden worden ist, von der unterlegenen Partei nicht mehr zumThema eines neuen Verfahrens gemacht wer- den. Die materielle Rechtskraft schneidet somit die Möglichkeit ab, die schon geklärte (VGU A 08 6; Dispositiv Ziff. 1) und gar noch be- stätigte Streitfrage (BGU 2C_712/2008 Erw. 5.3 und 6.) erneut aufzu- greifen. Das in den erwähnten Gerichtsverfahren verbindlich Fest- gelegte und Entschiedene ist massgebend und von allen Rechts- unterworfenen in der Folge unabänderlich zu respektieren. Ein neues ordentliches Beschluss- oder Prozessverfahren über den gleichen Streitgegenstand ist also nicht mehr zulässig. Das frühere formell rechtskräftige Urteil müsste zuvor mit einem ausserordentlichen Rechtsmittel ( z.B. Revision nach Art. 67 VRG) beseitigt werden (vgl. zum Widerruf: Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungs- recht, Zürich 2006; 5. Auflage, § 16 Rz. 994 ff., 1033 ff.; Urteile Verwal- tungsgericht vom 30.04.2003, VGU U 02 124A E. 1a und 09.01.2001, VGU S 00 244 E. 2 in fine; und zur Rechtskraftwirkung: Gygi, Bun- desverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 322 f.).

1. Nicht anders kann auch die zitierte Erwägung 5.3 im Bun- desgerichtsurteil 2C_712/2008 interpretiert werden, wonach die Ge- meinde über die Kostenanteile allenfalls anders entschieden hätte, wenn sie nur gewusst hätte, dass ihre Auffassung falsch sei. Nach- dem sie selber keine entsprechenden (Eventual-)Anträge stellte, hat das Bundesgericht diese Frage nicht mehr geprüft, und auch dieser Gesichtspunkt ist somit unweigerlich in materielle Rechtskraft er- wachsen. Im Übrigen sei noch erwähnt, dass die Zulässigkeit eines Widerrufs für die nachträgliche Abänderung früherer Beschlüsse oder Verfügungen ohne Dauerwirkung aus «rein finanziellen Grün- den» des Staates ohnehin fragwürdig erscheint, weil die Umvertei- lung der Gesamtkosten für die Verbesserung von Groberschlies- sungsanlagen und generell zugänglichen Infrastrukturanlagen be- reits aus prinzipiellen Überlegungen nicht einseitig zugunsten einer Partei möglich und hoheitlich erzwingbar sein kann. A 09 62Urteil vom 1 . Mai 2020

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Palavras-chave

planning lawenvironmental protectioncost allocationres judicatarevocationmunicipal autonomyinterpretation of judgmentspublic interestprivate interest

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Questão jurídica principal

Whether the municipality could revoke and amend the final cost-allocation decision after a prior court judgment had become final.

Decisão extraída

No. Once a court has finally decided the dispute, the municipal authorities may not decide the same issue differently again; the 70/30 allocation remains binding and immutable.

Fundamentação extraída

The prior judgment created formal and material res judicata. A new ordinary decision on the same subject matter is therefore barred; the earlier judgment would first have to be removed by an extraordinary remedy such as revision.

Questão jurídica principal

Whether Art. 25 VRG allowed a revocation of the earlier cost-allocation decision.

Decisão extraída

No. Revocation under Art. 25 VRG is excluded from the outset where the matter has already been finally decided by a court.

Fundamentação extraída

Art. 25 VRG cannot be used to alter decisions that are already covered by the binding effect of a final judicial ruling.

Questão jurídica principal

Whether the interpretation of the prior judgment could be changed for purely financial reasons of the state in favor of one party.

Decisão extraída

No. Judicial decisions may not be interpreted unilaterally to the advantage of one party merely for fiscal reasons.

Fundamentação extraída

The operative and binding content of the earlier judgments must be respected by all legal subjects; financial considerations do not justify one-sided reinterpretation.

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