Third-party hearing in administrative proceedings on first-residence obligation

PVG 2005 34Outro Tribunal31 de dez. de 2005

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Resumo Omnilex

The case concerned a municipality's determination of a first-residence obligation for two apartments that had been sold, with ownership transfer still pending in the land register. The court held that a third party's entitlement to be heard in administrative proceedings depends on the degree of material affectedness under Art. 52 VGG / Art. 103 OG. It further held that even a buyer who only has an obligatory contractual right to the apartments must be heard, because the decision directly affects the value and use of the property. The municipality was therefore required to grant the buyer a hearing.

Sumário Omnilex

Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 52 VGG; Art. 103 OG; right to be heard of third parties in administrative proceedings. The hearing right is not limited to the formal addressee of the administrative act; it also extends to third persons who are materially affected in their legal position or protected interests. For determining third-party standing to be heard, the decisive criterion is the degree of affectedness corresponding to the concepts of appeal standing and protected interest. In proceedings concerning a first-residence obligation, even a person holding only an obligatory claim to the apartment is entitled to be heard if the decision directly influences the property's value and the person's possessory and economic interests (consid. 1b, 1d).

Texto completo

Verfahren 13

Procedura

Rechtliches GehörDritter imVerwaltungsverfahren. Erst- wohnungsverpflichtung.

  • **Ob einDritter ineinem Verwaltungsverfahrengehört werden muss, richtet sich nach dem Grad seiner Be- troffenheit imSinne vonArt. 52VGG bzw.Art. 103OG (**E.1b).

  • Bei der Feststellung einer Erstwohnungsverpflichtung ist auchder blossobligatorisch aneiner WohnungBe- rechtigte anzuhören**( E.1d).**

Diritto d’audizionedi terzinella proceduraamministra- tiva. Obbligodi residenza****primaria.

  • **La questionedi saperese nell’ambitodi unaprocedura amministrativa il terzo debba essere sentito si giudica secondo lamisura nellaquale vienetoccato dalladeci- sione giustal’art. 52LTA ,****rispettivamente l’art.103 OG( cons.**1 b).

  • Nell’ambito dellaconstatazione diun obbligoper una residenzaprimaria occorresentire anchecolui cheha un merodiritto obbligazionale****sull’appartamento (cons. 1d).

Erwägungen:

1. b) Das durch Art. 29 Abs. 2 BV wie auch in Art. 7 VVG ge-

währleistete rechtliche Gehör dient der Sachaufklärung und ga- rantiertden voneinem EntscheidBetroffenen einpersönlichkeits- bezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihreRechtsstellung habenkann. Wiedas Bundesgerichtbereits unter derHerrschaft deralten Bundesverfassungentschieden hat, stehtder ausArt. 4BV abgeleiteteAnspruch aufAkteneinsicht so- wohl den an einem Verwaltungsverfahren formell Beteiligtenals auchjenen zu,die materielldurch einVerwaltungsverfahren inih- rer Rechtsstellungbzw. inihren schutzwürdigenInteressen betrof- fen sind (vgl. unpubl. Urteil des Bundesgerichtes vom 7*.** Novem- ber1984 i.S.S., E.3 c).Betroffen alsTräger dergehörsrechtlichen Minimalgarantie istsomit nichtnur derAdressat eines**Verwal-*

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tungsentscheids, an den sich dieser formell richtet; ein hoheitli- cher Entscheid kann auch die Rechtsstellung einer Drittpersonun- mittelbar gestalten, obwohl der Entscheid sich nicht ausdrücklich an sie richtet. Dass einem derartigen Betroffenen die Parteistel- lung im erstinstanzlichen Verfahren nicht zuerkannt wird, schadet ihm insofern aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht, um in den Genuss der grundrechtlichen Minimalgarantie zu kommen. Im Ge-genteil: Kommt dem am Verfahren nicht Zugelassenen aufgrund der Bundesverfassung ein Gehörsanspruch zu, stellt es eineVer- fassungsverletzung dar, wenn auf sein Gesuch, am hoheitlichen Verfügungsverfahren teilzunehmen, um dort zuWorte zu kommen, überhaupt nicht eingetreten wird. Die Mitwirkungsrechte, allen voran der Anspruch auf rechtliches Gehör, begründen in diesem Sinne für Nichtbeteiligte gleichzeitig die Parteistellung oder, bes- ser gesagt, eine verfassungsrechtlich garantierte Parteistellungim Verfahren. DerTräger des Gehörsanspruchs bestimmt sich aus verfassungsrechtlicher Sicht in diesem Zusammenhang nach dem Kriterium der durch das Verwaltungsverfahren ausgelösten mate- riellen Betroffenheit ( Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, S.157 mitHinweisen). Dies legt es nahe, für die Bestim- mung, ob ein DritterTräger des Gehörsanspruches sein kann, auf die Berührtheit und das schutzwürdige Interesse im Sinne von Art. 52 VGG bzw.103 OGabzustellen, in welchen die Rekurs- bzw. die Beschwerdeberechtigung umschrieben wird.

d)Vorliegend istunbestritten, dassdie Rekurrentinund dieRekursgegnerin 2einen Kaufvertragüber diefraglichen zweiWoh- nungenabgeschlossen habensowie dassLetztere denKaufpreis bereits entrichtetund auchden Besitzangetreten hat.Ausstehend ist nochder grundbuchlicheVollzug dieserRechtsgeschäfte, wobei zwischenden Parteienein Zivilprozessüber dieFrage hängigist, ob die Wohnungen mit oder ohne Erstwohnungsanteilsverpflich- tung verkauft wurden. Bei dieser Konstellation liegt es auf derHand, dassdie Rekursgegnerin2 einunmittelbares eigenesInter- esse amAusgang desVerwaltungsverfahrens beider Gemeinde hatte.Insbesondere hatdie Feststellungeiner Erstwohnungsver- pflichtung direkten Einfluss auf denWert der Wohnungen, auf deren Übertragung sie einen obligatorischen Anspruch hat.Dies allein begründet ihren Anspruch, im Verwaltungsverfahren an- gehört zu werden. Darüber hinaus stehen ihr, nachdem Nutzen und Gefahr auf sie übergegangen sind, auch die mit dem Besitz verbundenen Rechtezu. Soist siebefugt, dieWohnungen zu**ver-

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mieten. Dafür ist es selbstverständlich wesentlich, ob die Stock- werkeinheiten mit einer Erstwohnungsverpflichtung behaftet sind. Es war nach dem Gesagten nicht nur zulässig, dieRekurs- gegnerin 2im umstrittenenVerwaltungsverfahren anzuhören;die Gemeinde war vielmehr sogar verpflichtet, ihr das rechtlicheGehör zu gewähren.

R05 40Urteil vom 7. Oktober 2005

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Be- schwerde wurde am 27. Februar 2006 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (1P.819 /2005 ).

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Palavras-chave

right to be heardthird partyadministrative procedurefirst residence obligationmaterial affectednessstandingproperty valuepossessory rights

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Questão jurídica principal

How is a third party's right to be heard in administrative proceedings determined?

Decisão extraída

It depends on the degree to which the third party is affected by the administrative decision within the meaning of Art. 52 VGG or Art. 103 OG.

Fundamentação extraída

The hearing right under Art. 29(2) BV protects persons materially affected in their legal position or protected interests, even if they are not formal addressees of the decision; the relevant test is therefore the material affectedness that also underlies standing to appeal.

Questão jurídica principal

Must a buyer with only an obligatory right to the apartments be heard in proceedings determining a first-residence obligation?

Decisão extraída

Yes. A person holding only an obligatory contractual claim to the apartments must also be heard because the decision directly affects that person's economic and possessory interests.

Fundamentação extraída

The buyer had paid the price, taken possession, and was awaiting land-register transfer; the first-residence obligation directly affected the value of the apartments and the buyer's ability to use and let them, so the municipality was obliged to grant the hearing right.

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