Extension of cantonal removal order to all Switzerland

c-625-2006Tribunal Administrativo Federal / Divisão 324 de out. de 2007Dismissed

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Resumo Omnilex

A Bangladeshi appellant and his Swiss spouse challenged the Federal Office for Migration's decision extending a cantonal removal order to all Switzerland and Liechtenstein. The Federal Administrative Court held that the appeal remained admissible despite the appellant's departure because the measure had compelled that departure and a protected interest persisted. On the merits, the nationwide extension was confirmed: an exception under the applicable ordinance requires a pending third-canton permit procedure and that canton’s consent, neither of which existed. No grounds for provisional admission were shown. The appeal was dismissed and costs of CHF 600 were charged to the appellants.

Sumário Omnilex

Art. 12 Abs. 3 ANAG; Art. 17 Abs. 2 ANAV; Art. 48 lit. c, Art. 49 and Art. 63 Abs. 1 VwVG: extension of a cantonal removal order to the whole of Switzerland is the rule. A deviation is permissible only where special grounds exist, in particular a pending residence-permit procedure in a third canton and that canton's consent to the alien's stay during the procedure. If those prerequisites are absent, the extension is lawful. A removal measure that has already led to departure is not necessarily devoid of legal interest where the departure was compelled by the immediate effect of the measure. Absence of execution impediments under Art. 14a Abs. 2-4 ANAG excludes provisional admission.

Texto completo

BVGer C-625/2006

Entscheiddatum: 24.10.2007Publikationsdatum: 02.11.2007

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-625/2006

{T 0/2}

Urteil vom 24. Oktober 2007

Besetzung

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), Richter Blaise Vuille,

Gerichtsschreiber Julius Longauer.

Parteien

  1. A._______,

  2. B._______,

Zustelladresse: Dieter Roth, Advokat,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,

Vorinstanz.

Gegenstand

Ausdehnung der kantonalen Wegweisung.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt:

dass der Beschwerdeführer 1 - ein 1976 geborener Staatsangehöriger von Bangladesch - im Oktober 2000 in die Schweiz gelangte und um Asyl nachsuchte,

dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers 1 mit Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 18. November 2004 in letzter Instanz abgewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer 1 kurz zuvor die Beschwerdeführerin 2 - eine wesentlich ältere Schweizer Bürgerin - geheiratet und im Kanton Basel-Landschaft ein Familiennachzugsgesuch gestellt hatte,

dass sich als letzte kantonale Instanz das Kantonsgericht Basel-Landschaft mit der Bewilligungssache zu befassen hatte und - wie die Vorinstanzen zuvor auch - von einer klaren Scheinehe ausging,

dass es dem Beschwerdeführer 1 deshalb mit rechtskräftigem Urteil vom 26. Oktober 2005 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung verweigerte und ihn aus dem Kanton wegwies,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 14. Februar 2006 die kantonale Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein ausdehnte,

dass die Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am 17. März 2006 Beschwerde beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) einreichten,

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde schliesst, während die Beschwerdeführer in replicando am Rechtsmittel festhalten,

dass auf den weiteren Akteninhalt, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen wird,

dass Verfügungen des BFM über die Ausdehnung einer kantonalen Wegweisung mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden können (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20]),

dass zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in dieser Materie beim EJPD hängige Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen wurden, das sie nach Massgabe des neuen Verfahrensrechts beurteilt (Art. 53 Abs. 2 VGG),

dass Art. 37 VGG das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) für anwendbar erklärt, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz keine abweichenden Bestimmungen enthält,

dass der Beschwerdeführer 1 die Schweiz verlassen hat und die angefochtene Verfügung auf dieses Weise durch Konsumption dahingefallen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.538/2003 vom 25. November 2003 E. 1.3)

dass die Ausreise jedoch durch die sofortige Wirksamkeit der Massnahme erzwungen wurde, weshalb den Beschwerdeführern die Schutzwürdigkeit seines Rechtsschutzanliegens (Art. 48 Bst. c VwVG) nicht abgesprochen werden kann,

dass die Beschwerdeführer deshalb legitimiert sind und auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 20 ANAG, Art. 48 ff. VwVG),

dass die kantonale Behörde ihren Entscheid betr. Verweigerung der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit einer Wegweisung aus dem Kanton verbindet (Art. 12 Abs. 3 ANAG),

dass das BFM diese Wegweisung in der Regel auf das ganze Gebiet der Schweiz ausdehnt (Art. 12 Abs. 3 ANAG, Art. 17 Abs. 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAV, SR 142.201]),

dass von der Regelfolge der Ausdehnung abgewichen wird, wenn dem Betroffenen aus besonderen Gründen Gelegenheit gegeben werden soll, sich um eine Bewilligung in einem Drittkanton zu bemühen (Art. 17 Abs. 2 ANAV),

dass ein solches Abweichen ein hängiges Bewilligungsverfahren in einem Drittkanton und das Einverständnis dieses Drittkantons mit dem Aufenthalt des betroffenen Ausländers während des Bewilligungsverfahrens voraussetzt,

dass dem Beschwerdeführer 1 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaft rechtskräftig verweigert wurde und die oben dargestellten Voraussetzungen für ein Abweichen von der Regelfolge der Ausdehnung nicht erfüllt sind,

dass somit die Ausdehnung der kantonalen Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz zu bestätigen ist,

dass Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a Abs. 2 bis 4 ANAG, welche die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme rechtfertigen könnten, weder erkennbar sind noch geltend gemacht werden,

dass sich die angefochtene Verfügung somit als rechtmässig erweist (Art. 49 VwVG) und die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer abzuweisen ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG ),

dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 600.-- festzusetzen sind (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ist (Art. 83 Bst. c Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [SR 173.110]).

Dispositiv S. 5

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- verrechnet.

Dieses Urteil geht an:

  • die Beschwerdeführer

  • die Vorinstanz

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Julius Longauer

Versand:

Palavras-chave

removal orderstandingmootnessnationwide extensionthird cantonprovisional admissionprocedural costs

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Questão jurídica principal

Whether the appellants had standing to challenge the nationwide extension after the appellant had already left Switzerland.

Decisão extraída

Standing was upheld because the departure was compelled by the immediate effect of the measure, so a protected legal interest remained.

Fundamentação extraída

Although the measure had become moot by consumption, the forced departure preserved the appellants' need for judicial protection under Art. 48 lit. c VwVG.

Questão jurídica principal

Whether the BFM lawfully extended the cantonal removal order to the whole territory of Switzerland and Liechtenstein.

Decisão extraída

Yes. The extension was lawful and had to be confirmed.

Fundamentação extraída

Under Art. 12 Abs. 3 ANAG and Art. 17 Abs. 2 ANAV, nationwide extension is the rule. An exception requires a pending permit procedure in a third canton and that canton's consent, which were absent here.

Questão jurídica principal

Whether impediments to execution justified provisional admission.

Decisão extraída

No execution impediments were shown or alleged.

Fundamentação extraída

No circumstances under Art. 14a Abs. 2-4 ANAG justified provisional admission.

Questão jurídica principal

How the costs of the appeal should be allocated.

Decisão extraída

The appeal proceedings costs were imposed on the appellants and set at CHF 600.

Fundamentação extraída

Because the appeal was dismissed, costs followed the outcome under Art. 63 Abs. 1 VwVG and the applicable cost regulations.

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