Non-entry for failure to pay advance costs in mutual legal assistance

RR.2008.210,RR.2008.211Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos24 de set. de 2008Inadmissible

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A. and B., represented by counsel, challenged a Swiss mutual legal assistance closing order granting Germany access to bank documents concerning an account held by B. After the case was forwarded from the Aargau cantonal court to the Federal Criminal Court, the II. Complaint Chamber ordered each appellant to pay an advance on costs and extended the payment deadline upon request. Because neither appellant paid the advance and no request for legal aid or payment facilities was filed, the court held that it could not enter into the complaints and imposed court fees of CHF 300 each.

Sumário Omnilex

Art. 21 Abs. 3 VwVG, Art. 63 Abs. 4 VwVG; im Rechtshilfeverfahren führt die nicht rechtzeitig geleistete Kostenleistung trotz Nachfrist und ausdrücklicher Nichteintretensandrohung zum Nichteintreten, sofern weder Zahlungserleichterungen noch unentgeltliche Rechtspflege verlangt wurden. Die Kostenfolgen treffen die unterliegende Partei nach Art. 63 Abs. 1 VwVG; die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem einschlägigen Gebührenreglement. Die Fristwahrung für den Kostenvorschuss setzt die rechtzeitige Belastung zugunsten der zuständigen Behörde bzw. Aufgabe bei der Post voraus (vgl. Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG).

Texto completo

Entscheid vom 24. September 2008 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Roy Garré, Gerichtsschreiberin Lea Unseld

Parteien

  1. A.,
  2. B.,

beide vertreten durch Rechtsanwalt Simon Berger, Beschwerdeführer

gegen

BEZIRKSAMT RHEINFELDEN, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch- land

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2008.210+211

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Staatsanwaltschaft Dresden (Deutschland) gegen A. ein Strafverfahren führt wegen Betrugs, Unterschlagung und Urkundenfälschung;

  • die Staatsanwaltschaft Dresden mit einem Rechtshilfeersuchen vom 8. Mai 2008 ans Bezirksamt Rheinfelden gelangt ist;

  • das Bezirksamt Rheinfelden dem Rechtshilfeersuchen mit Schlussverfü- gung vom 6. Juni 2008 entsprochen und die Herausgabe von Bankunterla- gen betreffend das Konto Nr. 1, lautend auf B., bei der Bank C. verfügt hat;

  • A. und B. gegen die Schlussverfügung vom 6. Juni 2008 mit Beschwerde vom 9. Juli 2008 an die Beschwerdekammer in Strafsachen des Oberge- richts des Kantons Aargau gelangt sind;

  • das Obergericht des Kantons Aargau die Beschwerde mit Entscheid vom

  1. August 2008 zuständigkeitshalber an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weitergeleitet hat;
  • A. und B. am 20. August 2008 eingeladen wurden, bis zum 1. September 2008 je einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten und darauf auf- merksam gemacht wurden, dass bei Säumnis auf die Beschwerden nicht eingetreten wird (act. 4 und 5);

  • die Frist zur Bezahlung der Kostenvorschüsse auf Ersuchen von A. und B. vom 1. September 2008 bis zum 15. September 2008 erstreckt wurde (act. 6);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be- trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge- ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • die Beschwerdeführer die verlangten Kostenvorschüsse nicht bezahlt ha- ben und weder um Zahlungserleichterungen noch um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege ersucht haben;

  • auf die Beschwerden daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • 3 -

  • die Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig werden (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG), wobei die Gerichts- gebühren auf je Fr. 300.-- anzusetzen sind (vgl. Art. 3 des Reglements vom

  1. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32; TPF RR.2007.6 vom 22. Februar 2007 E. 5).
  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühren von je Fr. 300.-- werden den Beschwerdeführern auf- erlegt.

Bellinzona, 25. September 2008

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Simon Berger
  • Bezirksamt Rheinfelden
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Palavras-chave

mutual legal assistancebank recordsadvance costsnon-entrycostsappeal admissibilitycriminal investigation

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Questão jurídica principal

Whether the complaints against the mutual legal assistance closing order were admissible despite non-payment of advance costs.

Decisão extraída

The court declined to enter into the complaints because the required advance costs were not paid within the extended deadline and no relief or instalment request was made.

Fundamentação extraída

Payment was not timely evidenced under the applicable procedural rules; after an explicit warning of non-entry, failure to pay the advance cost leads to non-entry.

Questão jurídica principal

Who bears the court fees after non-entry.

Decisão extraída

The appellants must bear the court fees, fixed at CHF 300 each.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome of the proceedings.

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