Legal aid denied for lack of substantiation

BP.2011.31Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos13 de jul. de 2011Dismissed

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A. requested free legal aid in proceedings before the Federal Criminal Court’s Appeals Chamber concerning the compensation consequences of a federal criminal investigation. The court held that the request was insufficiently substantiated: although represented by counsel, he filed the form without supporting documents and did not explain how his housing and living expenses were covered or what his wife earned or received. The legal-aid request was therefore denied, a CHF 1,500 cost advance was ordered, and the costs of the present decision were left to the main proceedings.

Sumário Omnilex

Art. 29 Abs. 3 BV; free legal aid requires both lack of sufficient means and non-frivolous claims. The applicant bears the duty to allege and, where possible, document income, assets, debts, and necessary living expenses comprehensively. If an assisted party submits only an incomplete financial form without supporting evidence, the authority may deny the request without further investigation, especially where essential data on household financing and spouse income are missing (consid. 2).

Texto completo

Beschluss vom 13. Juli 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Jüsi,

Gesuchsteller

Gegenstand Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BP.2011.31 (Hauptverfahren: BK.2011.13)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass

  • die Bundesanwaltschaft gegen A. ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfah- ren wegen Verdachts der Finanzierung des Terrorismus (Art. 260 quinquies

StGB), der Erpressung (Art. 156 StGB), der Nötigung (Art. 181 StGB) und der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260 ter

StGB) führte, wobei dieser am 30. November 2008 von der Kantonspolizei Zürich in Haft genommen wurde;

  • A. per 28. April 2009, unter Anordnung einer Meldepflicht als Ersatzmass- nahme, aus der Untersuchungshaft entlassen und schliesslich die Melde- pflicht am 2. Dezember 2010 aufgehoben wurde;

  • mit Verfügung vom 15. Juni 2011 die Bundesanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens verfügte und A. eine Genugtuung in Höhe von Fr. 7'500.-- zu- sprach;

  • A. gegen diese Entschädigungsfolge mit Eingabe vom 27. Juni 2011 Be- schwerde bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhob und gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte (act. 1, Ziff. 4);

  • die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ihm mit Schreiben vom

  1. Juni 2011 das Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege zustellte und ihn aufforderte, dieses inklusive Unterlagen bis am 8. Juli 2011 zu re- tournieren (act. 2);
  • A. am 8. Juli 2011 das Formular einreichte (act. 3 – 3.1).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf un- entgeltliche Rechtspflege hat, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 29 Abs. 3 BV);

  • es grundsätzlich dem Gesuchsteller obliegt, seine Einkommens- und Vermö- gensverhältnisse umfassend darzulegen und soweit als möglich zu belegen, wobei die Belege über sämtliche finanziellen Verpflichtungen sowie über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Gesuchstellers Aufschluss zu geben haben;

  • 3 -

  • der anwaltlich vertretene Gesuchsteller das ausgefüllte Formular ohne ent- sprechende Unterlagen einreichte;

  • er in diesem Formular lediglich ein Einkommen in Höhe von Fr. 280.-- auf- führt, jedoch daraus nicht hervorgeht, wie er seine Wohnung sowie seinen übrigen Lebensunterhalt (Nahrung, Kleidung, Telefonkosten, etc.) finanziert und wie viel Geld seine Ehepartnerin verdient, bzw. aus sonstigen Leistungen bezieht;

  • im Schreiben der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom

  1. Juni 2011 darauf hingewiesen wurde, dass unvollständige oder nicht mit den erforderlichen Beilagen versehene Gesuche ohne weiteres abgewiesen werden können (act. 2);
  • das vorliegende Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege demzufolge abzuweisen ist;

  • dem Gesuchsteller bis 25. Juli 2011 Frist gesetzt wird zur Leistung eines Kos- tenvorschusses in Höhe von Fr. 1'500.--;

  • die Kosten des vorliegenden Entscheides zur Hauptsache geschlagen wer- den;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewie- sen.

  2. Dem Gesuchsteller wird bis zum 25. Juli 2011 Frist gesetzt zur Leistung ei- nes Kostenvorschusses von Fr. 1'500.--.

  3. Die Kosten des vorliegenden Entscheides werden zur Hauptsache geschla- gen.

Bellinzona, 13. Juli 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Bernhard Jüsi

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Palavras-chave

legal aidindigencefinancial disclosurecost advancecriminal investigationcompensationpre-trial detention

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Questão jurídica principal

Whether the applicant was entitled to free legal aid under Article 29(3) of the Federal Constitution.

Decisão extraída

The request was denied because the applicant did not sufficiently disclose and document his financial situation, so indigence was not shown.

Fundamentação extraída

The burden lies on the applicant to fully present and, as far as possible, document income, assets, and financial obligations. An incomplete form without supporting documents, and unexplained financing of housing and living costs, was insufficient.

Questão jurídica principal

Whether a cost advance should be ordered for the appeal proceedings.

Decisão extraída

A cost advance of CHF 1,500 was ordered by 25 July 2011.

Fundamentação extraída

Because legal aid was refused, the applicant had to provide an advance on costs.

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