Detention appeal granted; arrest warrant confirmed

BK_H130/04Tribunal Penal Federal6 de out. de 2004Partially Granted

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber dealt with the Federal Prosecutor’s appeal against a Bern-Mittelland detention decision releasing A.______ and replacing custody with a travel ban and bail. It held that the appeal was admissible, that urgent suspicion of participation in a criminal organization and money laundering was supported by the file, and that the accused faced a severe prison sentence. In view of his foreign ties and assets abroad, a flight risk existed and pretrial detention was proportionate. The Chamber therefore set aside the first-instance release order, confirmed the arrest warrant of 25 August 2004, and imposed CHF 1,000 in court costs on the respondent.

Sumário Omnilex

Art. 44 Ziff. 1, Art. 47 Abs. 2, Art. 217–218 BStP; Haftprüfung und Beschwerde gegen den Haftentscheid: Urgent suspicion of participation in a criminal organization and money laundering may be sufficient for detention when, in light of the expected severe sentence and concrete foreign ties or assets abroad, a flight risk is established. The appellate authority reviews the detention grounds independently and may set aside a release order while confirming the arrest warrant. Substitute measures do not preclude detention where they do not neutralize the concrete risk of flight (consid. 3–5).

Texto completo

Entscheid vom 6. Oktober 2004 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Hochstrasser, Vorsitz, Ott und Ponti, Gerichtsschreiberin Husson Albertoni Parteien Schweizerische Bundesanwaltschaft, 3003 Bern

Beschwerdeführerin

gegen

A.______,

Beschwerdegegner

vertreten durch Fürsprecher Ulrich Seiler, Gegenstand Haftentscheid (Art. 47 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer BK_H 130/04

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass die Schweizerische Bundesanwaltschaft, Staatsanwalt des Bundes B.______ (nachstehend „BA“), mit Verfügung vom 7. Januar 2003 vorerst gegen Unbekannt ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Zugehörigkeit zu bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB sowie u.a. auch wegen des Verdachts auf Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB eröffnete, und dieses Verfahren anfangs Juni 2003 u.a. auch gegen A.______ ausgedehnt wurde, dass die BA A.______ gestützt auf den Haftbefehl vom 25. August 2004 im Rahmen einer umfangreichen Aktion mit Hausdurchsuchungen und Inhaftierungen am 31. August 2004 festnahm, dass das Haftgericht III Bern-Mittelland A.______ mit Entscheid vom 3. September 2004 aus der Haft entliess mit der Begründung, es bestünden keine hinreichenden Haftgründe, und gleichzeitig als Ersatzmassnahmen eine Schriftensperre und eine Kaution von Fr. 10'000.- anordnete; dass der Präsident der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts der ebenfalls am 3. September 2004 gegen den Entscheid des Haftgerichtes III Bern-Mittelland von der BA erhobenen Beschwerde am Abend des gleichen Tages die aufschiebende Wirkung erteilte, und damit das Bestehen der Untersuchungshaft bis zum Entscheid der Beschwerdekammer provisorisch bestätigte, dass A.______ gestützt auf die Erteilung der aufschiebenden Wirkung am gleichen Abend erneut festgenommen wurde; dass A.______ mit Eingaben vom 6. und 12. September 2004 die Beschwerdeantwort einreichte; dass die BA am 17. September 2004 die Replik, und A.______ am 22. September 2004 die Duplik einreichten; dass das Bundesgericht auf die gegen die Verfügung des Präsidenten der Beschwerdekammer vom 3. September 2004 betreffend Erteilung der aufschiebenden Wirkung gerichtete Beschwerde von A.______ mit Entscheid vom 23. September 2004 nicht eintrat (1S.9/2004).

  • 3 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: dass die Zuständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b SGG i.V.m. Art. 214ff und Art. 47 Abs. 2 BStP gegeben ist; dass die Beschwerdeführerin gemäss Art. 34 BStP Partei im Verfahren und durch den angefochtenen Entscheid des Haftgerichtes III Bern-Mittelland vom 3. September 2004 im rechtlichen Sinne beschwert ist; dass die Frist für die Beschwerde gemäss Art. 217 BStP eingehalten wurde; dass ein Gesuch um Anordnung der aufschiebenden Wirkung gemäss Art. 218 BStP bereits vor der Einreichung der Beschwerde gestellt werden kann (Karlsruher Kommentar [KK], Strafprozessordnung, Gerichtsverfassungsgesetz, 5. Auflage, München 2003, Engelhardt, § 307 RdNr. 8, S. 1601), und dass dieses Gesuch keinen Formvorschriften untersteht; dass mit dem Gesuch um Anordnung der aufschiebenden Wirkung auch die einstweilige Rückgängigmachung bereits vollzogener Entscheide angestrebt werden kann (KK – Engelhardt § 307 RdNr. 10, S. 1601); dass das von der Beschwerdeführerin in Anspruch genommene Haftgericht III Bern-Mittelland seinen Entscheid in Anwendung von Bundesrecht trifft, und dass auch bezüglich der Anfechtbarkeit dieses Entscheides und der Legitimation dazu Bundesrecht anzuwenden ist, dass das von der Beschwerdeführerin angerufene Haftgericht III Bern-Mittelland gemäss Art. 47 Abs. 2 BStP für die Haftprüfung zuständig war; dass die Beschwerdeführerin legitimiert ist, gegen den Entscheid des Haftgerichtes III Bern-Mittelland vom 3. September 2004 Beschwerde zu führen (BGE 125 IV 222); dass die von der Beschwerdeführerin eingereichten, belastenden Beweismittel (insbesondere der Zwischenbericht der fedpol vom 16. August 2004 bzw. dessen Beilagen wie z.B. die Geschäftskorrespondenz und Buchhaltungs- unterlagen, die Hotelrechnung des Hotels C.______ in Malta vom 7. März 1997, die Einvernahme des Beschwerdegegners vom 31. August und 9. September 2004 und das Urteil des Tribunale Civile e Penale di Bari vom 17. Juli 2001) einen dringenden Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner wegen Unterstützung von bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation im Sinne

  • 4 -

von Art. 260ter StGB und Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB bestätigen; dass der Beschwerdegegner über jahrelange äusserst intensive Geschäfts- und Privatkontakte insbesondere im europäischen, aber auch im aussereuro- päischen östlichen Ausland verfügt; dass der Beschwerdegegner über Vermögenswerte im Ausland verfügt und im Ausland Häuser und Boote von Freunden zu Wohnzwecken in Anspruch nehmen kann (Einvernahme des Beschwerdegegners vom 31. August 2004, S. 6 und 7); dass dem Beschwerdegegner aufgrund des bestehenden dringenden Tatverdachts eine schwere Freiheitsstrafe droht; dass damit der dringende Fluchtverdacht gemäss Art. 44 Ziffer 1. BStP anzunehmen ist; dass in Anbetracht der abzuklärenden Delikte Untersuchungshaft ohne weiteres verhältnismässig ist; dass die Kosten für das Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 245 BStP i.V.m. Art. 149ff OG festzusetzen und zu verlegen, bzw. gestützt auf das Reglement über die Entschädigung im Verfahren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004 (SR 173.711.31) und das Reglement über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004 (SR 173.711.32) zu bemessen sind; dass der vorliegenden Sache eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- angemessen ist; dass der amtliche Verteidiger seine Aufwendungen im Rahmen der definitiven Kostennote (bei Einstellung der Untersuchung oder im Gerichtsverfahren) geltend zu machen hat.

  • 5 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Beschwerde wird gutheissen und der Entscheid des Haftgerichtes III Bern- Mittelland vom 3. September 2004 wird aufgehoben.
  2. Der Haftbefehl vom 25. August 2004 wird bestätigt.
  3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.-- festgesetzt und dem Beschwerdegegner auferlegt.

Bellinzona, 6. Oktober 2004 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Fürsprecher Ulrich Seiler,
  • Schweizerische Bundesanwaltschaft,

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung wegen Verletzung von Bundesrecht beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden. Das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Artikeln 214 – 216, 218 und 219 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (Art. 33 Abs. 3 lit.a SGG).

Die Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn die Rechtsmittelinstanz oder deren Präsident es anordnet.

Palavras-chave

pretrial detentionflight riskurgent suspicioncriminal organizationmoney launderingsubstitute measuresappeal admissibilitycourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the appeal against the detention decision was admissible and timely.

Decisão extraída

The appeal was admissible and filed in time.

Fundamentação extraída

The Criminal Chamber had jurisdiction under the applicable federal provisions, the Federal Prosecutor was a party and legally aggrieved, and the appeal period was respected.

Questão jurídica principal

Whether a serious suspicion and flight risk justified pretrial detention.

Decisão extraída

A serious suspicion existed and the accused faced a substantial prison sentence; given his foreign ties and assets abroad, a flight risk was established and detention was proportionate.

Fundamentação extraída

The available evidence supported urgent suspicion of support for or participation in a criminal organization and money laundering. The accused had extensive international connections and access to lodging and assets abroad, which made absconding likely.

Questão jurídica principal

Whether the first-instance order releasing the accused and imposing substitute measures should be annulled.

Decisão extraída

The first-instance detention release order had to be set aside.

Fundamentação extraída

Because the detention grounds were met, the Haftgericht III Bern-Mittelland erred in finding no sufficient grounds for detention.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.