No entry on renewed venue-conflict request due to res judicata

BG.2011.16Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos5 de jul. de 2011Inadmissible

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The Bern public prosecutor sought a renewed ruling on venue in a criminal matter linked to a MROS report. The Federal Criminal Court’s I. Criminal Chamber held that venue had already been definitively determined in a prior decision of 30 March 2011, which had become final and constituted res judicata. The renewed request was therefore not entered into. The chamber also clarified that a MROS report is not an indictment and does not delimit the person accused. No court costs were charged, with a warning that future submissions could attract costs.

Sumário Omnilex

Art. 437 Abs. 3 StPO; res judicata and renewed applications for clarification of a final venue decision: where the competent authority has already conclusively and unambiguously determined jurisdiction in a decision that is immediately final, a subsequent request concerning the same venue issue is inadmissible. The dispositive and reasoning are to be read together; if they leave no room for interpretation, no further clarification is available (consid. 2). A MROS report has no indictment function and does not define the scope of the accused person or the venue determination. The waiver of costs in the present instance does not preclude a future cost order for repeated filings (Art. 423 Abs. 1 StPO).

Texto completo

Beschluss vom 5. Juli 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Giuseppe Muschietti und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz

Parteien

KANTON BERN, Generalstaatsanwaltschaft,

Gesuchsteller

gegen

KANTON BASEL-STADT, Staatsanwaltschaft,

Gesuchsgegner

Gegenstand Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BG.2011.16

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit einem Gesuch, wel- chem unter anderem die MROS-Meldung Nr. 8250-67 ff. zugrunde lag, zur Klärung des Gerichtsstandes zwischen dem Kanton Bern, dem Kanton Ba- sel-Stadt und dem Kanton Basel-Landschaft am 29. November 2010 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte (Gesuchsbeila- ge 1);

  • die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss vom

  1. März 2011 festlegte, die Strafbehörden des Kantons Bern seien be- rechtigt und verpflichtet, die A. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (Ziff. 1 des Dispositivs BG.2010.21); hingegen seien die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Basel-Stadt berechtigt und ver- pflichtet, die B. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (Ziff. 2 des Dispositivs);
  • der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 10. Juni 2011 an die I. Beschwerde- kammer des Bundesstrafgerichts gelangte, mit dem Begehren um Erläute- rung des Beschlusses vom 30. März 2011, da diesem nicht zu entnehmen sei, welcher Kanton für die Ermittlung der Sachverhalte zuständig sei, die der MROS-Meldung Nr. 8250-67 ff. zugrunde lägen;

  • die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts dieses Gesuch mit Be- schluss vom 17. Juni 2011 (BB.2011.66) mit der Begründung abwies, die Begründung des Beschlusses behandle die Sachverhalte, welche aus der vorgenannten MROS-Meldung zu entnehmen seien; das Dispositiv enthalte keine Einschränkungen und habe deshalb für sämtliche Sachverhalte Gül- tigkeit, welche sich aus dessen Begründung ergäben;

  • der Gesuchsgegner mit Schreiben vom 22. Juni 2011 die Akten der ge- nannten MROS-Meldung mit der Begründung, diese richte sich ausdrück- lich gegen A., dem Gesuchsteller zukommen liess (act. 1 und Gesuchsbei- lage 4);

  • die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Gesuch vom

  1. Juni 2011 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ge- langt, es seien die Behörden des Kantons Basel-Stadt zur Verfolgung und Beurteilung des Angeschuldigten B. bezüglich der ihm im Zusammenhang mit der MROS-Meldung vom 21. September 2010 (Geldwäschereiver- dachtsmeldung Nr. 8250-67 & ff.) vorgeworfenen Taten für berechtigt und verpflichtet zu erklären; eventualiter sei festzustellen, dass Ziff. 2 des
  • 3 -

Dispositivs des Beschlusses des Bundesstrafgerichts vom 30. März 2011 die Abtretungserklärung der Bundesanwaltschaft vom 4. Oktober 2010 betreffend die vorgenannte MROS-Meldung mitumfasse (act. 1).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • das Gesuch sich auf einen Sachverhalt bezieht, für welchen der Gerichts- stand mit Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 30. März 2011 abschliessend festgestellt wurde;

  • im vorgenannten Beschluss verständlich und eindeutig festgehalten wurde, dass die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern für die Verfolgung und Beurteilung von A., diejenigen des Kantons Basel-Stadt für die Verfol- gung und Beurteilung von B. zuständig sind;

  • dieses Dispositiv und die dazugehörige Begründung, wie bereits im Be- schluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 17. Ju- ni 2011 festgehalten, keiner weiteren Ausführungen bedürfen oder Raum für Interpretationen lassen;

  • gegen den Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 30. März 2011 kein Rechtsmittel gegeben ist, weswegen dieser sofort in Rechtskraft erwuchs (Art. 437 Abs. 3 StPO);

  • es sich hiermit um eine res iudicata handelt, weswegen auf das Gesuch nicht eingetreten wird;

  • abschliessend festgehalten wird, dass eine MROS-Meldung keine Ankla- geschrift darstellt und ihr keine Umgrenzungsfunktion bezüglich der Person des darin Beschuldigten zukommt, was auch hinsichtlich des Betrefftextes Gültigkeit hat;

  • die vorgenannte MROS-Meldung sich auf B. wie auch auf A. bezieht und nach dem Gesagten der Kanton Basel-Stadt für den Sachverhalt hinsicht- lich B., der Kanton Bern für denjenigen betreffend A. zuständig ist;

  • keine Kosten erhoben werden, jedoch darauf hingewiesen wird, dass bei weiteren Eingaben die Möglichkeit der Kostenauflage in Betracht gezogen wird (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Bellinzona, 5. Juli 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern
  • Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Palavras-chave

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Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the renewed request for a venue determination was admissible despite the prior final decision.

Decisão extraída

The request was inadmissible because the venue had already been conclusively decided and the earlier ruling had become final without a remedy.

Fundamentação extraída

The chamber held that the previous dispositive ruling was clear and exhaustive, left no room for interpretation, and was res judicata; a further request on the same matter could not be entertained.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be imposed.

Decisão extraída

No court costs were charged, though the chamber warned that future submissions could lead to costs.

Fundamentação extraída

The chamber expressly waived costs in this instance.

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